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© Asperatus · CC BY-SA 4.0

Kapelle Madonna im Grünen

Sechseckige Marienkapelle in Köln-Weidenpesch mit der Eichenholz-Madonna „Madonna im Grünen", gestiftet aus Dank fürs unbeschadete Überstehen des Krieges.

Die Kapelle steht am Ort einer im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stephanuskirche, deren alte Feldbrandsteine beim Neubau wiederverwendet wurden.

Auf einen Blick

Art
Römisch-katholische Kapelle
Lage
Stadtteil Weidenpesch, Stadtbezirk Nippes (linksrheinisches Köln)
Bauzeit
1953 bis 1954
Einsegnung
4. Dezember 1954 durch Weihbischof Wilhelm Cleven
Grundriss
Sechseckige Grundfläche mit abgeschlepptem Schieferdach und Dachreiter
Besonderheit
Gekrönte Madonnenstatue „Madonna im Grünen"
Denkmalschutz
Seit 12. September 1995 als Baudenkmal eingetragen (Nr. 7648)
Wusstest du?

Die Kapelle wurde 1953/54 aus den alten Feldbrandsteinen der im Krieg zerstörten Stephanuskirche errichtet, die zuvor jahrhundertelang an derselben Stelle gestanden hatte.

Vorgeschichte

Bereits im 13. Jahrhundert stand an diesem Platz eine dem heiligen Stephanus geweihte Kirche. Wegen Baufälligkeit wurde sie 1860 abgerissen und 1862 durch einen Nachfolgebau ersetzt. Diese zweite Stephanuskirche versah bis in die 1930er Jahre den Pfarrdienst für ganz Mauenheim, ehe sie im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Stiftung

Nach dem Krieg erweiterte der Unternehmer Thomas Carl Tromm seine Fabrikationsstätten für Wachs-Rohstoffe in Weidenpesch. Aus Dankbarkeit, dass Familie und Unternehmen den Krieg unbeschadet überstanden hatten, machte er der Kirchengemeinde ein Geschenk. Angeregt vom befreundeten Pfarrer Fürtjes ließ er am Ort der zerstörten Stephanuskirche eine Marienkapelle errichten; die Pläne lieferte sein Sohn Carl Tromm.

Architektur

Der nach Osten ausgerichtete Saalbau schließt gerade zum Chor ab, an den Längsseiten des Sechsecks fügen sich im Westen und Osten rechteckige Querjoche an. Die Glocke im Dachreiter stammt vom Glockengießermeister Engelbert Gebhard aus Kempten im Allgäu.

Madonnenstatue

Aus Anlass des 100. Jahrestages des Dogmas von der unbefleckten Empfängnis Mariä und des 40. Jahrestages der Erscheinung von Fátima ließ Kardinal Frings eine gekrönte Madonnenfigur mit Jesuskind und ausgebreitetem Mantel aus Eichenholz schnitzen. Im Marianischen Jahr 1954 wurde sie durch die Kölner Kirchengemeinden getragen. Am 8. Dezember 1954, dem Fest Maria Empfängnis und Hochfest des Kölner Doms, kam die Figur in die Domkirche und wurde einige Monate nach der Einsegnung in der Kapelle aufgestellt.

Weitere Ausstattung

Bleiglasfenster, Türen, innere Gitter, Tabernakel und Kerzenleuchter fertigte der Schlossermeister Hloch. Die Kathedralglas-Fenster von 1954 zeigen Ornamente mit Kreuzsymbolen, sind Werke von Thomas Carl Tromm und orientieren sich am Entwurf der Fenster der Kirche Heilig Kreuz. Die Bilder mit dem Lebensweg Jesu stammen aus Bayern und wurden von den Farbwerken Hoechst gestiftet. Die Figuren der Madonna, des heiligen Stephanus und des Apostels Thomas wurden in Kevelaer entworfen und geschnitzt.

Heutige Nutzung

Nach der Fertigstellung dienten Marienandachten, Hochzeiten, Jubiläen und Taufen als Anlässe. Nach mehrfachen Beschädigungen durch Einbrüche ist die Kapelle heute nicht mehr regelmäßig geöffnet.

Zeitstrahl

  1. 13. Jahrhundert
    Stephanuskirche am heutigen Standort errichtet
  2. 1860
    Erste Stephanuskirche wegen Baufälligkeit abgerissen
  3. 1862
    Zweite Stephanuskirche errichtet
  4. 1953–1954
    Bau der Kapelle Madonna im Grünen aus Feldbrandsteinen der zerstörten Stephanuskirche
  5. 4. Dezember 1954
    Kapelle fertiggestellt und durch Weihbischof Cleven eingesegnet
  6. 8. Dezember 1954
    Madonnenstatue in den Kölner Dom getragen und später in der Kapelle aufgestellt
  7. 12. September 1995
    Eintragung in die Denkmalliste unter Nummer 7648

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-01

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