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© Gordito1869 · CC BY 3.0

St. Cornelius (Köln-Rath/Heumar)

Klassizistisch geprägte Backstein-Saalkirche im Kölner Osten mit verehrter Corneliusstatue und einem achteckigen neuromanischen Turm von 1886.

seit 1835

An der Eiler Straße im Kölner Stadtteil Rath/Heumar steht die römisch-katholische Kirche St. Cornelius, eine von zwei katholischen Kirchen des Viertels. Sie gehört zum Erzbistum Köln und ist heute Teil des Pfarreienverbandes Roncalli am Heumarer Dreieck.

Auf einen Blick

Stadtteil
Rath/Heumar (Köln-Ost), an der Eiler Straße
Bauzeit Kirche
1834/35
Turm
1886, geplant und ausgeführt vom Kölner Architekten Theodor Kremer
Patrozinium
Hl. Cornelius
Konfession
römisch-katholisch, Erzbistum Köln
Gemeinde
Pfarreienverband Roncalli am Heumarer Dreieck
Baustil
klassizistisch geprägte Backstein-Saalkirche, Turm neuromanisch
Wusstest du?

Einer Legende zufolge wurde die Corneliusstatue bei einem Hochwasser im Jahr 1784 angeschwemmt – Rath und Heumar sollen daraufhin durch die Fürsprache des Heiligen von der Flut verschont geblieben sein.

Das kannst du hier erleben

  • Die verehrte Statue des Hl. Cornelius an der Ostwand betrachten
  • Die fünf goldenen Reliefs mit den alttestamentlichen Opferszenen in der Apsis studieren
  • Die Rosenkranzfenster nach dem Entwurf von Bruder Notker entdecken
  • Den achteckigen neuromanischen Turm von Theodor Kremer bewundern
  • Den erhaltenen romanischen Turm der Vorgängerkirche in der Nähe aufsuchen

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Geschichte der Gemeinde

Bereits seit dem 11. Jahrhundert war das Gebiet der heutigen Pfarrei der Pfarre Urbach zugeordnet. Am 10. September 1698 wurde Heumar zur eigenständigen Pfarrei erhoben und dem Deutzer Kloster unterstellt, dessen Abt fortan Mönche als Pfarrer einsetzte. Getragen wurde die Gemeinde vor allem durch Spenden, aus denen unter anderem ein Frühmessfonds für die Besoldung eines Priesters entstand. Nach Auflösung des Deutzer Klosters ernannte ab 1802 der Erzbischof von Köln den Pfarrer. 1833 kam der zuvor zur Pfarre Merheim gehörende Ortsteil Rath hinzu. Die baufällige alte Kirche wurde abgebrochen und 1834/35 durch einen Neubau ersetzt; ein Drittel der Kosten trug der preußische Staat als Lehnsherr. 1953 wurde Rath wieder abgetrennt und zur eigenen Pfarrei erhoben, wobei ihr ein Drittel des Pfarrfonds mitgegeben wurde. Um die Jahrtausendwende schlossen sich Heumar, Rath, Ostheim und Neubrück zum nach Papst Johannes XXIII. benannten Pfarrverband Roncalli zusammen.

© Crmann · CC BY-SA 3.0

Architektur

Die Kirche ist eine Saalkirche aus Backstein mit Satteldach und einer kreisförmigen Apsis; der Bau ist klassizistisch geprägt. Der 1886 errichtete Turm wurde vom Kölner Architekten Theodor Kremer geplant und umgesetzt. Er ist neuromanisch, achteckig und trägt ein verschiefertes Faltdach. Etwa 100 Meter nördlich hat sich zudem der romanische Turm der Vorgängerkirche Alt St. Cornelius erhalten.

© Christopher Hoemann · CC BY-SA 4.0

Ausstattung

An der Ostwand neben der Apsis steht die Statue des Hl. Cornelius, die als Schmuckstück der Kirche gilt; Herkunft und Alter sind unbekannt. Nach der Restaurierung von 1964 erhielt sie einen Platz auf einer Marmorkonsole, bei der Innenraumrenovierung 2016 wurde sie auf die linke Seite versetzt, damit sie nicht in die Fläche eines neu eingebauten Beamers ragt. Im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils schuf der Bildhauer Sepp Hürten in den 1960er Jahren einen massiven Altar aus Aachener Blaustein. Die neu gestaltete Apsis ist mit weißen Blattornamenten versehen; im Scheitel sitzt eine Taube als Symbol des Heiligen Geistes. Vier Pfeiler tragen die geöffnete Apsiswand, dazwischen fünf goldene Reliefs: vier Opferszenen des Alten Testaments (Abel, Noah, Abraham und Melchisedech) sowie in der Mitte das Kreuzesopfer Jesu Christi. An der Nord- und Südwand hängen Gemälde der gekrönten Mutter Gottes und des Hl. Cornelius im päpstlichen Ornat, darunter die Kreuzwegstationen.

© Christopher Hoemann · CC BY-SA 4.0

Fenster

Die ursprünglichen Fenster gingen beim Luftangriff 1942 verloren. Die neuen Fenster wurden am 1. Juli 1956 nach einem Entwurf des Benediktinermönchs Bruder Notker geschaffen; die Witwe Maria Mülhens ließ sie sich von ihrer Firma 4711 zum 75. Geburtstag schenken. Die Fenster der rechten Seite zeigen die glorreichen, die der linken Seite die freudenreichen Geheimnisse des Rosenkranzes. Die enge Verbindung zur Familie Mülhens, die 1909 das Schloss Röttgen bezogen hatte, brachte der Pfarrei zahlreiche weitere Stiftungen ein, darunter die elektrische Orgelanlage, zwei Glocken und der Umbau des kirchlichen Kindergartens.

© Chris06 · Public domain

Verehrung und Wallfahrt

Einer Legende nach soll die Corneliusstatue bei einem Hochwasser 1784 angeschwemmt worden sein, woraufhin Rath und Heumar durch die Fürsprache des Heiligen verschont geblieben seien. 1818 ließ Pfarrer Hieronymus Gymnich eine Reliquie – einen Teil der Schädeldecke – aus dem Kirchenschatz von St. Severin nach Heumar übertragen. Es entstand eine Wallfahrertradition, die dem Ort auch wirtschaftlichen Aufschwung brachte; das Corneliusfest mit Kirmes am 16. September war im rechtsrheinischen Köln wohlbekannt. Für die Reliquie fertigte der Goldschmied H. J. Heppekausen eine rund 20 Zentimeter große Monstranz. In den letzten Jahrzehnten ist es ruhiger geworden: Zum Pfarrpatrozinium findet heute nur noch eine festliche Messe am folgenden Sonntagvorabend statt.

© Chris06 · Public domain

Zeitstrahl

  1. 1698
    Am 10. September wird Heumar zur eigenständigen Pfarrei erhoben und von Urbach abgetrennt.
  2. 1818
    Pfarrer Hieronymus Gymnich lässt eine Cornelius-Reliquie aus St. Severin nach Heumar übertragen.
  3. 1835
    Nach Abbruch der baufälligen alten Kirche wird der neue klassizistische Bau errichtet.
  4. 1886
    Der achteckige neuromanische Turm nach Plänen von Theodor Kremer entsteht.
  5. 1956
    Die von der Firma 4711 gestifteten Rosenkranzfenster werden am 1. Juli eingesetzt.
  6. 1964
    Eine neue Sakristei wird gebaut und die Corneliusstatue restauriert.

Galerie

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© Provinzialverband der Rheinprovinz · Public domain · Commons
© Rod Allday · CC BY-SA 2.0 · Commons

Karte

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Adresse

Eiler Straße 100
51107 Köln

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-06

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