Hohe Pforte
Südtor der römischen Stadtmauer Kölns am „cardo maximus" – Ausgangspunkt der heutigen Hohe Straße.
Die Hohe Pforte war das südliche Tor der römischen Stadtmauer in der Kölner Altstadt-Süd. Durch sie führte der „cardo maximus", die Nord-Süd-Achse der antiken Stadt, deren Verlauf an der Hohen Pforte den Namen „via alta" trug – den Ursprung der heutigen Hohe Straße.
Auf einen Blick
- Art
- Ehemaliges römisches Stadttor (Südtor)
- Lateinisch
- „porta alta" oder „porta Jovis"
- Lage
- Altstadt-Süd, an der heutigen Kreuzung Hohe Pforte / Am Blaubach
- Richtung
- nach Bonn (Bonna); nördliches Gegenstück: Pfaffenpforte nach Neuss (Novaesium)
- Südmauer
- 903,30 Meter lang, entlang des Duffesbaches
- cardo maximus
- 20 römische Fuß (5,92 Meter) breit
- Heute
- Straßenname Hohe Pforte
Am Abend des 1. Januar 69 n. Chr. ritt durch dieses Tor die Kavallerie der Legio I Germanica ein, um die Kaiserproklamation des Aulus Vitellius zu erzwingen – und tatsächlich ließ sich Vitellius bereits am nächsten Tag in Köln zum Kaiser ausrufen.
Das kannst du hier erleben
- Auf den Spuren der römischen Stadtmauer wandeln
- Sich vorstellen, wie hier einst der „cardo maximus" die antike Stadt durchquerte
- Den Straßennamen entdecken, der bis heute an das Südtor erinnert
- Von hier aus über die Hohe Straße in die Altstadt bummeln
- Die Geschichte des Ortes nachlesen und Fotos machen
Tor und Mauer
Die römische Stadtmauer besaß neun Tore, durch die die Ausfallstraßen verliefen. In Nord-Süd-Richtung verlief der „cardo maximus" mit der Pfaffenpforte im Norden und der Hohen Pforte im Süden. Ihren Namen verdankt die Pforte einem kleinen Hügel, auf dem sie erhöht lag. Über sie erreichte die Militärstraße von Mainz nach Xanten die Stadt. Die Südmauer folgte dem Duffesbach unterhalb der Straßen Mühlen- und Blaubach und endete an der erst im 10. Jahrhundert an einem Mauerdurchbruch errichteten Griechenpforte; einziges echtes Durchgangstor im Süden war die Hohe Pforte.
Geschichte
Die Mauer muss vor dem Jahr 69 n. Chr. vollendet gewesen sein, da Tacitus sie in seinen Historien bei der Schilderung des Bataveraufstandes erwähnt; die Tenkterer sollen ihre Zerstörung gefordert, aber nicht erreicht haben. Die Fundamente waren 2,66 Meter breit und 2,50 Meter hoch. Bei Ausgrabungen im Februar 2008 wurden Schalbretter des Betonfundamentes der Ostseite dendrochronologisch auf 89 n. Chr. datiert. Gegen Abend des 1. Januar 69 n. Chr. ritt die Kavallerie der Legio I Germanica von Bonn kommend unter ihrem Legaten Fabius Valens durch das Südtor in die Stadt ein; am folgenden Tag ließ sich Vitellius hier zum Kaiser ausrufen.
Spuren im Stadtbild
Die vermutete genaue Stelle des Südtores liegt im vorderen Teil des Hauses Hohe Pforte Nr. 4, das auf einem Torpfeiler des Tores errichtet worden sein soll; dessen Fundamentmauerwerk soll unter dem Plattenbelag des Kellers zu finden gewesen sein. Gegenüber der Sternengasse, in der späteren Nr. 24, stand die Stephanskapelle, die 1009 durch Erzbischof Heribert von Köln geweiht wurde und damit die am frühesten geweihte Kölner Kapelle war; sie wurde vor 1893 abgebrochen.
Schicksal des Tores
In der Mitte des 12. Jahrhunderts ist das Südtor als „altea Porta" bezeugt, im 13. Jahrhundert als „hoinporce". Letztmals erscheint es 1301 in den Schreinsbüchern. Wilhelm Scheben hält einen Abbruch im Jahr 1497 für möglich, weil Material zur Erhöhung der Rheinmauer benötigt wurde. Auf Arnold Mercators Kölner Stadtansicht von 1570 ist die Pforte nicht mehr eingezeichnet, ihr nördliches Pendant Pfaffenpforte hingegen schon. Als 1868 der Kanal an der Hochpforte angelegt wurde, wurde die Römermauer dort weitgehend durchbrochen.
Zeitstrahl
- vor 69 n. Chr.Kölner Stadtmauer mit Südtor vollendet (Tacitus erwähnt sie im Bataveraufstand)
- 1. Jan. 69 n. Chr.Kavallerie der Legio I Germanica reitet durch das Südtor zur Unterstützung des Vitellius
- 89 n. Chr.Schalbretter des Betonfundaments der Ostseite dendrochronologisch datiert
- 1009Stephanskapelle nahe dem Südtor durch Erzbischof Heribert von Köln geweiht
- 12. JahrhundertErstbelegung des Tores als „altea Porta" in schriftlichen Quellen
- 1232Weinhändler Arnold Ungenoth besitzt Steinhaus am Südtor
- 1301Letzte Erwähnung des Südtores in den Kölner Schreinsbüchern
- 1868Kanalbau erfordert weitgehenden Durchbruch der Römermauer an der Hochpforte
Karte
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Adresse
Hohe Pforte
50676 Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26
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