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© Raimond Spekking · CC BY-SA 3.0

Dä kölsche Boor en Iser

Kölns Kriegswahrzeichen aus dem Ersten Weltkrieg – nach oder neben Berlins Eisernem Hindenburg das meistbeschriebene in der überregionalen Presse.

Indoor

Die Figur knüpft motivisch an ein älteres Bildnis des Kölner Bauern an der Eigelsteintorburg an und stand im Krieg im Mittelpunkt einer öffentlichen Spendenaktion.

Auf einen Blick

Art
Nagelfigur (Kriegswahrzeichen) aus dem Ersten Weltkrieg
Standort heute
Kölnisches Stadtmuseum, Altstadt-Nord
Höhe
knapp 3,50 m
Material
Lindenholz
Aufstellung
ursprünglich vor dem Gürzenich
Einweihung
20. Juni 1915
Spendenaufkommen
707.000 Mark bereits nach einem Jahr
Wusstest du?

Innerhalb nur eines Jahres kamen für den Kölschen Boor 707.000 Mark an Spenden zusammen – das höchste Spendenaufkommen, das je eine Nagelfigur in Deutschland erzielte.

Entstehung und Idee

Den Anstoß zu der Figur gab der Kölner Unternehmer Max von Guilleaume. Als Motivvorlage wirkte die 1891 an der Eigelsteintorburg angebrachte Standfigur des Kölner Bauern von Christian Mohr. Gestaltet wurde das Werk vom Bildhauer Wolfgang Wallner, der als Professor an den Kölner Werkschulen lehrte.

© Franz Brantzky · Public domain

Der Baldachin

Bis Januar 1919 überspannte die Figur ein viereckiger Kuppelbau, dessen drei Seiten offen blieben, während die vierte eine Apsis aufwies. Verantwortlich dafür war der Kölner Baukünstler Franz Brantzky, von dem auch die Plakate der Sammlung stammten. In die Stirnseiten der Bögen war eingraviert: „HALT FASS AM RICH DO / KÖLSCHEN BOOR MAG ET / FALLE SOESS OV SOOR“ – ein Bezug auf Kölns reichsstädtische Vergangenheit.

© Deutsches Reich · Public domain

Benagelung und Spenden

Die Weihe nahm Oberbürgermeister Max Wallraf vor, begleitet von Prinzessin Viktoria von Schaumburg-Lippe, der Schwester Kaiser Wilhelms II. Binnen eines Jahres kam mit 707.000 Mark bundesweit die größte für eine Nagelfigur gesammelte Summe zusammen. Bis 1919 sollen den Angaben zufolge rund 1,5 Millionen Mark eingenommen worden sein. Vom 20. Februar 1916 bis zum 29. Juni 1919 informierte die wöchentliche Zeitschrift „Der Kölschen Boor“ über die jeweils aktuellen Sammelergebnisse.

Bedeutung und Presseecho

Der Boor gilt als eines der künstlerisch aufwendigsten Nagelbilder des Ersten Weltkriegs. Unter den hunderten in Deutschland benagelten Figuren nahm er eine Sonderstellung ein: Nach oder neben dem Eisernen Hindenburg von Berlin war er das während des Krieges in der überregionalen Presse am häufigsten beschriebene Kriegswahrzeichen.

Nachwirkung und heutiger Ort

Der Kölner Sänger Willi Ostermann verfasste und vertonte 1915 das Marschlied „Dä Kölsche Boor en Iser“. Am 28. Januar 1919 gelangte die Figur in den Gürzenich und stand anschließend bis Mitte der 1950er Jahre im Haus der Rheinischen Heimat. Seit 1984 zählt sie zur Dauerausstellung des Kölnischen Stadtmuseums.

Zeitstrahl

  1. 1891
    Vorbild-Standfigur des Kölner Bauern an der Eigelsteintorburg angebracht
  2. 1915
    Einweihung des Boor vor dem Gürzenich am 20. Juni durch Oberbürgermeister Max Wallraf
  3. 1915
    Willi Ostermann dichtet und komponiert das Marschlied Dä Kölsche Boor en Iser
  4. 1916
    Nach einem Jahr höchstes Spendenaufkommen (707.000 Mark) einer Nagelfigur in Deutschland
  5. 1916–1919
    Wöchentliche Zeitschrift Der Kölschen Boor erscheint (20. Februar 1916 bis 29. Juni 1919)
  6. 1919
    Bis dahin rund 1,5 Millionen Mark an Spenden eingenommen
  7. 1919
    Am 28. Januar Verbringung der Figur in den Gürzenich
  8. 1984
    Seit diesem Jahr im Kölnischen Stadtmuseum als Teil der Dauerausstellung

Karte

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Adresse

Minoritenstraße 13
50667 Köln

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-02

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