Festungsring Köln
Preußischer Doppelring um Köln, nach 1919 geschleift – auf seinen Rayons entstand ab 1924 der Kölner Grüngürtel.
In Köln lassen sich Reste von vier Befestigungssystemen finden: der römischen und der mittelalterlichen Stadtmauer sowie des inneren und des äußeren preußischen Gürtels. Die beiden preußischen Ringe entstanden, nachdem die Stadt 1815 unter preußische Verwaltung gekommen war.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- doppelter preußischer Festungsring
- Lage
- rund um Köln, links- und rechtsrheinisch
- Ausbau
- Befestigungsring 1870–1914
- Anlagen
- 177 Werke im äußeren Ring nach der Erweiterung
- Bewaffnung
- 450 Geschütze mit Kalibern von 3,7 cm bis 21,0 cm
- Schleifung
- nach 1919 aufgrund des Versailler Vertrags
- Heute
- Teil des Kölner Grüngürtels, verbunden durch die Militärringstraße
Die Militärringstraße, die die Forts des äußeren Festungsrings verbindet, ist mit rund 21 km die längste Straße Kölns.
Ausbau der Festung
Zwischen 1882 und 1891 entstand linksrheinisch eine Umwallung um die Neustadt, in die einige Forts des inneren Gürtels einbezogen wurden: Fort I, IX, X und XI. Ab den 1880er Jahren wurde die Ringstraße der Neustadt auf den Bastionen angelegt. Als Antwort auf die Brisanzgranate setzte man im Festungsbau auf Beton, Stahlbeton und Stahlpanzerungen; von 1905 bis 1914 kamen deshalb vor dem äußeren Ring betonierte Unterstände hinzu. Für den Kriegsfall waren 50.000 Soldaten und 6000 Pferde vorgesehen, dazu kamen 120 fest installierte und 280 bewegliche Scheinwerfer.
Vom Festungsgürtel zum Grüngürtel
Der Versailler Vertrag verpflichtete Deutschland, alle Befestigungen beiderseits des Rheins zu beseitigen. Dass dennoch verschiedene Anlagen bestehen blieben, geht auf den damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer zurück. Ab 1924 wurden die Festungsrayons im Zuge von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zum Kölner Grüngürtel umgestaltet. Die Gräben der Forts schüttete man meist zu, die Bauten der Kehle blieben dagegen frei zugänglich.
Die Ringe im heutigen Stadtbild
Linksrheinisch verbindet die Militärringstraße die Forts des äußeren Rings; mit rund 21 km ist sie die längste Straße Kölns und verläuft überwiegend durch parkähnliche Landschaft. Auf dem Rayon des inneren Rings führt der Straßenzug Innere Kanalstraße, Universitätsstraße, Weißhausstraße durch viel Grün. Rechtsrheinisch erinnern Namen wie Gremberger Ring, Buchheimer Ring oder Stammheimer Ring an den Militärring; am Abschnitt Stammheimer Ring liegen Fort XII und Zwischenwerk XV. Die Forts befinden sich in unterschiedlichem Zustand: Einige werden von Vereinen genutzt, andere sind zugemauert und dienen Fledermäusen als Quartier.
Wissenswertes
Auf der Landseite sind heute keine preußischen Bauteile mehr erhalten, sondern nur mittelalterliche: Bottmühle, Severinstor, Ulrepforte, Hahnentor, Eigelsteintor sowie Mauerstücke am Sachsenring und am Hansaring. Von den sechs nummerierten Kriegspulvermagazinen, etwa am Kartäuserwall, Gereonswall und Thürmchenswall, sind keine Spuren mehr zu sehen. Auf mehreren ihrer Grundstücke entstanden später Schulen, darunter das Humboldt-Gymnasium und das Dreikönigsgymnasium, dessen Gebäude seit 1977 die Musikhochschule nutzt. Ein weiteres Pulvermagazin wurde 1828/29 in Deutz an der Schaurtestraße errichtet.
Zeitstrahl
- 1815Beginn der preußischen Verwaltung Kölns
- 1816–1854Ausbau und Umbau der mittelalterlichen Befestigungsanlage
- 1870–1914Ausbau des Befestigungsrings unter Preußen
- 1882–1891Bau der linksrheinischen Umwallung um die Neustadt
- 1905–1914Bau betonierter Unterstände vor dem äußeren Festungsring
- nach 1919Schleifung der Festungsanlagen gemäß Versailler Vertrag
- 1924Beginn der Umgestaltung der Festungsrayons zum Kölner Grüngürtel
- 1925Voraussichtliches Ende der Schleifungsarbeiten
Galerie
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