Rathenauplatz
2,77 Hektar großer Park im Veedel rund um die Zülpicher Straße, mit Platanenallee, Biergarten und wechselvoller Namensgeschichte.
Der Rathenauplatz ist ein 2,77 Hektar großer Park in der Kölner Südstadt (Stadtbezirk Innenstadt). Er liegt von dichter Bebauung umgeben in dem Carré aus Roonstraße, Zülpicher Straße, Dasselstraße und Lindenstraße und bildet die Mitte des nach ihm benannten Rathenauviertels.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- öffentlicher Park / Stadtplatz
- Lage
- Südstadt (Stadtbezirk Innenstadt), Carré Roon-/Zülpicher-/Dassel-/Lindenstraße
- Größe
- rund 27.700 m² (2,77 ha)
- Bepflanzung
- Platanenallee ringsum, über 200 Bäume, 260 m blühende Sträucher (v. a. Flieder)
- Ausstattung
- zentrale Rasenfläche, zwei Kinderspielplätze, Bänke
- Besonderheit
- Biergarten in der Platzmitte
- Umgebung
- gegenüber dem Synagogenbau an der Roonstraße
Der Platz wurde unter den Nazis in „Horst-Wessel-Platz" umbenannt – ausgerechnet gegenüber der mächtigen Synagoge an der Roonstraße, die den Nationalsozialisten damit buchstäblich ins Auge fiel.
Flächenvergleich
Fläche im Vergleich mit anderen Kölner Parks und Grünflächen.
Entstehung
Das Gelände lag ursprünglich außerhalb der Stadtmauer und wurde als Ackerland genutzt. Nach dem ab 1881 begonnenen Abriss der mittelalterlichen Befestigung entstand die Kölner Neustadt (Stadtteil Neustadt-Süd) nach den Plänen des Stadtbaumeisters Josef Stübben. Hier blieb eine sumpfige Senke übrig, die für eine Bebauung zu tief lag. Da sie sich nicht nutzen ließ, wurde sie in eine Grünfläche umgewandelt.
Vom geplanten Festplatz zum Park
Stübben hatte an dieser Stelle ursprünglich einen Festplatz mit Königsdenkmal, Flaggenmasten und Springbrunnen vorgesehen. Der dafür projektierte „Volksgarten“ wurde dann jedoch an anderer Stelle verwirklicht. Umgesetzt wurde stattdessen ein Vorschlag des städtischen Gartendirektors Adolf Kowallek: ringsum eine Allee aus Platanen, in der Mitte eine von Sträuchern umrandete Rasenanlage. Wege verbinden den Platz mit den angrenzenden Straßen; an zwei Stellen entstanden Kinderspielplätze, dazu zahlreiche Bänke.
Namensgeschichte
Eine Benennung nach König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen scheiterte 1887 im Rat, woraufhin man sich auf den Namen Königsplatz einigte. Nach der Ermordung Walther Rathenaus im Juni 1922 wurde der Platz 1923 auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion in Rathenauplatz umbenannt. Die Nationalsozialisten ersetzten den Namen 1933 durch den Horst Wessels; seit dem Ende der NS-Zeit heißt der Platz wieder Rathenauplatz.
Das Veedel heute
Das Wohngebiet zwischen Ringstraßen und Universität heißt offiziell Rathenauviertel, ist aber auch als Zülpicher Viertel, Univiertel oder Kwartier Latäng bekannt. In Anspielung auf das Pariser Quartier Latin finden sich hier kleine freie Theater, Szenekneipen und Gaststätten mit vielfältiger Küche. 1977 gründete sich die Bürgergemeinschaft Rathenauplatz e.V., die seit 2000 den Biergarten in der Platzmitte betreibt.
Zeitstrahl
- 1881Beginn des Abrisses der mittelalterlichen Stadtmauer; Stadterweiterung nach Plänen Josef Stübbens
- 1887Benennung als „Königsplatz" nach gescheiterter Abstimmung über Friedrich-Wilhelm-IV.-Namen
- 1890Roonstraße und Umgebung erst mäßig bebaut; Gelände noch im Aufbau
- 1897–1899Schulgebäude Lochnerstraße von Stadtbaumeister Friedrich Carl Heimann errichtet
- 1922Ermordung Walther Rathenaus im Juni 1922
- 1923Umbenennung in „Rathenauplatz" auf Antrag der SPD-Fraktion
- 1933Nazis benennen den Platz nach ihrer Machtergreifung in „Horst-Wessel-Platz" um
- 1977Gründung der Bürgergemeinschaft Rathenauplatz e.V.
Karte
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Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27




