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© Dirk Ingo Franke · CC BY-SA 3.0

TÜV Rheinland

Unabhängiger Prüfdienstleister, 1872 aus der Dampfkessel-Überwachung hervorgegangen — Zentrale im 114 m hohen Hochhaus Am Grauen Stein in Köln.

Der TÜV Rheinland zählt zu den unabhängigen, weltweit aktiven Prüfdienstleistern und hat seinen Sitz in Köln. Seine Tätigkeitsfelder sind Sicherheit, Effizienz und Qualität; seinen Ursprung verdankt das Unternehmen einem Verein, der im 19. Jahrhundert Dampfkessel überwachte.

Auf einen Blick

Art
Technische Prüforganisation
Sitz
Köln-Poll
Ursprung
1872 als Dampfkessel-Überwachungsverein
Zentrale
Hochhaus Am Grauen Stein, 114 m hoch, bezogen 1974
Architekt
Helmut Hentrich
Mitarbeiter
28.550 (2025)
Präsenz
auf allen Kontinenten mit eigenen Gesellschaften
Wusstest du?

Der TÜV Rheinland geht auf Dampfkessel-Explosionen in der Industriegesellschaft des 19. Jahrhunderts zurück: Kölner Unternehmer gründeten 1872 in Eigeninitiative einen Überwachungsverein – und ab 1900 nahm dieselbe Organisation bereits Führerscheinprüfungen für die ersten Kraftfahrzeuge ab.

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Kölner Orten.

Ursprünge

Als die industrielle Revolution die Dampfmaschine in die Fabriken brachte, versagten manche Dampfkessel unter der Last, was Explosionen mit Toten und Verletzten zur Folge hatte. Um solche Gefahren durch technische Kontrolle einzudämmen, riefen Unternehmer am 31. Oktober 1872 unter Leitung des Tuchfabrikanten Gustav Schlieper jun. den „Verein zur Überwachung der Dampfkessel in den Kreisen Elberfeld und Barmen“ ins Leben. Bald folgten weitere Vereine im Rheinland, denen das Deutsche Kaiserreich hoheitliche Sicherheitsinspektionen übertrug.

© CEphoto, Uwe Aranas · CC BY-SA 3.0

Vom Dampfkessel zum Automobil

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann in Deutschland die Motorisierung. Schon ab 1900 nahm der Rheinische Dampfkesselüberwachungsverein die ersten Kraftfahrzeuge unter die Lupe und führte Führerscheinprüfungen durch. Aus dem Rheinischen Verein ging 1936 der „Technische Überwachungsverein Köln“ hervor, kurz TÜV Köln. Die Erlaubnis zur Abnahme von Fahrerlaubnisprüfungen ging 1940 an Ingenieure des NSKK über; erst ab 1950 lag sie wieder beim TÜV.

© CEphoto, Uwe Aranas · CC BY-SA 3.0

Weg zum TÜV Rheinland

Zu Beginn der 1960er Jahre beschäftigte der TÜV Köln 600 Menschen an sechs Standorten im Rheinland und trug ab 1962 den Namen „TÜV Rheinland e. V.“. Unter Albert Kuhlmann an der Spitze dehnte sich das Unternehmen zunächst national und kurz darauf international aus; 1970 entstand die erste Tochtergesellschaft im Ausland. Für die Steuerung der operativen Gesellschaften entstand 1993 die TÜV Rheinland AG.

Die Zentrale Am Grauen Stein

Im Kölner Stadtteil Poll fiel 1970 der Startschuss für den Neubau der Firmenzentrale Am Grauen Stein. Entworfen vom Architekten Helmut Hentrich, misst das Hochhaus 114 Meter und wurde 1974 bezogen.

Zeitstrahl

  1. 1872
    Gründung des Dampfkesselüberwachungsvereins Elberfeld-Barmen (31. Oktober)
  2. 1877
    80 Betreiber gründen den Rheinischen DÜV Cöln-Düsseldorf (1. April)
  3. 1900
    DÜV beginnt mit Kontrolle der ersten Kraftfahrzeuge und Führerscheinprüfungen
  4. 1936
    Umbenennung in „Technische Überwachungsverein Köln" (TÜV Köln)
  5. 1962
    Umbenennung in „TÜV Rheinland e. V." nach Wachstum auf 600 Mitarbeiter
  6. 1970
    Erste Auslands-Tochtergesellschaft; Baubeginn der Zentrale Am Grauen Stein (Köln-Poll)
  7. 1993
    Gründung der TÜV Rheinland AG zur Steuerung der operativen Gesellschaften
  8. 2012
    Erstmals mehr Umsatz außerhalb Deutschlands als in Deutschland erzielt

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27