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© A.Savin · CC BY-SA 3.0

Kronleuchtersaal in der Kölner Kanalisation

Begehbarer Saal tief in Kölns Kanalisation, 1890 zum erwarteten Besuch Kaiser Wilhelms II. mit Kronleuchtern geschmückt — bis heute in Betrieb.

seit 1890

Tief unter der Neustadt liegt der Kronleuchtersaal, ein dreiseitiger Raum von rund 4,60 Meter Höhe innerhalb eines Bauwerks der Kölner Kanalisation. Den Namen trägt er, weil zur Einweihung 1890 anlässlich des erwarteten Besuchs von Kaiser Wilhelm II. zwei Kronleuchter mit jeweils sechs Kerzen angebracht wurden.

Auf einen Blick

Art
Begehbarer Saal in einem Kanalisationsbauwerk
Lage
Neustadt-Nord, nahe der nördlichen Kreuzung von Theodor-Heuss-Ring und Clever Straße
Zugang
über eine grün gestrichene Hydraulik-Bodenklappe in der Grünfläche
Höhe
rund 4,60 Meter, dreiseitiger Grundriss
Einweihung
1890
Funktion
Verknüpfung von Hochsammler und Ringkanal, zugleich Regenentlastungsbauwerk
Denkmalschutz
seit dem 24. Juni 2004
Heute
Führungen und Konzerte der Kölner Stadtentwässerungsbetriebe

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Geschichte

Mit dem Ausbau der Neustadt entwarfen Stadtbaumeister Josef Stübben und Stadtbaurat Carl Steuernagel ab 1881 ein Abwassersystem, das Alt- und Neustadt versorgen sollte. Es galt seinerzeit als technisch vorbildlich. Zum Vorhaben gehörte auch, den 1813 angelegten Sicherheitshafen aufzufüllen, der dort lag, wo heute der Theodor-Heuss-Ring verläuft. Vorgesehen waren ein Tiefsammler in Rheinnähe, ein darüber verlaufender Hochsammler sowie ein Ringkanal, der die Altstadt entwässerte. An die Inbetriebnahme durch Oberbürgermeister Friedrich Wilhelm von Becker im Jahr 1890 erinnert eine steinerne Gedenktafel.

© 1971markus@wikipedia.de · CC BY-SA 4.0

Technik und Funktion

Hier laufen Hochsammler und Ringkanal zusammen: Der Ringkanal zieht offen im Bogen durch den Saal, die Abwässer des Hochsammlers gelangen von unten in ihn hinein. Von diesem Punkt aus flossen die Abwässer unter Clever und Amsterdamer Straße nordwärts zum ersten Kölner Klärwerk. Daneben übernimmt der Raum die Aufgabe eines Regenentlastungsbauwerks: Tritt der Ringkanal bei kräftigem Regen über die Mauer, fließt das Wasser durch den Saal in einen weiteren Kanal und von dort direkt in den Rhein.

© 1971markus@wikipedia.de · CC BY-SA 4.0

Kronleuchter

Die alten Kronleuchter verfielen im Lauf der Jahrzehnte. Gegen Ende der 1980er-Jahre kam an ihrer Stelle ein weiß gestrichener, elektrisch betriebener Kronleuchter zum Einsatz, den man dem Original getreu eigens dafür anfertigte.

© 1971markus@wikipedia.de · CC BY-SA 4.0

Heute

Den Zweiten Weltkrieg überstand das Bauwerk ohne Schäden, und es versieht nach wie vor seine ursprüngliche Aufgabe — allerdings fließen die Abwässer mittlerweile zum rechtsrheinischen Klärwerk in Stammheim. Der Weg hinab führt über eine grün gestrichene Hydraulik-Bodenklappe in einer Grünfläche an der Kreuzung von Theodor-Heuss-Ring und Clever Straße. Seit 2000 bieten die Kölner Stadtentwässerungsbetriebe hier Führungen und Konzerte an und machen sich dabei die Akustik der drei einmündenden Kanalröhren und der benachbarten Gewölberäume zunutze. Betreten lässt sich der Saal nur, solange die Gasparameter durchgehend gemessen werden.

© 1971markus@wikipedia.de · CC BY-SA 4.0

Galerie

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Karte

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Adresse

Theodor-Heuss-Ring 32
50668 Köln

Kontakt

0221 22126845

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-30

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