Kreuzkirche
Ehemalige evangelische Kirche unweit des Hauptbahnhofs, heute die Jugendherberge Pathpoint Cologne.
seit 1913
Die Kreuzkirche war eine evangelische Kirche in der nördlichen Kölner Innenstadt, die 2006 aufgegeben und anschließend zu einer Jugendherberge umgebaut wurde. Als Gotteshaus lässt sie sich daher nicht mehr besuchen – wohl aber als Herberge, die einige Spuren ihrer kirchlichen Vergangenheit bewahrt hat.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Ehemalige evangelische Kirche, heute Jugendherberge
- Bauzeit
- 1912–1913 errichtet, eingeweiht am 1. Juni 1913
- Lage
- Ecke Turiner Straße / Machabäerstraße, wenige Minuten nördlich des Hauptbahnhofs
- Baustil
- Neobarock mit neuklassizistischen Einflüssen
- Architekt
- Arthur Eberhard (Gemeindebaumeister)
- Bauherr
- Evangelische Gemeinde Köln
- Besonderheit
- Von außen kaum als Kirche erkennbar; besaß nie eine Glocke
- Heute
- Jugendherberge Pathpoint Cologne (seit 2010)
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Geschichte
Während die Protestanten im Süden der Altstadt seit 1860 die Trinitatiskirche hatten, wuchs die Bevölkerung im nördlichen Teil der Innenstadt stark an, sodass die evangelische Gemeinde dort ein weiteres Gotteshaus benötigte. 1911 erwarb sie den westlichen Teil der früheren Machabäer-Kaserne, die ihrerseits auf dem Gelände eines 1616 eingeweihten und 1802 unter französischer Besatzung aufgehobenen Kapuzinerklosters stand. Das schmale, aber tiefe Grundstück bot Raum für zahlreiche Gemeinderäume.
Der Bau begann 1912, die Einweihung folgte 1913 – zunächst unter dem Namen Kreuzkapelle. Der Name erinnerte an ein 1615 vor dem Kloster aufgestelltes Steinkreuz sowie an eine kleine Kreuzkapelle, die seit 1618 im Kloster bestand.
Krieg und Wiederaufbau
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche bei Luftangriffen 1942 und 1944 schwer beschädigt, doch Fassade und Emporen blieben weitgehend erhalten. Schon 1945 richtete man unter den Emporen einen behelfsmäßigen Gottesdienstraum ein. Ab 1950 baute die Gemeinde das Gebäude hinter der erhaltenen Fassade in schlichter, zeitgemäßer Form wieder auf. Die Wiedereinweihung 1951 machte die Kreuzkirche zum ersten evangelischen Kirchenneubau Kölns nach dem Krieg. Im Jahr darauf erhielt sie eine kleine Orgel von Willi Peter.
Die Brandmauer und Rembrandt
Durch die Zerstörung der Nachbarhäuser lag die westliche Wand der Kirche frei und blieb als kahle Brandmauer stehen, während nebenan in den 1950er-Jahren die Nord-Süd-Fahrt entstand. Die historische Fassade zur Machabäerstraße wurde 1982 unter Denkmalschutz gestellt. Nach einem Wettbewerb 1986/87 gestaltete eine Künstlerinnengruppe die Brandmauer nach einem Ausschnitt aus Rembrandts Radierung „Die drei Kreuze“ (1653); das zentrale Kreuz an der Wand ragte über fünf Meter hoch auf.
Schließung und heutige Nutzung
1990 wurde das Innere umgestaltet und der Eingang an seine ursprüngliche Stelle in der Gebäudemitte zurückverlegt; 2001 kam eine neue Orgel von Wieland Rühle hinzu. Wachsender Sparzwang führte dazu, dass das Presbyterium 2005 die Schließung beschloss – der letzte Gottesdienst fand am 31. Dezember 2006 statt. Es war die zweite Kirchenschließung in der Geschichte der Gemeinde.
Wegen der günstigen Lage nur rund 650 Meter vom Dom entfernt kaufte das Deutsche Jugendherbergswerk das Anwesen und baute es 2009–2010 für 3,6 Millionen Euro behutsam zur Jugendherberge Pathpoint Cologne um, die am 7. Juli 2010 eröffnete. Manches, was an die frühere kirchliche Nutzung erinnert, blieb dabei erhalten.
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