Millowitsch-Theater / Volksbühne am Rudolfplatz
1953 lief hier die erste Live-Fernsehübertragung eines Bühnenstücks Deutschlands — die Mundartbühne der Millowitschs, heute Volksbühne am Rudolfplatz.
Die Volksbühne am Rudolfplatz an der Aachener Straße war als Millowitsch-Theater eine private Mundartbühne, die durch Fernsehübertragungen über die Region hinaus bekannt wurde. Getragen wurde sie über sieben Generationen von der Kölner Schauspielerfamilie Millowitsch.
Auf einen Blick
- Art
- Privates Mundarttheater; heute Programm aus Comedy, Kabarett sowie Musik- und literarischen Events
- Lage
- Aachener Straße 5, Köln-Neustadt/Süd
- Stadtbezirk
- Innenstadt
- Bekannt für
- 1953 erste Live-Fernsehübertragung eines Bühnenstücks in Deutschland
- Bedeutung
- Von 1936 bis 2014 eine der größten privat geführten Kölner Bühnen
Die erste Live-Übertragung eines Bühnenstücks im deutschen Fernsehen – am 27. Oktober 1953 – war ursprünglich gar nicht geplant: Der NWDR sendete das Stück nur als kurzfristigen Ersatz für eine ausgefallene Sportübertragung, und genau dieser Zufall machte das Millowitsch-Theater schlagartig deutschlandweit bekannt.
Das kannst du hier erleben
- Eine Vorstellung aus Comedy, Kabarett oder Musik erleben
- Ein Konzert oder literarisches Event besuchen
- Auf den Spuren von sieben Generationen Millowitsch durch die Theatergeschichte eintauchen
- Die traditionsreiche Bühne am Rudolfplatz bestaunen
- Vor dem berühmten Haus an der Aachener Straße ein Foto machen
Von der Puppenbühne zum Theater
Der Name Millowitsch wurde 1792 mit dem Puppenspieler Michael Millowitsch erstmals in Köln erwähnt. Über Generationen spielte die Familie mit Stockpuppen, etwa Figuren wie Hänneschen oder Tünnes und Schäl. 1849 entstand ein kleines Theater in der Weyerstraße. Am 1. Mai 1895 trat die Familie am Neumarkt erstmals mit echten Schauspielern als „Kölner plattdeutsche Volksbühne“ auf.
Das Haus an der Aachener Straße
1936 ließ sich das Theater in der Nähe des Rudolfplatzes nieder; am 16. Oktober 1936 wurde das neue Haus mit dem Stück „Mädchen für alles“ eröffnet. Zuvor hatte das Gebäude die Coloniasäle beherbergt, in denen Tanzveranstaltungen und im Ersten Weltkrieg militärische Musterungen stattfanden. Von 1936 bis 2014 zählte es zu den größten privat geführten Bühnen Kölns. 1940 übernahm Willy Millowitsch die Leitung. Im Zweiten Weltkrieg zog die Familie als Fronttheater hinter der Wehrmacht durch das besetzte Belgien und Frankreich. Auf Wunsch des damaligen Oberbürgermeisters Konrad Adenauer wurde der Spielbetrieb am 19. Oktober 1945 mit „Das Glücksmädel“ wieder aufgenommen.
Fernsehen und Schwank
Am 27. Oktober 1953 übertrug der NWDR mit „Der Etappenhase“ von Karl Bunje die erste Live-Sendung eines Bühnenstücks im deutschen Fernsehen — als Ersatz für eine ausgefallene Sportübertragung. Die Aufführung machte das Theater deutschlandweit bekannt. In der Folge stand überwiegend der derb-komische Schwank auf dem Spielplan, mit mehr als hundert weiteren Stücken, darunter „Tante Jutta aus Kalkutta“ mit einer Einschaltquote von 88 Prozent.
Heute: Volksbühne am Rudolfplatz
2015 übernahmen neue Betreiber das Haus und benannten es in Volksbühne am Rudolfplatz um. Zunächst bespielte Peter Millowitsch mit seinem Ensemble das Haus noch die Hälfte des Jahres, daneben gab es Gastspiele, Events und Konzerte. Am 25. März 2018 löste Millowitsch das Ensemble nach sieben Generationen aus wirtschaftlichen und Altersgründen auf; seither gestaltet die Geschäftsleitung das Programm ganzjährig.
Zeitstrahl
- 1792Michael Millowitsch (Puppenspieler) erstmals in Köln erwähnt
- 1. Mai 1895Erster Auftritt als „Kölner plattdeutsche Volksbühne" am Neumarkt
- 16. Oktober 1936Einzug in die Aachener Straße; Premiere „Mädchen für alles"
- 1940Willy Millowitsch übernimmt die Theaterleitung
- 19. Oktober 1945Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach dem Zweiten Weltkrieg
- 27. Oktober 1953Erste Live-TV-Übertragung eines Bühnenstücks im deutschen Fernsehen (NWDR)
- 2015Umbenennung in Volksbühne am Rudolfplatz unter neuer Geschäftsleitung
- 25. März 2018Millowitsch löst sein Ensemble nach sieben Generationen auf
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Adresse
Aachener Str. 5
50674 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 18:00–19:30
Di: 18:00–19:30
Mi: 18:00–19:30
Do: 18:00–19:30
Fr: 18:00–19:30
Sa: 18:00–19:30
So: 18:00–19:30
Das könnte dich auch interessieren – themenverwandt oder in der Nähe
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
- Offizielle Website
- Wikidata (abgerufen 2026-06-23)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-23, rev 267911282)
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-24)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26
Wie diese Seite entsteht
Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.
Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.




