Germania Judaica
Europas umfangreichste Fachbibliothek zur Geschichte des deutschsprachigen Judentums — 1959 in Köln mit dabei: Heinrich Böll.
Die Germania Judaica widmet sich als wissenschaftliche Fachbibliothek der Geschichte des deutschsprachigen Judentums. Kölner Bürgerinnen und Bürger riefen sie 1959 als Verein ins Leben; ihre Sammlung gilt als die umfangreichste ihrer Art in Deutschland und Europa.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Wissenschaftliche Spezialbibliothek (eingetragener Verein)
- Gegründet
- 1959
- Lage
- Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt
- Untergebracht
- seit 1979 in der Zentralbibliothek der Stadt Köln
- Bestand
- etwa 85.000 Bände und rund 500 Zeitungen
- Schwerpunkt
- Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums
- Träger
- Stadt Köln, Mitgliedsbeiträge und private Spenden
- Eignung
- Forschung und Lektüre für Leser aus dem In- und Ausland
Die Bibliothek wurde 1959 mit gerade einmal 180 Druckwerken gegründet – und wuchs seither auf rund 90.000 Bände zur größten Spezialsammlung zur Geschichte des deutschsprachigen Judentums in ganz Europa.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Kölner Orten.
Geschichte
Auslöser war ein Besuch Martin Bubers 1958. Buber empfahl, eine Sache angemessen darzustellen, anstatt den Antisemitismus zu bekämpfen — diese Haltung machte sich die Bibliothek zu eigen. Zum Kreis der Gründer zählten 1959 die Schriftsteller Heinrich Böll und Paul Schallück, der Journalist Wilhelm Unger, der Verleger Ernst Brücher, Kölns Kulturdezernent Kurt Hackenberg und der Buchhändler Karl Keller, hinzu kam später Klaus von Dohnanyi. Ihr gemeinsames Anliegen: Unwissen schaffe Vorurteile. Als Ende 1959 die Kölner Synagoge geschändet wurde, gab das dem Vorhaben zusätzlichen Rückhalt.
Vom kleinen Bestand zur Spezialbibliothek
Lediglich 180 Druckwerke bildeten den Anfangsbestand; ihr erster Standort war das Hansahochhaus. 1979 zog die Bibliothek in die Zentralbibliothek der Stadt Köln, die sie auch verwaltet. Rund 45.000 Bände sind frei zugänglich aufgestellt, eine vergleichbare Zahl lagert im Magazin.
Sammlung und Themen
Im Mittelpunkt steht Literatur zur Geschichte der Juden in Deutschland seit der Frühen Neuzeit, besonders zur Lokal- und Regionalgeschichte. Daneben deckt die Bibliothek die allgemeine jüdische Geschichte und Kultur ab, ebenso Zionismus sowie Palästina und Israel, den Antisemitismus und das Bild der Juden in Literatur und Film. Über 500 deutsch-jüdische Zeitungen und Zeitschriften ergänzen den Bestand.
Aufgabe und Arbeit
Die Einrichtung will Wissen weitergeben und Vorurteilen begegnen. Im Dreijahresrhythmus erscheint in ihren „Arbeitsinformationen“ eine Bestandsaufnahme zur aktuellen Forschung über die Geschichte des deutschen Judentums und des Antisemitismus. Nicht zu verwechseln ist sie mit dem gleichnamigen Forschungs- und Publikationsprojekt, das seit 1903 jüdische Ansiedlungen im deutschen Reich dokumentiert.
Zeitstrahl
- 1958Martin Buber besucht Köln, gibt Impuls zur Bibliotheksgründung
- 1959Gründung der Germania Judaica als eingetragener Verein
- 1959Schändung der Kölner Synagoge bekräftigt Notwendigkeit der Bibliothek
- 1960Jutta Bohnke-Kollwitz beginnt als zweite Geschäftsführerin
- 1970erInstitutionelle Förderung durch Stadt Köln und Land NRW beginnt
- 1979Umzug in die Räume der Stadtbibliothek Köln am Neumarkt
- 1984Monika Richarz übernimmt die Leitung
- 1993Annette Haller übernimmt die Leitung (bis 2017)
- 2006Land NRW zieht sich aus der Förderung zurück
- 2018Ursula Reuter wird neue Geschäftsführerin (ab April)
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
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Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26


