Gedenkort Deportationslager Köln-Müngersdorf
Frei zugänglicher Gedenkort im Äußeren Grüngürtel, der seit 2020 an das NS-Sammellager erinnert, von dem aus rund 3.500 jüdische Menschen aus Köln deportiert wurden. Im Zentrum steht die begehbare Wegeanlage mit der Skulptur „Wall“ von Simon Ungers.
seit 2020
Am Walter-Binder-Weg westlich von Alt-Müngersdorf erinnert seit 2020 ein Gedenkort an das Deportationslager Köln-Müngersdorf. An dem frei zugänglichen Ort verbindet ein 280 Meter langer „Weg des Gedenkens“ die Skulptur „Wall“ von Simon Ungers mit drei Informationstafeln zur Geschichte des Lagers.
Auf einen Blick
- Standort
- Walter-Binder-Weg, westlich von Alt-Müngersdorf (Äußerer Grüngürtel), Köln
- Art
- Gedenk- und Erinnerungsort zur NS-Zeit, frei zugänglich
- Eingerichtet
- 2020, auf Initiative des Bürgervereins Köln-Müngersdorf (Ratsbeschluss 19. November 2018)
- Skulptur
- „Wall“ – 19 Meter lang, 4 Meter hoch
- Künstler
- Simon Ungers (1957–2006)
- Weg des Gedenkens
- 280 Meter lang, aus roten Ziegeln – dem Baumaterial des früheren Fort V
- Historischer Ort
- Sammellager von Oktober 1941 bis März 1945
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Geschichte des Lagers
Von Oktober 1941 bis März 1945 diente das Gelände als Sammellager, in dem die Kölner Gestapo und die Stadtverwaltung jüdische Menschen aus Köln und Umgebung zusammenpferchten, bevor sie in Ghettos und Vernichtungslager im besetzten Osteuropa verschleppt wurden. Das Lager bestand aus zwei Bereichen: dem ehemaligen Fort V des äußeren Festungsrings und einem etwa 250 Meter entfernten Barackenlager, dessen Bau die jüdische Gemeinde selbst bezahlen musste. Die Menschen lebten dort unter erbärmlichen hygienischen Bedingungen, in unbeheizten Baracken und ohne fließendes Wasser.
Die ersten Deportationszüge verließen Köln im Mai 1942. Bis Anfang 1943 wurden die meisten Insassen zunächst in das Ghetto Theresienstadt und von dort in die Vernichtungslager Bełżec, Sobibor und Treblinka gebracht; weitere Menschen wurden nach Maly Trostinez bei Minsk sowie nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet. Nur wenige überlebten. In den Jahren 1943 und 1944 nutzte man das Barackenlager zur Unterbringung ausländischer Zwangsarbeiter. Ab September 1944 internierte die Gestapo hier rund 1.000 Menschen, die in sogenannten „Mischehen“ lebten, sowie deren Angehörige, und ab Oktober 1944 diente das Fort V als Arbeitserziehungslager. Wenige Tage vor dem Einmarsch amerikanischer Truppen wurde das Lager Anfang März 1945 aufgelöst.
Der Gedenkort heute
Nach 1945 wurde das Barackenlager eingeebnet und mit der Kleingartenanlage Waldfriede überbaut; die verbliebenen Gebäude des Fort V fielen 1962 dem Abriss zum Opfer. An der Wegeführung lassen sich Struktur und Ausdehnung des Lagers bis heute ablesen. Bereits 1981 erinnerte eine Gedenktafel auf einem Findling an das Geschehen.
Der 2020 eröffnete Gedenkort macht den historischen Ort erfahrbar: Mittelpunkt ist die im Januar 2020 aufgestellte Skulptur „Wall“ des Kölner Künstlers Simon Ungers, 19 Meter lang und 4 Meter hoch. Drei Gedenksteine mit Informationstafeln erläutern die Geschichte des Lagers und sind über den 280 Meter langen „Weg des Gedenkens“ aus roten Ziegeln miteinander verbunden – bewusst gewählt als das Material, aus dem einst das Fort V gebaut war.
Zahlen und Fakten
Nach Schätzungen wurden insgesamt etwa 3.500 Menschen von Müngersdorf aus deportiert; diese Zahl steht auch auf der Gedenktafel am Fort V. Die Angaben schwanken je nach Quelle zwischen 2.500 und rund 5.000. Wie viele Menschen im Umfeld des Lagers starben, ermordet wurden oder aus Verzweiflung ihr Leben nahmen, lässt sich nicht sicher beziffern.
Galerie
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Adresse
Walter-Binder-Weg
50933 Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-14
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