Zum Inhalt springen
stuff to do in.cologne
© Neulich im Roxy Kino · CC BY 3.0

Bier-Esel – Kölns ältestes Muschelhaus in der Altstadt

Traditionsgaststätte in der Kölner Altstadt mit über 700-jähriger Wirtshaus-Geschichte, die sich als ältestes Muschelhaus der Stadt bezeichnet.

Mitten in der Kölner Altstadt-Nord steht mit dem Bier-Esel eine Gaststätte, deren Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen. Das Haus beruft sich auf eine über 700-jährige Tradition als eine der „Altkölnischen Wirtschaften“ und bezeichnet sich als ältestes Muschelhaus Kölns.

Auf einen Blick

Ort
Köln, Stadtbezirk Altstadt-Nord, Breite Straße 114
Art
Traditionsgaststätte, historisches Brauhaus
Erste Erwähnung
1297 als Haus „Zum Esel“
Tradition
über 700 Jahre, eine der „Altkölnischen Wirtschaften“
Spezialität
frische Miesmuscheln – „das älteste Muschelhaus in Köln“
Brauende
1873 mit dem Tod des letzten Brauherren

Mittelalterliche Ursprünge

Die erste schriftliche Erwähnung des Hauses „Zum Esel“ in der Breite Straße stammt aus dem Jahr 1297. Nur wenige Jahrzehnte später, 1319, taucht es als „Brauhaus genannt zum Esel“ in den Aufzeichnungen auf. 1400 wechselte das Gebäude den Besitzer: Das benachbarte Kloster St. Clara am Römerturm verkaufte es an Gerhard den Brauer.

© Neulich im Roxy Kino · CC BY 3.0

Zunft und Kölner Reinheitsgebot

Ab 1414 wird das Brauhaus „Zum Esel“ in einem Magistratserlass unter 21 qualifizierten, zur Zunft gehörenden Brauereien geführt, die nach dem Kölner Reinheitsgebot im Stadtgebiet exklusiv Bier brauen durften. 1476 erscheint es als „Wilhelm zum Esel“ in historischen Aufzeichnungen. In der folgenden reichsstädtischen Epoche fehlen konkrete Belege, weil die Listen der Brauer-Bruderschaft nur die Namen der einzelnen Brauer nannten.

© Neulich im Roxy Kino · CC BY 3.0

Vom Brauhaus zum Muschelhaus

Die Brautradition endete 1873 mit dem Tod des letzten Brauherren Everhard Badorff; der alte „Große Esel“ wurde abgerissen. Nach einem umfassenden Umbau – bei dem der Staffelgiebel wich und die Fenster eine „moderne“ Form erhielten – führte der Brauer Wirtfeld das Lokal weiter. 1892 erwarb die Brauerei Sünner aus Köln-Kalk das Haus. Als Fritz Austermühle 1912 die Gaststätte übernahm, spezialisierte er sich auf frische Miesmuscheln aus der Nordsee. Eine enge Freundschaft der Familie Sünner mit norddeutschen Muschelzüchtern machte den Bier-Esel zum „Ersten Coelner Muschelhaus“.

© Neulich im Roxy Kino · CC BY 3.0

Zerstörung und Wiederaufbau

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bier-Esel durch Luftangriffe weitgehend zerstört. 1948 begann der Wiederaufbau, 1962 waren die Restaurierungsarbeiten an Restaurant und Schänke abgeschlossen. Bis 1977 führte Willy Austermühle, ein Sohn von Fritz Austermühle, die Gaststätte weiter.

© Neulich im Roxy Kino · CC BY 3.0

Wissenswertes

Im 19. Jahrhundert besaß der „Esel“ – wie damals in guten Brauhäusern üblich – eine allgemeine Stube und eine Herrenstube. Die Einrichtung bestand aus massiven Eichentischen und -bänken, die Wände waren mannshoch mit Eichenholz getäfelt und darüber weiß gestrichen.

© Neulich im Roxy Kino · CC BY 3.0

Galerie

© Neulich im Roxy Kino · CC BY 3.0 · Commons
© Neulich im Roxy Kino · CC BY 3.0 · Commons
© Neulich im Roxy Kino · CC BY 3.0 · Commons

Karte

Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.

Adresse

Breite Str. 114
50667 Köln

Öffnungszeiten

Mo: 12:00–21:30

Di: 12:00–21:30

Mi: 12:00–21:30

Do: 12:00–21:30

Fr: 12:00–22:00

Sa: 12:00–22:00

Kontakt

0221 2576090

Das könnte dich auch interessieren – themenverwandt oder in der Nähe

820 m

Skatepark Altstadt-Nord

3,9(16)· Google

Kleiner Skatepark im Kölner Stadtteil Altstadt-Nord mit Halfpipe und Minirampe – auch für Anfänger geeignet.

Aachener Weiher

4,5(457)· Google

In den 1920ern angelegter Stadtsee im Inneren Grüngürtel Kölns — gesäumt von Biergarten, ostasiatischer Kunst und dem Hiroshima-Nagasaki-Park.

Bierhaus en d’r Salzgass

4,4(800)· Google

Traditionsgaststätte in der Kölner Altstadt mit rund 400 Jahren Brauhausgeschichte – heute Station des Brauhauswanderwegs mit Päffgen Kölsch.

Kommentare

  • Lade Kommentare…

Quellen & Links

Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-18

Wie diese Seite entsteht

Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.

Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.

Fehlt etwas oder stimmt etwas nicht?

Hilf mit, die Seite besser zu machen — schlag eine Änderung oder einen neuen Ort vor.