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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Gürzenich

Spätgotische Festhalle aus dem 15. Jahrhundert in der Kölner Altstadt — heute Bühne für Karnevalssitzungen, Kongresse und Konzerte.

seit 1441

Der Gürzenich ist eine Festhalle im Zentrum der Kölner Altstadt. Seinen Namen trägt er nach der Patrizierfamilie von Gürzenich, auf deren Grundstück der Bau im 15. Jahrhundert entstand.

Auf einen Blick

Art
Städtische Festhalle (ursprünglich Tanzhaus)
Lage
Zentrum der Kölner Altstadt, neben der Kirchenruine St. Alban
Erbaut
Saalgebäude 1441–1447
Baustil
Spätgotischer Festsaalbau aus Drachenfelser Trachyt
Räume
Fünf Säle mit bis zu 1.338 Sitzplätzen
Auslastung
Rund 250 Veranstaltungen und etwa 170.000 Besucher pro Jahr
Besonderheit
Seit 1959 Proklamation des Kölner Dreigestirns

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Geschichte

Die Stadt Köln ließ den Bau 1441 beginnen; bis 1447 entstand das Saalgebäude für 80.000 Gulden. Als Erbauer gilt Johann von Bueren, der ab 1443 als Werkmeister für den Rat tätig war. Von Beginn an diente das Haus als städtisches Festhaus: Hier empfing die Stadt ihre Ehrengäste, und Adlige wie Bürger nutzten die Räume für Feierlichkeiten. Kaiser und Könige wie Friedrich III. (1474), Maximilian I. und Karl V. (1520) kamen zu Empfängen. Nach 1531 endeten die Festlichkeiten zunächst, und ab etwa 1645 wurde das Gebäude vorübergehend als Kaufhaus genutzt. Erst in den 1820er Jahren lebte die Festhaustradition wieder auf.

© KölnKongress GmbH, -- KWege 13:38, 15. Dez. 2010 (CET) · Public domain

Architektur und Wiederaufbau

Der ursprüngliche Bau war zweischiffig mit Zwillingsdach; die Steine kamen vom Drachenfels im Siebengebirge und wurden auf dem Rhein nach Köln gebracht. Zwischen 1855 und 1857 ergänzte Stadtbaumeister Julius Carl Raschdorff einen neugotischen Anbau mit dem Isabellensaal. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus bei der Operation Millennium fast vollständig zerstört. Der Wiederaufbau unter Rudolf Schwarz dauerte von 1952 bis 1955; seither bilden Gürzenich und die benachbarte St.-Alban-Ruine eine Einheit.

© KölnKongress GmbH,-- KWege 11:55, 15. Dez. 2010 (CET) · Public domain

Musik und Kultur

Von 1857 bis zur Fertigstellung der Kölner Philharmonie 1986 fanden hier die Konzerte der Cölner Concert-Gesellschaft statt. Aus ihnen gingen die Gürzenich-Konzerte, der Gürzenich-Chor und das Gürzenich-Orchester hervor. Im Saal wurden Werke von Johannes Brahms, Richard Strauss und Gustav Mahler uraufgeführt.

© Arminia · CC BY-SA 3.0

Heutige Nutzung

Überregional bekannt wurde der Gürzenich als Austragungsort der Sitzungen Kölner Karnevalsvereine; eine Karnevalssitzung aus dem Großen Festsaal überträgt der WDR. Seit 1959 wird hier das Kölner Dreigestirn proklamiert. Daneben dienen die Säle Empfängen, Kongressen, Konzerten und Ausstellungen. 1999 tagten im Gürzenich der EU-Gipfel und der Weltwirtschaftsgipfel der G8.

© Unbekannt · Public domain

Galerie

© VollwertBIT · CC BY-SA 2.5 · Commons
© Unterberg, Rolf · CC BY-SA 3.0 de · Commons
© Unterberg, Rolf · CC BY-SA 3.0 de · Commons
© Unterberg, Rolf · CC BY-SA 3.0 de · Commons
© Unterberg, Rolf · CC BY-SA 3.0 de · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-30

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