Besteckmuseum Glaub
Kölner Spezialmuseum (1951–1995) mit vermutlich einer der weltweit umfangreichsten Bestecksammlungen — vom Steinzeitmesser bis zur Gegenwart.
Hinter dem Museum stand der Sammler und Besteckhändler Bodo Glaub, der 1951 in Köln ein Spezialgeschäft ausschließlich für Bestecke eröffnete.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- kulturgeschichtliches Spezialmuseum (Sammlung Bodo Glaub)
- Bestand
- über 1200 Exponate (Stand 1987) aus europäischen und außereuropäischen Ländern
- Zeitspanne
- von Steinzeitmessern bis zu modernen Bestecken, Schwerpunkt 16. bis 18. Jahrhundert
- Bestand
- einziges private Besteckmuseum
- Lage
- Köln, Stadtteil Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Zeitraum
- von 1951 bis 1995 in Betrieb
Bodo Glaub, Gründer des Museums, trat 1957 im Kölner Karneval als Jungfrau „Bodi" im berühmten Kölner Dreigestirn auf – eine ungewöhnliche Doppelrolle für den Besteckhändler und -sammler.
Die Sammlung
Die Bestände stammten aus europäischen wie außereuropäischen Ländern und reichten von den frühesten Messern der Steinzeit bis zu Bestecken der Gegenwart. Ein Schwerpunkt lag auf dem 16. bis 18. Jahrhundert. Die Exponate wurden in wechselnden Themenausstellungen gezeigt, zu denen bis in die 1990er Jahre jeweils ein Kurzkatalog erschien. Die Themen reichten von Fisch- und Kinderbestecken über Reisebestecke bis zu Bestecken im Jugendstil.
Der Sammler
Bodo Glaub wurde 1925 in Bonn geboren und wuchs in Köln auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnete er sein Geschäft, das nach seinen Angaben europaweit ausschließlich Bestecke führte. Daneben war er als Kunstsammler und Galerist tätig und im Kölner Karneval aktiv, unter anderem 1957 als Jungfrau „Bodi“ im Dreigestirn. Er starb am 12. Juni 1995.
Ende und Nachleben
Ein für Glaub negativ ausgegangener Rechtsstreit mit den Finanzbehörden führte 1991 zur Versteigerung der Sammlung. Ein Teil davon ging an das Deutsche Klingenmuseum in Solingen, nur ein kleiner Teil verblieb im Nachfolgeunternehmen. Mit dem Tod Glaubs endete 1995 der Museumsbetrieb. Das Besteckhaus führten seine Witwe Magret Glaub und Hermann Freiß bis 2018 gemeinsam weiter, danach Freiß allein, bis zur Schließung im Sommer 2022.
Standort und Räume
Von der Gründung bis 1958 lag das Museum an der Burgmauer 68, danach im selben Gebäude an der Komödienstraße 107–113. Die Inneneinrichtung von 1958 stammte vom „4711-Hausarchitekten“ Wilhelm Koep. Weil sie gut erhalten blieb, dienten die Räume mit ihrem Ambiente der 1960er Jahre gelegentlich für Filmdreharbeiten.
Zeitstrahl
- 1925Bodo Glaub wird in Bonn geboren.
- 1951Glaub eröffnet in Köln sein Spezialgeschäft für Bestecke.
- 1957Glaub tritt im Kölner Karneval als Jungfrau „Bodi“ im Dreigestirn auf.
- 1958Umzug des Museums an die Adresse Komödienstraße 107–113.
- 1964Ausstellung im Kunstgewerbemuseum Zürich (8. Feb.–8. März).
- 1966Ausstellung im Goud- en Zilvermuseum Utrecht (Juni–19. Sept.).
- 1983–1984Ausstellung „Das Messer“ im Deutschen Klingenmuseum Solingen.
- 1991Versteigerung der Sammlung nach juristischer Auseinandersetzung.
- 1995Bodo Glaub stirbt am 12. Juni; Museumsbetrieb wird eingestellt.
- 2018Tod von Magret Glaub; Besteckhaus wird allein von Hermann Freiß fortgeführt.
- 2022Schließung des Besteckhauses im Sommer.
Galerie
Karte
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Adresse
Komödienstraße 107-113
50667 Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-02
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