Mülheimer Schiffbrücke
Schwimmende Holzbrücke auf rund 40 verankerten Pontons (1888–1927), deren Segment sich dem Schiffsverkehr öffnete und die eine Rheinfähre bei Mülheim ablöste.
Von 1888 bis 1927 verband die Mülheimer Schiffbrücke die Ufer des Rheins und löste eine Fährverbindung ab, die an dieser Stelle zwischen Mülheim und dem zu Longerich gehörenden Mülheimer Häuschen verkehrt hatte. Sie lag etwa 200 Meter südlich der heutigen Mülheimer Brücke.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- schwimmende Holzbrücke auf etwa 40 im Rhein verankerten Pontons
- Lage
- bei Mülheim, rund 200 Meter südlich der heutigen Mülheimer Brücke
- Breite
- 12 Meter
- In Betrieb
- 29. Mai 1888 bis 20. Juni 1927
- Herkunft
- 1885 gebraucht aus Mainz erworben
- Gesamtinvestition
- 185.000 Mark (heute rund 1,7 Millionen Euro)
- Besonderheit
- ein Brückensegment öffnete sich dem Schiffsverkehr zu festen Zeiten
Die gebrauchte Schiffbrücke wurde 1885 für 45.000 Mark von Mainz gekauft – doch allein der Transport nach Mülheim kostete 120.000 Mark, fast das Dreifache des Kaufpreises. Noch am allerersten Betriebstag wurde sie bei einer Schiffsdurchfahrt schwer beschädigt.
Fährverbindungen vor der Brücke
An dieser leicht erhöhten, hochwassergeschützten Uferlage nördlich der Strunde-Mündung liefen schon im Mittelalter die Wege des Umlandes zusammen. 1265 errichtete Graf Adolf hier eine Befestigung, 1268 erwarben die Zisterziensermönche des Klosters Altenberg das Recht auf eine Fährverbindung zur kurkölnischen Seite. Um 1700 fiel das Recht an das Haus Berg zurück, das den Übergang als strömungsgetriebene Gierponte betreiben ließ. Diese endete 1844 und wurde bis 1872 durch Fährboote ersetzt; ab 1872 folgte eine bis 1887 betriebene Drahtseilfähre. Deren Boote gelten als Ursprung des Begriffs „Mülheimer Böötche“.
Kauf und Betrieb
Am 7. Mai 1885 kaufte die Stadt Mülheim die gebrauchte Schiffbrücke für 45.000 Mark aus Mainz. Der Transport an den neuen Standort kostete weitere 120.000 Mark, Stromausbau, Verankerung der Einzelteile und das Ausbaggern einer Fahrrinne nochmals 85.000 Mark, so dass sich die Gesamtinvestition auf 185.000 Mark belief — inflationsbereinigt rund 1,7 Millionen Euro heute. Angelegt wurde die Brücke an der zum Wiener Platz führenden Buchheimer Straße. Auf der zwölf Meter breiten Brücke war das Rauchen wegen der Brandgefahr unter Strafe untersagt, für die Überquerung wurden vier Pfennige erhoben. Schon am ersten Betriebstag beschädigte ein durchfahrendes Schiff die Konstruktion schwer. Bis 1912 betrieb die Stadt die Brücke selbst, danach übernahm der Pächter Richard Majewski.
Ende der Schiffbrücke
Die altersschwach gewordene Brücke wurde dem wachsenden Verkehr des frühen 20. Jahrhunderts nicht mehr gerecht und fiel bei Eisgang oder Hochwasser häufig aus. Bereits 1913 hatte sich Köln bei den Eingemeindungsverhandlungen zum Bau einer festen Brücke verpflichtet. Nach Schließung und Abbau folgte im Oktober 1929 die Mülheimer Hängebrücke, die bei ihrer Inbetriebnahme als damals größte Hängebrücke der Welt galt.
Zeitstrahl
- 1268Zisterziensermönche erhalten Recht zur ersten Rheinfähre bei Mülheim
- um 1700Haus Berg vergibt Gierponte-Betrieb gegen 400 Reichstaler Jahrespacht
- 1844Ende der Gierponte; Fährboote übernehmen bis 1872
- 1872Mülheim führt Drahtseilfähre ein (Betrieb bis 1887)
- 7. Mai 1885Stadt Mülheim kauft gebrauchte Schiffbrücke aus Mainz für 45.000 Mark
- 29. Mai 1888Schiffbrücke wird für den Verkehr freigegeben
- 1912Pächter Richard Majewski übernimmt Betrieb der Schiffbrücke
- 20. Juni 1927Alte Schiffbrücke wird geschlossen und abgebaut
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26





