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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Hohe Straße

Die Hohe Straße ist eine der bekanntesten Einkaufsstraßen Kölns, die als Fußgängerzone mitten durch die Altstadt-Nord verläuft. Ihre Geschichte reicht bis in die Römerzeit zurück, als sie die zentrale Nord-Süd-Achse der antiken Stadt bildete.

Die Hohe Straße gehört zu den lebhaftesten Fußgängerzonen Kölns und verbindet die Domgegend mit der Schildergasse. Auf gerade einmal acht Metern Breite drängen sich hier täglich unzählige Menschen zwischen Kaufhäusern, Modeläden und Souvenirshops.

Auf einen Blick

Lage
Kölner Innenstadt, Stadtteil Altstadt-Nord
Länge
683 Meter
Verlauf
Nord-Süd zwischen Wallrafplatz und Hohe Pforte
Straßenbreite
rund acht Meter
Charakter
Fußgängerzone, seit 1967 offiziell autofrei
Ursprung
römischer Cardo maximus
Bedeutung
2023 auf Platz acht der meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands
Verkehr
Anbindung über die U-Bahnhöfe Dom/Hauptbahnhof, Rathaus, Appellhofplatz und Neumarkt
Wusstest du?

In der Römerzeit war die Hohe Straße als Strata lapidea vermutlich die einzige durchgehend gepflasterte Straße der Stadt – und die Getreidespeicher am nahen Legionsstandort reichten für eine Notversorgung von rund zwei Jahren.

Römische Wurzeln

Der Verlauf der Straße geht auf den römischen Cardo maximus zurück, die Hauptachse der antiken Stadt in Nord-Süd-Richtung. Bei den Römern trug sie den Namen Strata lapidea, also gepflasterte Straße – sie war fast durchgängig befestigt und damit vermutlich die einzige gepflasterte Straße der damaligen Siedlung.

Am Schnittpunkt mit der heutigen Schildergasse, dem antiken Decumanus maximus, lag das Forum als zentraler Marktplatz. Entlang der Straße reihten sich militärische Einrichtungen wie Mannschaftsquartiere, Großküchen, Getreidespeicher und Werkstätten. Bemerkenswert: Die vollen Speicher am Legionsstandort sicherten eine Notversorgung für rund zwei Jahre.

© Scholz · Public domain

Ein Straßenname mit vielen Gesichtern

Im Mittelalter wechselte die Straße auffallend oft ihren Namen – je nachdem, welches Gewerbe sich gerade in einem Abschnitt angesiedelt hatte. So gab es Bezeichnungen wie „Unter Spormacher“ nach den Waffenschmieden oder „Vor den Augustinern“ nach dem dortigen Kloster. Erst zur Franzosenzeit wurde die Grundlage für den heutigen Namen gelegt: Ab 1813 galten in Köln nur noch französische Straßennamen, die Straße hieß nun rue haute. Ein preußisches Edikt schaffte diese 1816 wieder ab und legte einheitlich den Namen „Hohe Straße“ fest.

Der Name verweist auf die erhöhte Lage: Die Straße erhebt sich zwischen zehn und fünfzehn Metern über dem mittleren Wasserstand des Rheins.

© A.Savin · CC BY-SA 3.0

Handel, Kaufhäuser und Passagen

Ab dem 19. Jahrhundert wandelte sich die Straße zur bedeutenden Handelsmeile. Hier siedelte sich der Handel mit Luxusartikeln an – Mode, Kölnisch Wasser, Zigarren und Bücher. Bekannte Namen wie Farina (Kölnisch Wasser) und der Tabakhändler Joseph Feinhals prägten das Bild.

1863 eröffnete mit der „Königin-Augusta-Halle“ die erste großstädtische Ladenpassage der Stadt – nach dem Sillem's Bazar in Hamburg die zweite bedeutende Einkaufspassage Deutschlands. Aus dem Kaufhaus von Leonhard Tietz ging über Umwege das heutige Galeria-Warenhaus hervor. Die Stollwerck-Passage ist die einzige erhaltene Einkaufspassage aus der vornehmen Vorkriegszeit.

© Unknown author Unknown author · CC BY-SA 3.0 de

Zerstörung und Wiederaufbau

Im Zweiten Weltkrieg verwandelten Luftangriffe die Straße in ein Trümmerfeld, rund 90 Prozent der Bausubstanz wurden zerstört. Anders als viele andere Städte behielt Köln beim Wiederaufbau den alten, mittelalterlich geprägten Grundriss bei. Ab 1948 entstanden vor allem moderne Zweckbauten.

1948 wurde die Hohe Straße als eine der ersten Geschäftsstraßen Deutschlands für den Autoverkehr gesperrt. Zur vollständigen Fußgängerzone wurde sie 1967 durch Oberbürgermeister Theo Burauen. Im selben Zeitraum betrieb der Jazzproduzent Gigi Campi hier ein Eiscafé, das zum Treffpunkt der Kölner Kulturszene und internationaler Prominenz wurde.

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Die Hohe Straße heute

Wegen der hohen Mieten dominieren umsatzstarke Filialgeschäfte, oft auf Franchise-Basis, während klassische Fachgeschäfte selten geworden sind. Das Angebot reicht von Kaufhäusern über Schuh- und Modeläden bis zu Optikern, Parfümerien, Buchläden und Juwelieren. Außengastronomie findet man wegen der geringen Straßenbreite und des dichten Fußgängerstroms fast nur in den Nebenstraßen. Von den rund 90 Ladenlokalen bieten knapp 30 Prozent mehr als 500 Quadratmeter Verkaufsfläche.

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Zeitstrahl

  1. 1863
    Eröffnung der Königin-Augusta-Halle, der ersten großstädtischen Ladenpassage Kölns
  2. 1816
    Ein preußisches Edikt legt den einheitlichen Namen „Hohe Straße“ fest
  3. 1907
    Einweihung des Stollwerck-Hauses mit seiner Einkaufspassage
  4. 1948
    Sperrung für den Autoverkehr als eine der ersten Geschäftsstraßen Deutschlands
  5. 1967
    Eröffnung als vollständige Fußgängerzone durch OB Theo Burauen
  6. 1974
    Eröffnung des ersten McDonald's-Restaurants in Köln in Nr. 84
  7. 2023
    Platz acht der meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands

Galerie

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Adresse

Hohe Str.
50667 Köln

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-13

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