Kunibertsturm
Rest einer mittelalterlichen Torburg am Nordende der Kölner Stadtmauer, deren kleiner Rundturm Weckschnapp bis heute erhalten ist.
Die Stadt ließ die Torburg, zu der der Turm gehörte, selbst errichten. Nach der Einnahme Kölns im Jahr 1261 baute Erzbischof Engelbert sie zu einer Zwingburg aus.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- ursprünglich Wehrturm einer mittelalterlichen Torburganlage
- Weiterer Name
- Riehlerturm
- Lage
- nördliches Ende der Kölner Stadtmauer, Stadtteil Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Erste Belege
- um 1233, im Jahr 1244 als „nova turris“
- Baumaterial
- fast ausschließlich Säulenbasalt mit Tuffsteinzwickeln
- Vorwerke
- zwei
Im Kunibertsturm wurden Gefangene in gewölbten Kerkerräumen nicht nur eingesperrt, sondern laut einer Visitation von 1592 auch auf dem sogenannten Marterstuhl peinlich verhört.
Zwischen Erzbischof und Bürgern
Engelbert legte besonderen Wert auf die beiden Torburgen am Rheinufer, darunter die „Kunibertsburg zu Riehle“. Für den Ausbau beider Uferbefestigungen wendete er 6000 Mark auf. Schon 1262 erstürmten aufständische Bürger die Anlagen und brachen sie; nur die Türme blieben stehen. Wie der Bayenturm am südlichen Ende der Ringmauer war der Kunibertsturm danach ein Torso der früheren Torburg.
Die Ark am Rhein
Die Wikipedia-Quelle beschreibt die Ark an zwei Stellen unterschiedlich: einmal als mit dem Turm verbundenen Wehrgang, der vor 1370 entstand und auf Pfeilern über den Leinpfad in den Strom zu einem Wachthaus reichte, an anderer Stelle als massiven rechteckigen Wachturm im Rhein, errichtet um 1371 zeitgleich mit der Ark des Bayenturms. Der Zugang zu ihr und der Verkehr auf dem Leinpfad führten durch eine Bogenöffnung im Vorwerk an der Nordseite des Turms. Der Eisgang im Winter 1784 zerstörte die Ark zum großen Teil. Reste sollen noch bis in die Franzosenzeit bestanden haben.
Haft und Verhör
Ein Visitationsbericht von 1592 nennt gewölbte Gefängnisräume, in denen auch peinliche Verhöre im Marterstuhl stattfanden. Ein Protokoll vom Mai 1709 verzeichnet für den Kunibertsturm drei gewölbte Gefängnisräume.
Die Weckschnapp
Das zweite Vorwerk führte über eine Mauer mit Zinnen zu einem kleinen runden Warttürmchen, das zusammen mit ihm entstand und seit 1446 als „nuwer ronder Torn“ bezeugt ist. Es misst außen 6 Meter im Durchmesser und ist rund 17,30 Meter hoch. Sein Mauerwerk vom Ende des 14. Jahrhunderts bestand wie bei anderen städtischen Mühlentürmen, etwa der Gereonsmühle, aus regelmäßig wechselnden Lagen von Säulenbasalt und Tuffstein. Das Untergeschoss mit Kuppelgewölbe war früher nur durch eine Luke von oben erreichbar. Von den drei Obergeschossen mit Schießscharten in rundbogigen Nischen hatte das erste ein flaches Ziegelgewölbe und den Zugang zum äußeren Wehrgang, das zweite eine Balkenlage als Decke, das dritte ein Kuppelgewölbe. Die Plattform trägt wie früher einen Zinnenkranz, der wie beim Bayenturm leicht auskragend über einem Bogenfries mit Kleeblattbögen auf Konsolen ruht.
Erhalt und Instandsetzung
Anders als die übrige Torburg wurde das Türmchen nicht niedergelegt. Die Stadt erwarb es 1891. Nach einem Entwurf von Josef Stübben und unter der Leitung „Sesterhenns“ wurde es 1898 für 15.000 Mark instand gesetzt.
Zeitstrahl
- um 1233Erste urkundliche Erwähnung als Torburganlage
- 1244Erwähnung als „nova turris“ in den Quellen
- 1261Umfangreicher Ausbau zur Zwingburg nach Einnahme durch Erzbischof Engelbert
- 1262Erstürmung und teilweiser Abbruch der Torburg bei Bürgeraufständen
- vor 1370Bau der Ark, eines Wehrgangs mit Wachthaus über dem Leinpfad
- um 1371Bau der Ark gleichzeitig mit der des Bayenturms
- 1446Erste Erwähnung des Weckschnapp-Türmchens als „nuwer ronder Torn“
- 1592Visitation berichtet von gewölbten Gefängnisräumen im Turm
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