Zum Inhalt springen
stuff to do in.cologne
Dauerhaft geschlossen
Dieser Ort ist dauerhaft geschlossen.
© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Karmel St. Joseph Köln

Ehemaliger Karmelitinnen-Konvent, dessen neugotische Kapelle heute als Rumpf in einen Bürokomplex am Gereonskloster eingebaut ist.

Politische Maßnahmen des Kulturkampfs beendeten die Gemeinschaft nach rund 25 Jahren; erhalten blieb allein ein Teil der Klosterkirche, der später in einen Verwaltungsbau aufging.

Auf einen Blick

Art
Ehemaliger Karmelitinnen-Konvent mit Kapelle
Lage
Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt, am Gereonskloster westlich hinter St. Gereon
Gegründet
1850 genehmigt, Einzug 1853
Bestand
bis 1875
Architekt
Vincenz Statz
Kapelle
geweiht 1863
Denkmalschutz
Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Wusstest du?

Der Rumpf der einstigen Klosterkapelle wurde in den Gebäudekomplex der ehemaligen Gerling-Versicherung integriert, den ab 1945 der Bildhauer und Architekt Arno Breker gestaltete – heute dient der gewölbte Kirchenraum mit Marmorsäulen als Bibliothek und Konferenzort mit einem großen ovalen Holztisch.

Geschichte

Der Konvent war eine Tochtergründung des 1639 errichteten und 1802 aufgehobenen Karmels Maria vom Frieden in der Schnurgasse. Nach der Auflösung des ersten Klosters durch die französischen Revolutionstruppen ab 1794 bemühte sich ab 1830 die Kölner Bürgerschaft um eine erneute Niederlassung, die 1850 gelang. Drei Schwestern aus einem Lütticher Konvent bildeten den Grundstock. Sr. Josepha Herbertz wurde zur ersten Priorin gewählt; die Gemeinschaft wuchs auf vierzehn Klausurschwestern, zwei Klausurnovizinnen und drei Außenschwestern. Zunächst bezogen die Schwestern ein Anwesen in der Dechanei von St. Kunibert in der nördlichen Kölner Innenstadt und unterstellten den Karmel dem Patrozinium der unbefleckten Empfängnis.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY-SA 3.0

Kloster und Kapelle

1851 erwarben die Schwestern ein Haus samt Grundstück am Gereonskloster, 1853 zogen sie in die neu errichteten Bauten ein und stellten den Karmel unter das Patrozinium des Hl. Josef. 1856 wurde Sr. Franziska zur Priorin gewählt: Als Kölner Bürgerin hatte sie sich maßgeblich für die Genehmigung der Neugründung eingesetzt und trat später selbst in den Orden ein; auf sie geht wohl auch die Errichtung der Josefs-Kapelle zurück. Die Klosterkirche entstand aus rotbraunem Backstein in neugotischem Stil, mit rechteckiger Frontfassade, Staffelgiebel samt aufgesetztem Kreuz, Satteldach über kurzem Schiff, Strebepfeilern und maßwerkverzierten Rundbogenfenstern. Tuffstein zierte Pfeilerabdeckungen, Fenster und ein teilweise umlaufendes Gesims.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY-SA 3.0

Ende des Konvents

Während des Kulturkampfes wurden im Erzbistum Köln bis 1877 zahlreiche Ordensniederlassungen aufgehoben; die Schwestern gingen nach Echt bei Roermond. Den dortigen Neubau finanzierten sie zum Teil aus dem Verkauf des Kölner Klosters. Die Kölner Anlage wurde zu einem Mädchenheim umgewandelt, das die bereits 1854 gegründete Stiftung des Pfarrers Jakob van Gils unterhielt und die Vinzentinerinnen aus Nippes führten; in der Kapelle fanden weiter Gottesdienste statt. 1896 kehrten einige Karmelitinnen zurück und errichteten in Lindenthal den Karmel Maria vom Frieden.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY-SA 3.0

Heute

Die ohne ihre Fassadenfront als Rumpf erhaltene Kapelle wurde in die Bauten der früheren Gerling-Konzernzentrale (heute Talanx) integriert, die ab 1945 maßgeblich von Arno Breker gestaltet wurden; das umgebende Quartier trägt den Namen Friesenviertel. Der umbaute Raum ist an drei Seiten von einem gepflasterten Innenhof umgeben. Das gewölbte Schiff mündet in einen Chor mit 5/8-Schluss. Ockerfarbige Gewölberippen ruhen im Chor auf seitlichen Konsolen, im Schiff bündeln sie sich zusätzlich auf den Kapitellen zweier dunkler Marmorsäulen. Der restaurierte Raum diente als Bibliothek und für gelegentliche Konferenzen; darauf war ein raumbestimmender ovaler Tisch aus edlem Holz abgestimmt.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY-SA 3.0

Zeitstrahl

  1. 1639
    Karmel Maria vom Frieden in der Schnurgasse errichtet
  2. 1794
    Übernahme Kölns durch französische Revolutionstruppen, Kloster aufgelöst
  3. 1802
    Karmel Maria vom Frieden aufgehoben
  4. 1830
    Bemühungen um Neugründung des Ordens beginnen
  5. 1850
    Genehmigung zur Neuniederlassung erfolgreich, drei Schwestern aus Lüttich kommen nach Köln
  6. 1851
    Erwerb eines Hauses und Grundstücks am Gereonskloster
  7. 1853
    Umzug in die neu errichteten Klosterbauten von Vincenz Statz
  8. 1856
    Sr. Franziska zur Priorin gewählt
  9. 1863
    Konsekration der Kapelle St. Joseph
  10. 1877
    Bis dahin 74 Ordensniederlassungen im Erzbistum Köln aufgehoben, Schwestern gehen nach Echt
  11. 1896
    Rückkehr einiger Karmelitinnen, Gründung des Karmels Maria vom Frieden in Lindenthal
  12. 1945
    Umgestaltung des Gebäudekomplexes durch Arno Breker beginnt

Galerie

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0 · Commons
© HOWI - Horsch, Willy · CC BY-SA 3.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 3.0 · Commons
© Chris06 · CC0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Chris06 · CC BY-SA 4.0 · Commons

Karte

Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.

Das könnte dich auch interessieren – themenverwandt oder in der Nähe

St. Joseph (Köln-Ehrenfeld)

seit 1872

St. Joseph ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Köln-Ehrenfeld an der Venloer Straße. Die ursprünglich neugotische Backsteinbasilika von Vincenz Statz wurde nach der Kriegszerstörung in den 1950er-Jahren wiederaufgebaut.

St. Joseph (Braunsfeld)

seit 1952
4,3(21)· Google

Römisch-katholische Nachkriegskirche in Köln-Braunsfeld, 1952–1954 nach Plänen von Rudolf Schwarz und Joseph Bernard errichtet und seit 1999 denkmalgeschützt.

St. Joseph (Köln-Kalk)

Neugotische Backstein-Hallenkirche in Köln-Kalk mit Bleiglasfenstern von Dominikus Böhm, darunter sieben Kreuzweg-Fenster im Querschiff.

Kommentare

  • Lade Kommentare…

Quellen & Links

Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-07

Wie diese Seite entsteht

Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.

Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.

Fehlt etwas oder stimmt etwas nicht?

Hilf mit, die Seite besser zu machen — schlag eine Änderung oder einen neuen Ort vor.