Hänneschen-Theater
Traditionelles Kölner Stockpuppentheater am Eisenmarkt, seit 1802 — gespielt wird auf Kölsch mit Figuren wie Tünnes und Schäl.
Das Hänneschen-Theater, offiziell „Puppenspiele der Stadt Köln“, ist ein Stockpuppentheater am Eisenmarkt im Stadtteil Altstadt-Nord. Es besteht seit 1802 und spielt seine Stücke auf Kölsch.
Auf einen Blick
- Art
- Stockpuppentheater (Puppenspiele der Stadt Köln)
- Lage
- Eisenmarkt, südliches Martinsviertel, Altstadt-Nord (Bezirk Innenstadt)
- Gegründet
- 1802 durch den Schneider Johann Christoph Winters
- Träger
- Stadt Köln
- Team
- rund 25 Festangestellte, davon 14 Puppenspieler
- Sprache
- alle Stücke auf Kölsch geschrieben und gespielt
- Schutz
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Eignung
- Vorstellungen für Erwachsene und Kinder
Als das Theater 1926 wiedereröffnet wurde, zog es ins sogenannte Rubenshaus in der Sternengasse 10 – jenes Haus, in dem der Maler Peter Paul Rubens seine Kindheit verbracht hatte und in dem 1642 die französische Ex-Königin Maria von Medici gestorben war.
Das kannst du hier erleben
- Eine Vorstellung mit den Stockpuppen erleben
- Tünnes, Schäl und Hänneschen auf der Bühne treffen
- In die Mundart eintauchen und Kölsch lauschen
- Eine Kindervorstellung am Nachmittag besuchen
- Das denkmalgeschützte Theater am Eisenmarkt bestaunen
- Zur Karnevalszeit eine Puppensitzung erleben
Geschichte
Der in Bonn geborene Schneider Johann Christoph Winters gründete das Theater 1802 in der Mauthgasse; die Anfänge waren einfache Krippenspiele für Kinder in der Adventszeit. Nach Winters’ Tod 1862 führte Peter Josef Klotz, verheiratet mit einer seiner Enkelinnen, das Haus weiter, bis es 1919 geschlossen wurde. Auf Bestreben von Konrad Adenauer und Carl Niessen gründete sich 1925 eine Kommission zur Wiederbelebung, sodass das Theater am 9. Oktober 1926 unter Trägerschaft der Stadt im Rubenshaus in der Sternengasse wiedereröffnete. Seit dem 29. Juli 1938 befindet sich das Hänneschen-Theater, mit Unterbrechungen in Kriegs- und Nachkriegszeit, am Eisenmarkt.
Figuren und Stücke
Handlungsort der Stücke ist Knollendorf, eine fiktive Ortschaft vor den Toren Kölns. Die Figuren verkörpern typische Eigenschaften eines Kölners, darunter Tünnes und Schäl sowie Hänneschen und Bärbelchen. Hänneschen ist außerhalb der Puppensitzungen der Held der meisten Stücke und in den Nachmittagsvorstellungen die Identifikationsfigur für Kinder.
Puppensitzung im Karneval
Ein fester Bestandteil des Kölner Karnevals ist die Puppensitzung, eine jährliche Persiflage auf den Sitzungskarneval, in der neben den üblichen Figuren auch Puppenversionen aktueller Kölner Karnevalsgrößen auftreten. Bereits beim ersten Karnevalszug in Köln 1823 war das Hänneschen-Theater vertreten und ist bis heute dabei.
Wissenswertes
Mit rund 25 Festangestellten ist es das mitarbeiterstärkste Puppentheater Deutschlands und erwirtschaftet etwa 60 Prozent seines Etats selbst. Im Juni 2016 erhielt es vom Landschaftsverband Rheinland den Rheinlandtaler für Verdienste um die kulturelle Entwicklung des Rheinlands.
Zeitstrahl
- 1802Gründung durch Johann Christoph Winters in der Mauthgasse
- 1823Erstmals beim ersten Kölner Karnevalszug dabei
- 1847Franz Andreas Millewitsch eröffnet konkurrierendes Puppentheater
- 1862Winters stirbt; Peter Josef Klotz übernimmt das Theater
- 1919Schließung nach Tod des letzten Familienmitglieds
- 1926Wiedereröffnung am 9. Oktober im Rubenshaus, Sternengasse 10
- 1938Umzug an den Eisenmarkt am 29. Juli (bis heute)
- 2022Mareike Marx wird am 8. November neue Intendantin
Galerie
Karte
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Adresse
Eisenmarkt 2 – 4
50667 Köln
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizieller Instagram-Account (@haenneschentheater)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-23)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-23, rev 264169198)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26
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