Brauerei Päffgen
Traditionelle Kölner Hausbrauerei in der Friesenstraße, seit 1883 in Familienhand — das unpasteurisierte Päffgen-Kölsch gibt es nur vom Fass.
Die Brauerei Päffgen ist eine traditionelle Kölner Hausbrauerei, deren Päffgen-Kölsch seit dem 19. Jahrhundert in der Friesenstraße nahe dem Friesenplatz gebraut wird. Im angeschlossenen Brauhaus wird das Bier auch ausgeschenkt und verkauft.
Auf einen Blick
- Gegründet
- 1883 von Hermann Päffgen
- Standort
- Friesenstraße, nahe Friesenplatz, Köln
- Hauptprodukt
- Päffgen-Kölsch, obergäriges Vollbier vom Fass
- Jahresausstoß
- rund 6.000 Hektoliter
- Besonderheit
- nicht pasteurisiert, ausschließlich vom Fass — nie in Flaschen
- Familienbetrieb
- seit über vier Generationen in Familienhand
- Mitgliedschaften
- Kölner Brauereiverband, Kölsch-Konvention von 1985
Von der Sternengasse in die Friesenstraße
Hermann Päffgen gründete die Brauerei 1883 zunächst im Rubens-Haus in der Sternengasse, wo er eine ältere Braustätte übernahm. Schon 1884 zog er in die Friesenstraße um und baute das Unternehmen in der Halle eines ehemaligen Fuhrunternehmens neu auf. Die Lage war günstig gewählt: Nach dem 1881 begonnenen Abriss der Stadtmauer entstanden hier die Kölner Ringe und die neue Neustadt. Im Vorderhaus wurde das frisch gebraute Bier ausgeschenkt, dazu gab es eine bürgerliche Küche mit regionalen Kölner Gerichten.
Vier Generationen Brauhaustradition
Nach dem Tod des Gründers führte seine Witwe das Unternehmen ab 1918 weiter, bevor 1934 die Söhne Hermann jun. und Ludwig Päffgen unter der Firma „Gebr. Päffgen, obergärige Hausbrauerei" übernahmen. Nach Ludwigs Tod 1954 leitete Hermann das Haus gemeinsam mit seiner Frau Anna Päffgen, die noch bis 1992 am Betrieb beteiligt blieb.
1964 trat mit Hermann Päffgen jun. die dritte Generation ein — er hatte an der Brauerhochschule in Weihenstephan das Braumeister-Diplom erworben. Als er 1971 im Alter von nur 34 Jahren nach schwerer Krankheit starb, folgte die vierte Generation: Rudolf Päffgen übernahm 1974 die Leitung und wurde 1977 geschäftsführender Gesellschafter. Sein Braumeister wurde Udo Kaufmann.
Krieg und Wiederaufbau
Der letzte große Luftangriff auf Köln am 2. März 1945 brachte auch für Päffgen das vorläufige Ende — vor allem die Gasträume wurden fast vollständig zerstört. Nach schwierigem Wiederaufbau eröffnete das Brauhaus am Ostermontag 1949 wieder. In den Wirtschaftswunderjahren wurde das Kölsch endgültig zum Lieblingsgetränk der Kölner.
Von der langen Geschichte zeugen bis heute einige Details: Bis 1955 fuhren Pferdefuhrwerke zur Malzanlieferung durch die Schwemme, deren Tische sich noch immer hochklappen lassen. In den 1950er Jahren erhielt der Biergarten ein im Sommer aufkurbelbares Glasdach, das ihn auch in der kalten Jahreszeit nutzbar macht. Erhalten ist auch das „Thekenschaaf", ein kleines Gehäuse, von dem aus früher der Chef den Überblick über Köbesse, Bier und Gäste behielt.
Das Kölsch
Päffgen-Kölsch wird als obergäriges Vollbier nach handwerklicher Brauart und dem Reinheitsgebot von 1516 gebraut und nicht pasteurisiert — es lässt sich daher nur begrenzt lagern. Nach der Filtrierung wird es in Fässer abgefüllt und kühl bis zur Reife gelagert. Wegen der geringen Kapazität von rund 6.000 Hektolitern jährlich ist der Ausschank auf wenige Kölner Gaststätten beschränkt: Die erste war das von einem ehemaligen Päffgen-Köbes betriebene Lommerzheim in Köln-Deutz, im Juli 2007 kam das Haus Töller in der Weyerstraße hinzu.
Tradition und Anerkennung
Die Brauerei gehört dem Kölner Brauereiverband an und unterzeichnete 1985 die Kölsch-Konvention. Ihre Braumeister sind Mitglieder der seit über 600 Jahren bestehenden St.-Peter-von-Mailand-Bruderschaft, die die Kölner Brautradition pflegt; während des 600-Jahr-Jubiläums war Rudolf Päffgen deren Praeses. Der Gastronomiekritiker Jürgen Dollase würdigte die Küche des Stammhauses in der FAZ als „klar-herausgearbeitete, prototypische rheinische Küche".
Karte
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Adresse
Friesenstraße 64-66
50670 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 12:00–00:00
Di: 12:00–00:00
Mi: 12:00–00:00
Do: 12:00–00:00
Fr: 12:00–00:30
Sa: 12:00–00:30
So: 12:00–00:00
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-08-19)
- Wikipedia (abgerufen 2026-08-18, rev 269461810)
- Wikidata (abgerufen 2026-08-18)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-18
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