stuff to do in.cologne
© Horsch, Willy - HOWI · CC BY 3.0

Mülheimer Stadtgarten

Ab 1912/13 entstandener Volksgarten in Köln-Mülheim — mit See, ausgedehnten Wiesen und dem Märchenbrunnen von 1914. Denkmalgeschützt.

Eintritt frei Outdoor Familienfreundlich Wasserspiel

Im Kölner Stadtteil Mülheim erstreckt sich der Mülheimer Stadtgarten, dessen erste Anlage 1912/13 entstand. Sein heutiges Erscheinungsbild prägt vor allem ein 1928 erarbeiteter Entwurf des Gartenarchitekten Theodor Nußbaum.

Auf einen Blick

Art
Öffentlicher Stadt- bzw. Volksgarten, Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Lage
Köln-Mülheim, östlich des Bergischen Rings, zwischen Lassallestraße (Süden) und Wiener Platz (Norden)
Zugänge
Haupteingänge an der östlich verlaufenden Jan-Wellem-Straße (vormals Strundener Straße)
Angelegt
Ersteinrichtung 1912/13, Erweiterung nach Norden 1928
Besonderheit
Märchenbrunnen aus dem Jahr 1914
Wusstest du?

Die Erweiterung des Mülheimer Stadtgartens im Jahr 1928 wurde von Arbeitslosen im Rahmen sogenannter „Notstandsarbeiten" durchgeführt – und die in den 1930er Jahren angelegte Freitreppe diente in den Folgejahren dem sonntäglichen Aufmarsch der Hitlerjugend.

Flächenvergleich

Fläche im Vergleich mit anderen Kölner Parks und Grünflächen.

Geschichte

Wo heute der Park liegt, befand sich einst eine flache Senke des Strundener Baches; dessen Strömung trieb eine zum Merkerhof gehörige Mühle an. Der Merkerhof zählte zum Eigentum der Freiherren von Fürstenberg und ging später an die seinerzeit noch eigenständige Stadt Mülheim am Rhein über. Um 1900 zogen die Mülheimer Stadtväter in Betracht, das Areal in einen städtischen Garten zu verwandeln; den Entwurfsauftrag erhielt 1906 der Gartenarchitekt Joseph Vincentz. An die Entstehung erinnern bis heute die Namen kleiner Straßen an der Ostseite, darunter Fürstenbergstraße, Merkerhofstraße und Vincenzstraße.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Anlage und Gestaltung

Als Vorbild diente der Kölner Gartendirektor Fritz Encke, der seine „Volksgärten" ohne Gitterzäune anlegte und darin sowohl das Begehen der Rasenflächen als auch das Ballspiel zuließ. Wo zuvor der Mühlenteich gelegen hatte, schuf man in der Senke einen kleinen, asymmetrischen See mit Springbrunnen, den ausgedehnte Wiesen einrahmten. Die Bepflanzung beschränkte sich auf einzelne Gruppen, vorzugsweise Eichen, Buchen, Birken, Eschen und Erlen sowie immergrüne Sträucher und Nadelhölzer, die selbst im Winter Farbe zeigten. 1916 finanzierten begüterte Mülheimer Bürger ein Teehaus. Den Südabschluss bildete ein dreiteiliger Rosengarten mit einem Seerosenbecken im Zentrum.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Märchenbrunnen

Auf Straßenniveau am südöstlichen Rand, gegenüber der Sonderburger Straße, kam 1914 der Märchenbrunnen hinzu. Er setzte einen Entwurf des ein Jahr zuvor gestorbenen Kölner Bildhauers Wilhelm Albermann um. Seine vier bronzenen Tierfiguren, die wegen einer Sanierung in einem Container untergestellt waren, wurden im Oktober 2023 gestohlen.

© Horsch, Willy - HOWI · CC BY 3.0

Erweiterung und 1930er Jahre

Während der großen Arbeitslosigkeit dehnte man den Garten 1928 im Rahmen sogenannter „Notstandsarbeiten" durch Erwerbslose nach Norden bis zum Wiener Platz aus; Entwurf und Planung lagen bei Theodor Nußbaum, dem Leiter des Entwurfsbüros der Kölner Gartenverwaltung. In den 1930er Jahren entstand an der Jan-Wellem-Straße eine groß dimensionierte, in den Garten hinabführende Freitreppe, auf der sich sonntags die Hitlerjugend zum Aufmarsch versammelte.

© Horsch, Willy - HOWI · CC BY 3.0

Heute

Der Zweite Weltkrieg zerstörte das Teehaus; an dessen Platz erhebt sich nun die Stadthalle. Das ursprünglich am Wiener Platz aufgestellte Jan-Wellem-Denkmal fand nach Kriegsende seinen Platz seitlich vor der Freitreppe des Gartens. 1984 ergänzte man am ersten Zugang an der Jan-Wellem-Straße ein Kunstwerk aus beschrifteten Steinblöcken, dessen Texte als Mahnung gegen jede Form von Gewalt zu lesen sind. An der Nordwestseite breitet sich unter altem Baumbestand ein großer Spielplatz für Kleinkinder aus.

© Horsch, Willy - HOWI · CC BY 3.0

Zeitstrahl

  1. 1906
    Joseph Vincentz erhält Auftrag zum Entwurf des Mülheimer Stadtgartens
  2. 1912/13
    Erste Gartenanlage mit See, Springbrunnen und Wiesenflächen angelegt
  3. 1914
    Märchenbrunnen nach Entwurf von Wilhelm Albermann errichtet
  4. 1916
    Mülheimer Bürger stiften den Bau eines Teehauses
  5. 1928
    Gartenerweiterung nach Norden bis Wiener Platz (Theodor Nußbaum, Notstandsarbeiten)
  6. 1930er Jahre
    Freitreppe an der Jan-Wellem-Straße angelegt
  7. 1984
    Kunstwerk aus Steinblöcken (Mahnung gegen Gewalt) am Eingang aufgestellt
  8. Oktober 2023
    Vier Bronzefiguren des Märchenbrunnens aus einem Container gestohlen

Galerie

© Horsch, Willy - HOWI · CC BY 3.0 · Commons

Karte

Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.

Adresse

Mülheimer Stadtgarten
51065 Köln

Das könnte dich auch interessieren

Mülheimer Brücke

4,0(695)· Google

Rhein-Hängebrücke zwischen Mülheim und Riehl — die erste Brücke im späteren Kölner Brückengrün und Deutschlands erste mit orthotroper Fahrbahnplatte.

Nicht mehr vorhanden 860 m

Mülheimer Schiffbrücke

Schwimmende Holzbrücke auf rund 40 verankerten Pontons (1888–1927), deren Segment sich dem Schiffsverkehr öffnete und die eine Rheinfähre bei Mülheim ablöste.

Stadtgarten

4,3(3.867)· Google

Kölns erster neuzeitlicher Park – heute zugleich ein Konzerthaus mit Schwerpunkt Jazz und über 400 Veranstaltungen im Jahr.

Kommentare

  • Lade Kommentare…

Quellen & Links

Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26