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© Martin Falbisoner · CC BY-SA 4.0

Christi Auferstehung (Lindenthal)

Skulpturale Betonkirche von Gottfried Böhm am Stirnende des Lindenthaler Kanals – mit höhlenartigem Innenraum aus verzweigten Säulen.

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Christi Auferstehung ist eine katholische Kirche im Kölner Stadtteil Lindenthal, die 1968–1970 nach Plänen von Gottfried Böhm errichtet und 1971 geweiht wurde. Sie gilt als typisches Beispiel und Abschluss einer Reihe plastischer, skulpturaler Bauten des Architekten.

Auf einen Blick

Art
Katholische Filialkirche (Seelsorgebereich Braunsfeld)
Stadtteil
Lindenthal
Bauzeit
1968–1970, Weihe 1971
Architekt
Gottfried Böhm
Material
Backstein und Sichtbeton im Wechsel
Orgel
1573 Pfeifen, Prospekt von Gottfried Böhm
Glocken
Fünf, 1968 gegossen
Auszeichnung
1981 Europa-Sieger des MB-Architektenwettbewerbs
Wusstest du?

Die Kirchenfenster bestehen nicht aus traditionellem Buntglas, sondern aus je zwei miteinander verschmolzenen Kunststoffscheiben, zwischen die rote Farbe, Messingstifte und Stahlnägel eingearbeitet sind – ein für den Sakralbau äußerst ungewöhnliches Material.

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Kölner Orten.

Lage und Umgebung

Die Kirche steht als Fluchtpunkt am Ende des Lindenthaler Kanals, der in Ost-West-Richtung vom Aachener Weiher Richtung Stadtwald verläuft und von einer Allee alter Bäume gesäumt ist. Am Stirnende öffnet sich der Kanal auf einen kleinen Platz, von dem breite Treppen zu dem leicht erhöhten Bau führen. Wasser und alte Bäume umgeben die Kirche.

© Martin Falbisoner · CC BY-SA 4.0

Architektur

Der Grundriss ist unregelmäßig polygonal, die Baukörper sind vielfach verschachtelt. Am Kirchenbau wechseln sich Backstein und Sichtbeton ab, während die seitlichen Pfarrbauten ganz aus rötlichem Backstein bestehen – ein Kontrast, der sich im Inneren fortsetzt. Mehrere plastische Baukörper schieben sich in die Höhe und werden durch schräge Dachflächen abgeschnitten; an der nordwestlichen Ecke überragt ein schlanker Turm mit spiralförmigen Treppen den Bau. Die ursprünglich unbedeckten schrägen Betonflächen des Daches wurden später mit Blei abgedeckt, weil das Material der Witterung nicht standhielt. 1981 gehörte die Kirche zu den Europa-Siegern des MB-Architektenwettbewerbs.

© Grkauls · Public domain

Innenraum

Im Inneren herrscht eine höhlenartige Atmosphäre, die durch rötliche Ziegelwände verstärkt wird. Durch die verwinkelte Bauform gibt es kaum glatte Wände, sondern Nischen und Winkel, in denen jede liturgische Aufgabe ihren eigenen Platz hat. Schwere tragende Betonsäulen verzweigen sich nach oben zu einem verwinkelten Gewölbe, das über dem Altar seine größte Höhe erreicht. Böhm sah in der Verzweigung der Säulen eine Fortsetzung der zur Kirche führenden Allee.

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Ausstattung

Die Schöpfungs-, Erlösungs-, Auferstehungs- und Marienfenster entwarf Böhm selbst: Sie bestehen aus je zwei verschmolzenen Kunststoffscheiben mit eingearbeiteter roter Farbe, Messingstiften und Stahlnägeln. Über dem Altar hängt der Korpus eines Kruzifixes aus dem 16. Jahrhundert auf einer Backsteinfläche, deren Steine ein dünnes Kreuz bilden. Der Taufstein aus dem 18. Jahrhundert bildet mit seinem von Sepp Hürten gestalteten Deckel eine Symbiose aus Alt und Neu. Der sechs Meter hohe Tabernakel von Matthäus Winter steht seit 1984 in der Sakramentsnische. Den Prospekt der Orgel mit 1573 Pfeifen entwarf Böhm.

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Glocken

Im Turm hängen fünf Glocken, die Hans Hüesker 1968 in der Gießerei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher goss. Sie sind auf die Geläute der Paul-Gerhardt-Kirche und der Clarenbachkirche in Braunsfeld abgestimmt.

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Anschlag 2021

In der Nacht zum 12. Mai 2021 beschädigten Unbekannte zwei Regenbogenfahnen, die vor der Kirche aufgehängt worden waren, um sich mit Schwulen und Lesben zu solidarisieren, denen laut Vatikan eine Segnung durch Geistliche verwehrt bleiben soll.

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Vorgängerbau

Die 1920 nahe dem Friedhof Melaten gegründete Pfarre erhielt 1934–1936 eine Kirche nach Entwürfen von Franz Schneider. Trotz Kriegsschäden nach einem Bombenangriff 1944 wurde sie bis 1967/1968 weitergenutzt, musste dann jedoch wegen statischer Probleme abgerissen werden.

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Zeitstrahl

  1. 1920
    Neue Pfarre Christi Auferstehung in der Nähe des Friedhofs Melaten gegründet
  2. 1934–1936
    Vorgängerbau nach Entwürfen von Franz Schneider errichtet
  3. 1944
    Kriegsschäden durch Bombenangriff
  4. 1967/1968
    Vorgängerbau wegen statischer Probleme abgerissen
  5. 1968–1970
    Neubau nach Plänen von Gottfried Böhm errichtet; Glocken gegossen
  6. 1971
    Kirche geweiht
  7. 1981
    Europa-Sieger des MB-Architektenwettbewerbs
  8. 1984
    Sechs Meter hoher Tabernakel von Matthäus Winter in der Sakramentsnische aufgestellt

Galerie

© Elke Wetzig Elya · CC BY-SA 3.0 · Commons
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26