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© Pappnaas666 · CC BY-SA 3.0

Festungsring Köln

Preußischer Doppelring um Köln, nach 1919 geschleift – auf seinen Rayons entstand ab 1924 der Kölner Grüngürtel.

Outdoor Kostenlos Eintritt frei

In Köln lassen sich Reste von vier Befestigungssystemen finden: der römischen und der mittelalterlichen Stadtmauer sowie des inneren und des äußeren preußischen Gürtels. Die beiden preußischen Ringe entstanden, nachdem die Stadt 1815 unter preußische Verwaltung gekommen war.

Auf einen Blick

Art
doppelter preußischer Festungsring
Lage
rund um Köln, links- und rechtsrheinisch
Ausbau
Befestigungsring 1870–1914
Anlagen
177 Werke im äußeren Ring nach der Erweiterung
Bewaffnung
450 Geschütze mit Kalibern von 3,7 cm bis 21,0 cm
Schleifung
nach 1919 aufgrund des Versailler Vertrags
Heute
Teil des Kölner Grüngürtels, verbunden durch die Militärringstraße
Wusstest du?

Die Militärringstraße, die die Forts des äußeren Festungsrings verbindet, ist mit rund 21 km die längste Straße Kölns.

Ausbau der Festung

Zwischen 1882 und 1891 entstand linksrheinisch eine Umwallung um die Neustadt, in die einige Forts des inneren Gürtels einbezogen wurden: Fort I, IX, X und XI. Ab den 1880er Jahren wurde die Ringstraße der Neustadt auf den Bastionen angelegt. Als Antwort auf die Brisanzgranate setzte man im Festungsbau auf Beton, Stahlbeton und Stahlpanzerungen; von 1905 bis 1914 kamen deshalb vor dem äußeren Ring betonierte Unterstände hinzu. Für den Kriegsfall waren 50.000 Soldaten und 6000 Pferde vorgesehen, dazu kamen 120 fest installierte und 280 bewegliche Scheinwerfer.

© Michael Musto · CC BY-SA 4.0

Vom Festungsgürtel zum Grüngürtel

Der Versailler Vertrag verpflichtete Deutschland, alle Befestigungen beiderseits des Rheins zu beseitigen. Dass dennoch verschiedene Anlagen bestehen blieben, geht auf den damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer zurück. Ab 1924 wurden die Festungsrayons im Zuge von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zum Kölner Grüngürtel umgestaltet. Die Gräben der Forts schüttete man meist zu, die Bauten der Kehle blieben dagegen frei zugänglich.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY-SA 4.0

Die Ringe im heutigen Stadtbild

Linksrheinisch verbindet die Militärringstraße die Forts des äußeren Rings; mit rund 21 km ist sie die längste Straße Kölns und verläuft überwiegend durch parkähnliche Landschaft. Auf dem Rayon des inneren Rings führt der Straßenzug Innere Kanalstraße, Universitätsstraße, Weißhausstraße durch viel Grün. Rechtsrheinisch erinnern Namen wie Gremberger Ring, Buchheimer Ring oder Stammheimer Ring an den Militärring; am Abschnitt Stammheimer Ring liegen Fort XII und Zwischenwerk XV. Die Forts befinden sich in unterschiedlichem Zustand: Einige werden von Vereinen genutzt, andere sind zugemauert und dienen Fledermäusen als Quartier.

© Willy Horsch · CC BY 2.5

Wissenswertes

Auf der Landseite sind heute keine preußischen Bauteile mehr erhalten, sondern nur mittelalterliche: Bottmühle, Severinstor, Ulrepforte, Hahnentor, Eigelsteintor sowie Mauerstücke am Sachsenring und am Hansaring. Von den sechs nummerierten Kriegspulvermagazinen, etwa am Kartäuserwall, Gereonswall und Thürmchenswall, sind keine Spuren mehr zu sehen. Auf mehreren ihrer Grundstücke entstanden später Schulen, darunter das Humboldt-Gymnasium und das Dreikönigsgymnasium, dessen Gebäude seit 1977 die Musikhochschule nutzt. Ein weiteres Pulvermagazin wurde 1828/29 in Deutz an der Schaurtestraße errichtet.

© Pappnaas666 · CC BY-SA 3.0

Zeitstrahl

  1. 1815
    Beginn der preußischen Verwaltung Kölns
  2. 1816–1854
    Ausbau und Umbau der mittelalterlichen Befestigungsanlage
  3. 1870–1914
    Ausbau des Befestigungsrings unter Preußen
  4. 1882–1891
    Bau der linksrheinischen Umwallung um die Neustadt
  5. 1905–1914
    Bau betonierter Unterstände vor dem äußeren Festungsring
  6. nach 1919
    Schleifung der Festungsanlagen gemäß Versailler Vertrag
  7. 1924
    Beginn der Umgestaltung der Festungsrayons zum Kölner Grüngürtel
  8. 1925
    Voraussichtliches Ende der Schleifungsarbeiten

Galerie

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© Powidl 13:25, 25. Nov. 2007 (CET) · Public domain · Commons
© Autor/-in unbekannt Unknown author · Public domain · Commons
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© Markus Schweiss · CC BY-SA 3.0 · Commons
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-26

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