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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Neumarkt

Mit über 27.000 m² der größte der rund 30 Kölner Plätze — einst Vieh- und Hinrichtungsplatz und sagenhafter Hexentanzplatz, mit römischen Funden im Untergrund.

Outdoor

Der Neumarkt (kölsch Nümaat) blickt auf eine Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurück, die Viehmarkt, Hinrichtungen und die Sage vom Hexensabbat verbindet.

Auf einen Blick

Art
innerstädtischer Platz
Lage
Stadtteil Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt
Fläche
27.216 m² (ca. 8.600 m² Nutzfläche)
Rang
größter der etwa 30 Kölner Plätze
Erste Erwähnung
1076 durch Erzbischof Hildolf
Besonderheit
römische Funde im Untergrund
Wusstest du?

Mitten auf dem Neumarkt stand ab 1392 die erste Windmühle der Stadt – fast 18 Meter hoch, mit sechs Stockwerken –, die zunächst zur Mehlherstellung diente und ab 1596 kurzerhand als Gefangenenturm genutzt wurde.

Das kannst du hier erleben

  • Über Kölns größten Platz schlendern
  • Die spannende Geschichte vom Vieh- und Hinrichtungsplatz nachspüren
  • Sich von der Sage vom Hexentanzplatz gruseln lassen
  • Die benachbarte Kirche St. Aposteln bestaunen
  • Das bunte Treiben beobachten und Fotos machen
  • Auf den Spuren der römischen Funde im Untergrund wandeln

Geschichte

Erzbischof Hildolf bestimmte den Platz, um den Alter Markt zu entlasten; zugleich schenkte er dem Domkloster fünf Hofstätten am neuen Markt. Das Areal lag unmittelbar an der westlichen Stadtmauer und bedeutete eine Neuorientierung, da zuvor Erzbischof Brun das Marktgeschehen auf Alter Markt und Heumarkt konzentriert hatte. Genutzt wurde der Platz fast ausschließlich zur Ausstellung und zum Verkauf von Vieh, daneben für Feste und als Exerzierplatz; ab 1365 fand ein Pferdemarkt statt, im südöstlichen Teil lag ein Pferdegatter. Laut Caesarius von Heisterbach bestand hier 1195 die erste selbstständige Brauerei, die das Stift St. Aposteln versorgte. Auf Wunsch des Grafen Florenz von Hennegau wurde 1197 ein Ritterturnier auf dem Platz ausgetragen.

© Arnold Mercator · Public domain

Windmühle und Hinrichtungen

1392 entstand auf dem Neumarkt die erste Windmühle der Stadt. Sie stand an der Ostseite in der Platzmitte, war knapp 18 Meter hoch, hatte sechs Stockwerke und einen Durchmesser von 10 bis 12 Metern. Zunächst diente sie der Mehlherstellung, ab 1596 wurde sie als Gefangenenturm genutzt. Der Platz war zugleich Hinrichtungsstätte: 1382 wurde hier der verbannte Schöffe Gerhard von Benasis enthauptet, 1396 der Patrizier Heinrich von Stave hingerichtet.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Sagenhafter Hexensabbat

Der Neumarkt galt der Überlieferung nach als Treffpunkt und Tanzplatz für den Hexensabbat. Dort soll unter dem Vorsitz des Teufels gegessen, getrunken und getanzt sowie neues Unheil geplant worden sein.

© Horsch, Willy · CC BY 3.0

Römische Spuren

Bei Bauarbeiten der Kreissparkasse Köln kamen 1979/80 Reste eines römischen Peristylhauses mit umlaufendem Säulengang samt Wandmalereien aus dem 1. Jahrhundert nach Christus zum Vorschein; die Originalfragmente befinden sich im Römisch-Germanischen Museum. Bereits 1881 wurde an der Nordseite ein „Athenakopf“ gefunden, vermutlich eine Kopie der Athena Parthenos. Im Sommer 2023 stießen Grabungen für einen Springbrunnen im westlichen Bereich auf Fundamente eines römischen Hauses mit Badeanlage, darunter Reste eines Heizraums und eines Heizkanals.

© Autor/-in unbekannt Unknown author · Public domain

Rund um den Platz

An der Westseite entstand um 965 der Vorgängerbau der Kirche St. Aposteln. Der Westturm der späteren Kirche wurde um 1170 begonnen. Profane Gebäude kamen erst um 1200 hinzu. Einige Bewohner benannten sich nach dem Platz, etwa der reiche Kaufmann Diepold vom Neumarkt, dessen Name in der nahen Thieboldsgasse fortlebt.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Zeitstrahl

  1. um 965
    Vorgängerbau der Kirche St. Aposteln an der Westseite des späteren Platzes errichtet
  2. 1076
    Erzbischof Hildolf legt den Platz urkundlich als „in novo mercato" fest
  3. um 1170
    Bau des Westturms der Kirche St. Aposteln begonnen
  4. 1195
    Erste selbstständige Brauerei für das Stift St. Aposteln am Neumarkt gegründet
  5. 1197
    Erstes Ritterturnier auf dem Neumarkt auf Wunsch von Graf Florenz von Hennegau
  6. 1365
    Pferdemarkt am Neumarkt eingerichtet
  7. 1392
    Erste städtische Windmühle (ca. 18 m hoch) auf dem Neumarkt errichtet
  8. 1596
    Windmühle vom Mehlmahlbetrieb zum Gefangenenturm umgewidmet

Galerie

© Maximilian Schönherr · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Horsch, Willy · CC BY 3.0 · Commons
© Horsch, Willy · CC BY 3.0 · Commons
© Horsch, Willy · CC BY 3.0 · Commons
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Adresse

Neumarkt
50667 Köln

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26

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