Dä kölsche Boor en Iser
Kölns Kriegswahrzeichen aus dem Ersten Weltkrieg – nach oder neben Berlins Eisernem Hindenburg das meistbeschriebene in der überregionalen Presse.
Die Figur knüpft motivisch an ein älteres Bildnis des Kölner Bauern an der Eigelsteintorburg an und stand im Krieg im Mittelpunkt einer öffentlichen Spendenaktion.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Nagelfigur (Kriegswahrzeichen) aus dem Ersten Weltkrieg
- Standort heute
- Kölnisches Stadtmuseum, Altstadt-Nord
- Höhe
- knapp 3,50 m
- Material
- Lindenholz
- Aufstellung
- ursprünglich vor dem Gürzenich
- Einweihung
- 20. Juni 1915
- Spendenaufkommen
- 707.000 Mark bereits nach einem Jahr
Innerhalb nur eines Jahres kamen für den Kölschen Boor 707.000 Mark an Spenden zusammen – das höchste Spendenaufkommen, das je eine Nagelfigur in Deutschland erzielte.
Entstehung und Idee
Den Anstoß zu der Figur gab der Kölner Unternehmer Max von Guilleaume. Als Motivvorlage wirkte die 1891 an der Eigelsteintorburg angebrachte Standfigur des Kölner Bauern von Christian Mohr. Gestaltet wurde das Werk vom Bildhauer Wolfgang Wallner, der als Professor an den Kölner Werkschulen lehrte.
Der Baldachin
Bis Januar 1919 überspannte die Figur ein viereckiger Kuppelbau, dessen drei Seiten offen blieben, während die vierte eine Apsis aufwies. Verantwortlich dafür war der Kölner Baukünstler Franz Brantzky, von dem auch die Plakate der Sammlung stammten. In die Stirnseiten der Bögen war eingraviert: „HALT FASS AM RICH DO / KÖLSCHEN BOOR MAG ET / FALLE SOESS OV SOOR“ – ein Bezug auf Kölns reichsstädtische Vergangenheit.
Benagelung und Spenden
Die Weihe nahm Oberbürgermeister Max Wallraf vor, begleitet von Prinzessin Viktoria von Schaumburg-Lippe, der Schwester Kaiser Wilhelms II. Binnen eines Jahres kam mit 707.000 Mark bundesweit die größte für eine Nagelfigur gesammelte Summe zusammen. Bis 1919 sollen den Angaben zufolge rund 1,5 Millionen Mark eingenommen worden sein. Vom 20. Februar 1916 bis zum 29. Juni 1919 informierte die wöchentliche Zeitschrift „Der Kölschen Boor“ über die jeweils aktuellen Sammelergebnisse.
Bedeutung und Presseecho
Der Boor gilt als eines der künstlerisch aufwendigsten Nagelbilder des Ersten Weltkriegs. Unter den hunderten in Deutschland benagelten Figuren nahm er eine Sonderstellung ein: Nach oder neben dem Eisernen Hindenburg von Berlin war er das während des Krieges in der überregionalen Presse am häufigsten beschriebene Kriegswahrzeichen.
Nachwirkung und heutiger Ort
Der Kölner Sänger Willi Ostermann verfasste und vertonte 1915 das Marschlied „Dä Kölsche Boor en Iser“. Am 28. Januar 1919 gelangte die Figur in den Gürzenich und stand anschließend bis Mitte der 1950er Jahre im Haus der Rheinischen Heimat. Seit 1984 zählt sie zur Dauerausstellung des Kölnischen Stadtmuseums.
Zeitstrahl
- 1891Vorbild-Standfigur des Kölner Bauern an der Eigelsteintorburg angebracht
- 1915Einweihung des Boor vor dem Gürzenich am 20. Juni durch Oberbürgermeister Max Wallraf
- 1915Willi Ostermann dichtet und komponiert das Marschlied Dä Kölsche Boor en Iser
- 1916Nach einem Jahr höchstes Spendenaufkommen (707.000 Mark) einer Nagelfigur in Deutschland
- 1916–1919Wöchentliche Zeitschrift Der Kölschen Boor erscheint (20. Februar 1916 bis 29. Juni 1919)
- 1919Bis dahin rund 1,5 Millionen Mark an Spenden eingenommen
- 1919Am 28. Januar Verbringung der Figur in den Gürzenich
- 1984Seit diesem Jahr im Kölnischen Stadtmuseum als Teil der Dauerausstellung
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Adresse
Minoritenstraße 13
50667 Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-02
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