Hohe Straße
Die Hohe Straße ist eine der bekanntesten Einkaufsstraßen Kölns, die als Fußgängerzone mitten durch die Altstadt-Nord verläuft. Ihre Geschichte reicht bis in die Römerzeit zurück, als sie die zentrale Nord-Süd-Achse der antiken Stadt bildete.
Die Hohe Straße gehört zu den lebhaftesten Fußgängerzonen Kölns und verbindet die Domgegend mit der Schildergasse. Auf gerade einmal acht Metern Breite drängen sich hier täglich unzählige Menschen zwischen Kaufhäusern, Modeläden und Souvenirshops.
Auf einen Blick
- Lage
- Kölner Innenstadt, Stadtteil Altstadt-Nord
- Länge
- 683 Meter
- Verlauf
- Nord-Süd zwischen Wallrafplatz und Hohe Pforte
- Straßenbreite
- rund acht Meter
- Charakter
- Fußgängerzone, seit 1967 offiziell autofrei
- Ursprung
- römischer Cardo maximus
- Bedeutung
- 2023 auf Platz acht der meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands
- Verkehr
- Anbindung über die U-Bahnhöfe Dom/Hauptbahnhof, Rathaus, Appellhofplatz und Neumarkt
In der Römerzeit war die Hohe Straße als Strata lapidea vermutlich die einzige durchgehend gepflasterte Straße der Stadt – und die Getreidespeicher am nahen Legionsstandort reichten für eine Notversorgung von rund zwei Jahren.
Römische Wurzeln
Der Verlauf der Straße geht auf den römischen Cardo maximus zurück, die Hauptachse der antiken Stadt in Nord-Süd-Richtung. Bei den Römern trug sie den Namen Strata lapidea, also gepflasterte Straße – sie war fast durchgängig befestigt und damit vermutlich die einzige gepflasterte Straße der damaligen Siedlung.
Am Schnittpunkt mit der heutigen Schildergasse, dem antiken Decumanus maximus, lag das Forum als zentraler Marktplatz. Entlang der Straße reihten sich militärische Einrichtungen wie Mannschaftsquartiere, Großküchen, Getreidespeicher und Werkstätten. Bemerkenswert: Die vollen Speicher am Legionsstandort sicherten eine Notversorgung für rund zwei Jahre.
Ein Straßenname mit vielen Gesichtern
Im Mittelalter wechselte die Straße auffallend oft ihren Namen – je nachdem, welches Gewerbe sich gerade in einem Abschnitt angesiedelt hatte. So gab es Bezeichnungen wie „Unter Spormacher“ nach den Waffenschmieden oder „Vor den Augustinern“ nach dem dortigen Kloster. Erst zur Franzosenzeit wurde die Grundlage für den heutigen Namen gelegt: Ab 1813 galten in Köln nur noch französische Straßennamen, die Straße hieß nun rue haute. Ein preußisches Edikt schaffte diese 1816 wieder ab und legte einheitlich den Namen „Hohe Straße“ fest.
Der Name verweist auf die erhöhte Lage: Die Straße erhebt sich zwischen zehn und fünfzehn Metern über dem mittleren Wasserstand des Rheins.
Handel, Kaufhäuser und Passagen
Ab dem 19. Jahrhundert wandelte sich die Straße zur bedeutenden Handelsmeile. Hier siedelte sich der Handel mit Luxusartikeln an – Mode, Kölnisch Wasser, Zigarren und Bücher. Bekannte Namen wie Farina (Kölnisch Wasser) und der Tabakhändler Joseph Feinhals prägten das Bild.
1863 eröffnete mit der „Königin-Augusta-Halle“ die erste großstädtische Ladenpassage der Stadt – nach dem Sillem's Bazar in Hamburg die zweite bedeutende Einkaufspassage Deutschlands. Aus dem Kaufhaus von Leonhard Tietz ging über Umwege das heutige Galeria-Warenhaus hervor. Die Stollwerck-Passage ist die einzige erhaltene Einkaufspassage aus der vornehmen Vorkriegszeit.
Zerstörung und Wiederaufbau
Im Zweiten Weltkrieg verwandelten Luftangriffe die Straße in ein Trümmerfeld, rund 90 Prozent der Bausubstanz wurden zerstört. Anders als viele andere Städte behielt Köln beim Wiederaufbau den alten, mittelalterlich geprägten Grundriss bei. Ab 1948 entstanden vor allem moderne Zweckbauten.
1948 wurde die Hohe Straße als eine der ersten Geschäftsstraßen Deutschlands für den Autoverkehr gesperrt. Zur vollständigen Fußgängerzone wurde sie 1967 durch Oberbürgermeister Theo Burauen. Im selben Zeitraum betrieb der Jazzproduzent Gigi Campi hier ein Eiscafé, das zum Treffpunkt der Kölner Kulturszene und internationaler Prominenz wurde.
Die Hohe Straße heute
Wegen der hohen Mieten dominieren umsatzstarke Filialgeschäfte, oft auf Franchise-Basis, während klassische Fachgeschäfte selten geworden sind. Das Angebot reicht von Kaufhäusern über Schuh- und Modeläden bis zu Optikern, Parfümerien, Buchläden und Juwelieren. Außengastronomie findet man wegen der geringen Straßenbreite und des dichten Fußgängerstroms fast nur in den Nebenstraßen. Von den rund 90 Ladenlokalen bieten knapp 30 Prozent mehr als 500 Quadratmeter Verkaufsfläche.
Zeitstrahl
- 1863Eröffnung der Königin-Augusta-Halle, der ersten großstädtischen Ladenpassage Kölns
- 1816Ein preußisches Edikt legt den einheitlichen Namen „Hohe Straße“ fest
- 1907Einweihung des Stollwerck-Hauses mit seiner Einkaufspassage
- 1948Sperrung für den Autoverkehr als eine der ersten Geschäftsstraßen Deutschlands
- 1967Eröffnung als vollständige Fußgängerzone durch OB Theo Burauen
- 1974Eröffnung des ersten McDonald's-Restaurants in Köln in Nr. 84
- 2023Platz acht der meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands
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Adresse
Hohe Str.
50667 Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-13
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