Historisches Archiv des Erzbistums Köln
Seit 1921 sammelt das Archiv Schriftgut des Erzbistums Köln. Sein ältestes Stück ist eine Grundstücksüberschreibung vom 29. Januar 942.
Neben den Unterlagen der Bistumsverwaltung verwahrt das Archiv auch Nachlässe von Architekten. Ihr Gesamtwerk wurde durch die kirchliche Bautätigkeit der Nachkriegszeit signifikant geprägt.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Archiv des Erzbistums Köln (Sigle AEK)
- Lage
- Gereonstraße 2–4, Köln-Altstadt-Nord (Stadtbezirk Innenstadt)
- Gegründet
- 1921
- Bestand
- rund 6500 Regalmeter, darunter ca. 5300 Urkunden
- Kapazität
- 20 Regalkilometer
- Gebäude
- errichtet 1956–1958, seit 1992 denkmalgeschützt
- Nutzung
- offen für Forschende und Interessierte, Lesesaal mit 20 Plätzen
Nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009 diente das Erzbistumsarchiv als Asyl für 60.000 unbeschädigte Pergamenturkunden und stellte dafür kurzerhand drei Regalkilometer Platz zur Verfügung.
Geschichte
Karl Joseph Kardinal Schulte, damals Erzbischof von Köln, gründete das Archiv als Einrichtung für die historische Forschung. Zunächst kamen Dokumente der geistlichen Verwaltung aus der Zeit vor 1801 in den Bestand. In diesem Jahr wurde das alte Erzbistum im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Vor dem Zweiten Weltkrieg folgten Bestände des Generalvikariats und Archive der Pfarreien in der Kölner Innenstadt. 1958 zog das Archiv in einen Neubaukomplex des Erzbistums in Altstadt-Nord. Seit 2024 leitet der Historiker und Archivar Joachim Oepen das Haus.
Bestände
Das Archiv sammelt Schriftgut der Kölner Bistumsverwaltung und anderer kirchlicher Organisationen der Diözese. Hinzu kommen Nachlässe und Sammlungen. Seit den 1980er-Jahren gehören auch Archive weiterer katholischer Einrichtungen, Vereine und Verbände dazu. Zu den Beständen zählt zudem das Archiv der Deutschen Bischofskonferenz mit 410 Regalmetern aus den Jahren 1925 bis 1990. 1984 kam mit dem Nachlass von Alfons Leitl der erste Architektennachlass hinzu. Später folgten unter anderem die Nachlässe von Rudolf Schwarz und Fritz Schaller.
Asylarchiv nach dem Einsturz des Stadtarchivs
Im März 2009 stürzte das Historische Archiv der Stadt Köln ein. Das AEK stellte daraufhin kurzfristig drei Regalkilometer für gerettete Bestände bereit. Außerdem bewahrte es als Asylarchiv die 60.000 unbeschädigten Pergamenturkunden auf.
Architektur
Das Archiv liegt in einem Gebäudekomplex nach Plänen von Hans Schumacher und Willy Weyres. Zu dem Komplex gehören auch das erzbischöfliche Haus, das Priesterseminar und die Seminarkirche St. Petrus Canisius. Das Archivgebäude hat drei Geschosse, einen winkelförmigen Grundriss, eine Backsteinfassade und Satteldächer. Nach Westen schließt es mit dem achtgeschossigen „Bücherturm“ ab. Von 2005 bis 2007 entstand ein dreistöckiger Erweiterungsbau unter der Erde, der von außen nicht zu sehen ist. Er bietet 2200 Quadratmeter zusätzliche Fläche. Seit 2015 ergänzt ein Wandrelief von Monika Bartholomé das geschwungene Treppenhaus aus den 1950er-Jahren. Seine dünnen Stäbe spiegeln unter anderem, wie ein Archiv Dokumente auf das Archivwürdige reduziert.
Heute
Der Lesesaal befindet sich im Obergeschoss. Im Archiv hat außerdem die Redaktion des Internetportals der kirchlichen Archive ihren Sitz.
Zeitstrahl
- 942Älteste Urkunde im Bestand: Grundstücksüberschreibung vom 29. Januar
- 1801Auflösung des alten Erzbistums während der Säkularisation
- 1921Gründung des Archivs durch Erzbischof Karl Joseph Kardinal Schulte
- 1958Bezug der Räume im Neubaukomplex in Köln-Altstadt-Nord
- 1984Erster Architektennachlass (Alfons Leitl) übernommen
- 1992Gebäude unter Denkmalschutz gestellt (19. Juni)
- 2005–2007Bau des unterirdischen Erweiterungsbaus mit 15 Regalkilometern
- 2009Nach Einsturz des Kölner Stadtarchivs Aufnahme geretteter Bestände
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