Klingelpützpark
Park auf dem Areal des abgetragenen Gefängnisses Klingelpütz – mit Gedenkstein und Mahnmal für die Opfer der NS-Justiz.
In der nördlichen Altstadt Kölns erstreckt sich der Klingelpützpark, der auf dem Gelände eines abgerissenen Gefängnisses entstand und als bedeutendste Grünanlage des 20. Jahrhunderts in der Kölner Altstadt gilt.
Auf einen Blick
- Art
- innerstädtischer Landschaftspark
- Lage
- Stadtteil Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Größe
- rund 2 Hektar
- Angelegt
- 1969 bis 1971
- Vorgeschichte
- Standort des Gefängnisses Klingelpütz
- Gestaltung
- weiträumig, zu allen Seiten geöffnet
- Besonderheit
- Gedenkstein und Mahnmal für NS-Opfer
- Auszeichnung
- Denkmal des Monats September 2008 (RVDL)
Der heutige Park entstand auf dem Gelände des ehemaligen Gefängnisses Klingelpütz, und der Bauschutt des abgerissenen Gefängnisses wurde bewusst zu einem Hügel aufgeschüttet – als Mahnmal für die vermutlich mehr als 1.000 Menschen, die dort während der NS-Zeit hingerichtet wurden.
Flächenvergleich
Fläche im Vergleich mit anderen Kölner Parks und Grünflächen.
Geschichte
Am Anfang stand ein Grundstückstausch zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Köln. Im Tauschvertrag vom 17. April 1958 überließ die Stadt dem Land in Köln-Ossendorf ein Baugrundstück für eine neue Justizvollzugsanstalt; im Gegenzug sollte das Klingelpützgelände nach Fertigstellung an die Stadt fallen, die sich zur Umwandlung in eine öffentliche Grün- und Erholungsanlage verpflichtete. Im Mai 1969 zog das Gefängnis vollständig an seinen neuen Ort um. Die Entwürfe für den anschließend angelegten Park gingen aus Bewerbungen für den Peter-Joseph-Lenné-Preis hervor, denen er seine weiträumige, nach allen Seiten offene Form verdankt.
Mahnmal
Aus dem Bauschutt des niedergelegten Gefängnisses formte man an der Nordwestseite des Parks einen Hügel. Gemeinsam mit einem Gedenkstein, den Hans Karl Burgeff schuf, erinnert er an die im alten Gefängnis Klingelpütz während der NS-Zeit vermutlich mehr als 1000 hingerichteten Menschen.
Lage und Umgebung
Im Süden schließt die Kyotostraße den Park ab, im Südosten Klingelpütz und Plankgasse, im Nordosten die Vogteistraße, im Nordwesten der Gereonswall. An seiner Westecke stößt er direkt an die Haupt- und Grundschule Gereonswall, die Gereonsmühle und den zum Hansaring hin ausgerichteten Hansaplatz, mit dem er räumlich zusammenhängt. Anliegende Viertel sind das Hansaviertel, Eigelsteinviertel, Ursulaviertel und Gereonsviertel.
Bildungslandschaft Altstadt-Nord
Ab 2006 verfolgte die Stadt Köln das Vorhaben, rund um den Park mehrere Bildungseinrichtungen zu vernetzen. Unter dem Namen Bildungslandschaft Altstadt-Nord wurden die Neubauten zumeist auf den Flächen schon bestehender Einrichtungen errichtet. An der Ecke Vogteistraße/Gereonswall kam ein gemeinsam genutztes Mensa- und Ateliergebäude mit etwa 1250 m² bebauter Fläche hinzu. Unter den Anwohnern formierte sich Widerstand gegen die baulichen Eingriffe in den Park.
Heute
Der Park ist öffentlich zugänglich und liegt zwischen Wohn- und Schulgebieten. Laut Gästen gibt es einen Spielplatz, Basketballkörbe und eine kleine Betonrampe zum Skaten sowie Wiesen und schattige Sitzplätze unter Bäumen; Besucher berichten zudem, dass von manchen Punkten aus der Blick bis zur Spitze des Kölner Doms reicht.
Zeitstrahl
- 1958Tauschvertrag (17. April): Stadt Köln erhält Klingelpütz-Gelände für Grünanlage
- 1969Gefängnis vollständig an neuen Standort Köln-Ossendorf verlegt (Mai)
- 1969–1971Anlage des Klingelpützparks nach preisgekrönten Entwürfen
- 2006Stadt Köln beginnt Planung für Bildungslandschaft Altstadt-Nord rund um den Park
- 2008RVDL kürt den Park zum Denkmal des Monats September
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Adresse
Klingelpütz
50670 Köln
Öffnungszeiten
So: 00:00–24:00
Das könnte dich auch interessieren
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-25)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-24)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-24, rev 267603130)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26





