Karmel St. Joseph Köln
Ehemaliger Karmelitinnen-Konvent, dessen neugotische Kapelle heute als Rumpf in einen Bürokomplex am Gereonskloster eingebaut ist.
Politische Maßnahmen des Kulturkampfs beendeten die Gemeinschaft nach rund 25 Jahren; erhalten blieb allein ein Teil der Klosterkirche, der später in einen Verwaltungsbau aufging.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Ehemaliger Karmelitinnen-Konvent mit Kapelle
- Lage
- Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt, am Gereonskloster westlich hinter St. Gereon
- Gegründet
- 1850 genehmigt, Einzug 1853
- Bestand
- bis 1875
- Architekt
- Vincenz Statz
- Kapelle
- geweiht 1863
- Denkmalschutz
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Der Rumpf der einstigen Klosterkapelle wurde in den Gebäudekomplex der ehemaligen Gerling-Versicherung integriert, den ab 1945 der Bildhauer und Architekt Arno Breker gestaltete – heute dient der gewölbte Kirchenraum mit Marmorsäulen als Bibliothek und Konferenzort mit einem großen ovalen Holztisch.
Geschichte
Der Konvent war eine Tochtergründung des 1639 errichteten und 1802 aufgehobenen Karmels Maria vom Frieden in der Schnurgasse. Nach der Auflösung des ersten Klosters durch die französischen Revolutionstruppen ab 1794 bemühte sich ab 1830 die Kölner Bürgerschaft um eine erneute Niederlassung, die 1850 gelang. Drei Schwestern aus einem Lütticher Konvent bildeten den Grundstock. Sr. Josepha Herbertz wurde zur ersten Priorin gewählt; die Gemeinschaft wuchs auf vierzehn Klausurschwestern, zwei Klausurnovizinnen und drei Außenschwestern. Zunächst bezogen die Schwestern ein Anwesen in der Dechanei von St. Kunibert in der nördlichen Kölner Innenstadt und unterstellten den Karmel dem Patrozinium der unbefleckten Empfängnis.
Kloster und Kapelle
1851 erwarben die Schwestern ein Haus samt Grundstück am Gereonskloster, 1853 zogen sie in die neu errichteten Bauten ein und stellten den Karmel unter das Patrozinium des Hl. Josef. 1856 wurde Sr. Franziska zur Priorin gewählt: Als Kölner Bürgerin hatte sie sich maßgeblich für die Genehmigung der Neugründung eingesetzt und trat später selbst in den Orden ein; auf sie geht wohl auch die Errichtung der Josefs-Kapelle zurück. Die Klosterkirche entstand aus rotbraunem Backstein in neugotischem Stil, mit rechteckiger Frontfassade, Staffelgiebel samt aufgesetztem Kreuz, Satteldach über kurzem Schiff, Strebepfeilern und maßwerkverzierten Rundbogenfenstern. Tuffstein zierte Pfeilerabdeckungen, Fenster und ein teilweise umlaufendes Gesims.
Ende des Konvents
Während des Kulturkampfes wurden im Erzbistum Köln bis 1877 zahlreiche Ordensniederlassungen aufgehoben; die Schwestern gingen nach Echt bei Roermond. Den dortigen Neubau finanzierten sie zum Teil aus dem Verkauf des Kölner Klosters. Die Kölner Anlage wurde zu einem Mädchenheim umgewandelt, das die bereits 1854 gegründete Stiftung des Pfarrers Jakob van Gils unterhielt und die Vinzentinerinnen aus Nippes führten; in der Kapelle fanden weiter Gottesdienste statt. 1896 kehrten einige Karmelitinnen zurück und errichteten in Lindenthal den Karmel Maria vom Frieden.
Heute
Die ohne ihre Fassadenfront als Rumpf erhaltene Kapelle wurde in die Bauten der früheren Gerling-Konzernzentrale (heute Talanx) integriert, die ab 1945 maßgeblich von Arno Breker gestaltet wurden; das umgebende Quartier trägt den Namen Friesenviertel. Der umbaute Raum ist an drei Seiten von einem gepflasterten Innenhof umgeben. Das gewölbte Schiff mündet in einen Chor mit 5/8-Schluss. Ockerfarbige Gewölberippen ruhen im Chor auf seitlichen Konsolen, im Schiff bündeln sie sich zusätzlich auf den Kapitellen zweier dunkler Marmorsäulen. Der restaurierte Raum diente als Bibliothek und für gelegentliche Konferenzen; darauf war ein raumbestimmender ovaler Tisch aus edlem Holz abgestimmt.
Zeitstrahl
- 1639Karmel Maria vom Frieden in der Schnurgasse errichtet
- 1794Übernahme Kölns durch französische Revolutionstruppen, Kloster aufgelöst
- 1802Karmel Maria vom Frieden aufgehoben
- 1830Bemühungen um Neugründung des Ordens beginnen
- 1850Genehmigung zur Neuniederlassung erfolgreich, drei Schwestern aus Lüttich kommen nach Köln
- 1851Erwerb eines Hauses und Grundstücks am Gereonskloster
- 1853Umzug in die neu errichteten Klosterbauten von Vincenz Statz
- 1856Sr. Franziska zur Priorin gewählt
- 1863Konsekration der Kapelle St. Joseph
- 1877Bis dahin 74 Ordensniederlassungen im Erzbistum Köln aufgehoben, Schwestern gehen nach Echt
- 1896Rückkehr einiger Karmelitinnen, Gründung des Karmels Maria vom Frieden in Lindenthal
- 1945Umgestaltung des Gebäudekomplexes durch Arno Breker beginnt
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-07
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