Helios (Elektrotechnikunternehmen)
Elektrotechnik-Pionier aus Ehrenfeld — sein 44 m hoher Heliosturm prägt als Pseudo-Leuchtturm bis heute das Viertel.
Die Helios AG für elektrisches Licht und Telegraphenanlagenbau war ein Elektrotechnik-Unternehmen aus den Pioniertagen der Branche mit Sitz im damals selbstständigen Ehrenfeld, das 1888 nach Köln eingemeindet wurde. Verwaltungsgebäude, Produktionshallen und der 44 Meter hohe Heliosturm zählen heute zu den am besten erhaltenen Industriedenkmälern Kölns.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Elektrotechnik-Unternehmen aus den Anfängen der Branche
- Gegründet
- 31. Juli 1884 als Helios AG (aus einer Vorgängerfirma von 1870)
- Standort
- Venloer Straße 387–389, Ehrenfeld
- Belegschaft
- bis zu 2000 Beschäftigte
- Wahrzeichen
- 44 m hoher Heliosturm, ein Pseudo-Leuchtturm ohne Funktion als Seezeichen
- Bilanz
- 23 Elektrizitätswerke und sechs Straßenbahnnetze in Deutschland
Auf dem Werksgelände der Helios AG gab es einen eigenen Test-Rundkurs für elektrische Straßenbahnen, der je nach Bedarf wahlweise mit Wechsel- oder Gleichstrom betrieben werden konnte – ein für die Pionierzeit der Elektrotechnik höchst ungewöhnliches Versuchslabor auf Schienen.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Kölner Orten.
Geschichte
Vorläufer war die 1870 in Ehrenfeld gegründete Gesellschaft für elektrisches Licht und Telegraphenbau Barthel Berghausen und Cie, aus der am 31. Juli 1884 die Helios AG hervorging. Der Standort an der Venloer Straße wurde wegen der Nähe zur Pferdebahn nach Köln und zum Bahnhof Ehrenfeld an der Strecke Köln–Aachen gewählt. Nach abflauender Nachfrage und dem verlustreichen Erwerb der Berliner Bank für elektrische Industrie 1899 wurde das Unternehmen zum Sanierungsfall: 1904 stiegen Siemens und AEG ein, ab 1905 betrieb die AEG die Liquidation. 1930 wurde das Werk endgültig geschlossen.
Was Helios herstellte
Das Werk, benannt nach dem griechischen Sonnengott, baute komplette Elektrizitätswerke mit dem damals neuen Wechselstromsystem, dazu Generatoren, Transformatoren, Glühlampen und Beleuchtungstechnik. Zur Produktpalette gehörten auch Leuchtfeuer und -türme; Helios stattete unter anderem Anlagen auf Borkum, Sylt und Wangerooge sowie die Seesignaltechnik des Nord-Ostsee-Kanals aus. Hinzu kamen elektrische Straßenbahnen, für die es auf dem Werksgelände einen Test-Rundkurs gab, der wahlweise mit Wechsel- oder Gleichstrom betrieben werden konnte. 1903 bis 1906 sowie ab 1923 fertigte Helios zudem Kraftfahrzeuge. 1891 war das Unternehmen mit einem eigenen Messestand auf der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung vertreten.
Der Heliosturm
Der Turm ersetzte drei Jahre nach Inbetriebnahme der Fabrik eine erste Vorführanlage für Leuchtfeuer und diente Versuchen und Demonstrationen. Sein 12 Meter hohes Sockelgebäude im historistischen Stil hat einen quadratischen Grundriss und steht an der nordwestlichen Ecke der großen Werkhalle. Nach dem Ende der Helios AG verfiel der Turm, erhielt 1996 ein neues Lampenhaus und leuchtet seitdem mit schwachem Dauerlicht über Ehrenfeld.
Zeitstrahl
- 1870Gründung der Gesellschaft für elektrisches Licht und Telegraphenbau in Ehrenfeld
- 1882Gründung der Helios AG (laut Wikidata)
- 1884Umgründung zur Helios AG am 31. Juli 1884
- 1888Eingemeindung Ehrenfelds nach Köln
- 1891Messestand auf der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung
- 1899Verlustbringender Erwerb der Berliner Bank für elektrische Industrie
- 1904Siemens und AEG steigen in das Unternehmen ein
- 1905Beginn der Liquidation durch AEG
- 1930Endgültige Schließung der Werke nach Abschluss der Liquidation
- 1996Rekonstruktion des Heliosturms mit neuem Lampenhaus
Galerie
Karte
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Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26





