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© A.Savin · CC BY-SA 3.0

Rheinufertunnel

Straßentunnel am Kölner Rheinufer, über dem der Rheingarten liegt. Bei Hochwasser wird das Gelände darüber zur Auftriebssicherung überflutet.

Schon Oberbürgermeister Konrad Adenauer verfolgte die Idee eines Tunnels am Kölner Rheinufer. Die Stadt verwirklichte das Projekt erst 50 Jahre später, ab 1979.

Auf einen Blick

Art
Straßentunnel, bautechnisch eine Einhausung
Länge
560 Meter
Lage
Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt, entlang des Rheins zwischen Hohenzollernbrücke und Deutzer Brücke
Verkehrsweg
Teil der Bundesstraße 51
Einweihung
5. November 1982
Baukosten
120 Millionen DM
Darüber
der 600 Meter lange Rheingarten
Wusstest du?

Beim Bau des Rheinufertunnels ab 1979 sammelten Schulkinder im Bauschutt archäologisch wertvolle Fundstücke und behielten sie teils – die Baggerarbeiten werden in der Quelle als „archäologische Katastrophe“ bezeichnet.

Bauweise und Rheingarten

Der Tunnel entstand in offener Bauweise. Er liegt tiefer als das umgebende Gelände und erhielt nach der Fertigstellung eine Abdeckung aus Erde. Genau genommen ist er deshalb kein Tunnel, sondern eine Einhausung. Die Bauzeit betrug mehr als drei Jahre. Auf der Fläche über dem Bauwerk legte man den Rheingarten an, eingeweiht am 17. August 1984. Er verbindet die Altstadt mit der Rheinuferpromenade. Zwischen September und November 2006 wurde der Tunnel stellenweise saniert.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Archäologische Funde

Die Baggerarbeiten ab 1979 lösten eine archäologische Katastrophe aus. Schulkinder sammelten im Bauschutt Gegenstände von archäologischem Wert auf und behielten einen Teil davon. Bei weiteren offiziellen Grabungen kam am 21. Januar 1981 ein Kopf aus lothringischem Kalkstein zum Vorschein. Später fanden sich außerdem Teile von Kerbschnittgürtelgarnituren.

© Oliver Wald from Eschweiler, Germany · CC BY 2.0

Schutz vor Hochwasser

Wegen seiner tiefen Lage nahe am Rhein ist der Tunnel mit Fluttoren ausgestattet. Er besitzt keine ausreichende Auftriebssicherung und gilt als gefährdetes Bauwerk. Um Bauschäden zu vermeiden, müsste er ab einem Pegel von 10,70 Metern geflutet werden. Damit der Aufwand einer solchen Flutung entfällt, wurde die Schutzwand hinter dem Tunnel oder etwa auf Höhe seiner landseitigen Wand angelegt. Bei Hochwasser wird das Gelände über dem Tunnel überflutet, um ihn gegen Auftrieb zu sichern. Das ist ohne Weiteres möglich, da sich dort keine schützenswerten Bauwerke oder Verkehrswege befinden, sondern nur der Rheingarten mit der Uferpromenade.

© Duhon · CC BY 3.0

Gestufte Vorsorge und das Hochwasser 1995

Die Vorsorge richtet sich nach dem Kölner Pegel: Ab 6,20 Metern wird die Schifffahrt erstmals eingeschränkt, bei 8,30 Metern eingestellt, bei 9,80 Metern wird der Tunnel geschlossen. Am 30. Januar 1995 erreichte der Rhein 10,69 Meter und überschwemmte die Rampen des geschlossenen Tunnels. Am 2. Februar 1995 wurden sie leergepumpt. Einen Tag später konnte der Tunnel bei einem Wasserstand von 8,60 Metern wieder freigegeben werden.

© Duhon · CC BY 3.0

Pläne für eine Verlängerung

Presseberichten zufolge sprach sich der „Masterplan Innenstadt Köln“ vom Dezember 2008 dafür aus, den Tunnel bis zum Rheinauhafen zu verlängern. Dazu soll die Rheinuferstraße auf etwa 1,5 Kilometern weiter nach Süden bis zum Ubierring schrittweise tiefergelegt werden. Ziel ist, die gesamte Südstadt baulich enger an den Rhein anzubinden und die Lebens- und Aufenthaltsqualität in den dortigen Stadtgebieten zu erhöhen.

© dronepicr · CC BY 2.0

Zeitstrahl

  1. 1979
    Baubeginn des Rheinufertunnels in offener Bauweise
  2. 1981
    Archäologische Funde bei Ausgrabungen: Kopf aus lothringischem Kalkstein (21. Januar)
  3. 1982
    Einweihung des Rheinufertunnels am 5. November
  4. 1984
    Einweihung des Rheingartens über dem Tunnel am 17. August
  5. 1995
    Hochwasser: Rampen überflutet, Tunnel am 3. Februar wieder freigegeben
  6. 2006
    Sanierungsmaßnahmen im Tunnel (September bis November)
  7. 2008
    Masterplan Innenstadt befürwortet Verlängerung bis zum Rheinauhafen (Dezember)

Galerie

© GeorgDerReisende · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-10-15

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