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Pascha

1972 als erstes Hochhausbordell Europas eröffnet — ein zehnstöckiges Laufhaus in Köln-Neuehrenfeld, heute mit Nightclub und Hotel.

Indoor Aussicht

In Köln-Neuehrenfeld steht das Pascha, ein Bordell, das 1972 als erstes Hochhausbordell Europas eröffnete. Die Wikipedia zählt es zu den größten Laufhäusern Europas.

Auf einen Blick

Art
Laufhaus (Bordell)
Lage
Hornstraße, Stadtteil Neuehrenfeld, Stadtbezirk Ehrenfeld
Eröffnung
10. Januar 1972 (nach anderen Quellen 1974)
Gebäude
zehn Stockwerke, ursprünglich mit 126 Appartements
Angebot heute
Laufhaus, Nightclub und Hotel P9 in der 9. Etage (laut offizieller Website)
Belegschaft (2013)
rund 150 Frauen und 90 festangestellte Mitarbeiter
Wusstest du?

Anlässlich der Fußball-WM 2006 hängte das Pascha ein riesiges Plakat mit den Flaggen aller 32 Teilnehmerländer an seine Außenfassade – woraufhin aufgebrachte Muslime protestierten, weil darauf auch die Flaggen Saudi-Arabiens und des Irans mit ihren islamischen Glaubensbekenntnissen zu sehen waren, sodass die Betreiber beide Flaggen schließlich schwärzten.

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Kölner Orten.

Geschichte

Bis zur Eröffnung des Hauses arbeiteten die Kölner Prostituierten überwiegend in der Kleinen Brinkgasse mitten im Zentrum, woraus sich dauerhafte Reibereien mit Anwohnern und Geschäftsleuten ergaben. Um das Gewerbe zu bündeln und zu kontrollieren, ließ der Stadtrat von einem konzessionierten Betreiber auf städtischem Grund ein Hochhaus mit zahlreichen kleinen Separees errichten. Den Versuch der Frauen, ihr Bleiberecht im Zentrum gerichtlich durchzusetzen, wies das Oberverwaltungsgericht ab. Anfangs blieb das Gebäude in der Hornstraße namenlos und firmierte als „Eros-Center“. Nach gutem Start bis Ende der 1970er Jahre verließen zahlreiche Frauen das Haus und gingen in private Clubs; erst 1995, nach einer Zwangsversteigerung und der Umbenennung in „Pascha“, stieg die Kundenzahl wieder.

Insolvenz und Eigentümerwechsel

Weil das Pascha während der COVID-19-Pandemie fünf Monate schließen musste und die Rücklagen aufgebraucht waren, meldeten die Betreiber im September 2020 Insolvenz an; im Januar 2021 folgte die endgültige Schließung, rund 60 Angestellten wurde gekündigt. Anschließend erwarb die chinesische Geschäftsfrau Jing Hu Immobilie und Markenrechte für 11 Millionen Euro; nach einer Renovierung öffnete das Bordell am 14. November 2021 unter dem Betreiber André Wienstroth wieder. Im August 2024 beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf Gebäude und Grundstück als vorläufige Sicherungsmaßnahme im Rahmen der Ermittlungen zur sogenannten Luxus-Schleuser-Affäre; für den Betrieb des Pascha änderte sich dadurch nichts.

Ausstattung und Betrieb

Vor der Insolvenz verfügte das Haus neben den Appartements über ein eigenes Restaurant, ein Schönheitscenter, eine Boutique, einen Waschsalon, ein Sonnenstudio und Bistros und gab eine eigene Zeitung heraus; geworben wurde mit einer Geld-zurück-Garantie bei Unzufriedenheit. Die siebte Etage war transgeschlechtlichen Prostituierten vorbehalten. Im Untergeschoss war über einen separaten Eingang der „Nightclub Pascha“ für Table-Dance- und Striptease-Shows eingerichtet; nach der Wiedereröffnung im Oktober 2020 blieb dieser Nachtclub zunächst geschlossen. Nach Eigentümerwechsel und Renovierung umfasst das Angebot des 2021 wiedereröffneten Hauses laut offizieller Website heute Laufhaus, Nightclub und das Hotel P9 in der neunten Etage mit Blick über die Stadt. Bordelle gleichen Namens führten die Betreiber zudem in Linz, München, Salzburg und Graz.

Wissenswertes

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hing an der Fassade ein großes Plakat mit den Flaggen der 32 teilnehmenden Länder. Da darauf auch die islamischen Glaubensbekenntnisse auf den Flaggen Saudi-Arabiens und des Irans zu sehen waren, beschwerten sich aufgebrachte Muslime bei den Betreibern; daraufhin wurden die Flaggen beider Länder geschwärzt. 2007 sollte im Pascha das schwul-lesbische Sommerblut-Festival eröffnet werden; nach Protesten wurde die Eröffnungsveranstaltung an einen anderen Ort verlegt.

Zeitstrahl

  1. 1972
    Eröffnung als namenloses „Eros-Center" in der Hornstraße (nach anderen Quellen 1974)
  2. Ende der 1970er Jahre
    Frauen verlassen das Haus in großer Zahl, Geschäftsrückgang
  3. 1995
    Zwangsversteigerung und Umbenennung in „Pascha"; Kundenzahl steigt wieder
  4. September 2020
    Insolvenzanmeldung nach fünf Monaten Schließung wegen COVID-19
  5. Januar 2021
    Endgültige Schließung und Eröffnung des Insolvenzverfahrens (2. Lockdown)
  6. 14. November 2021
    Wiedereröffnung nach Renovierung unter Betreiber André Wienstroth
  7. August 2024
    Staatsanwaltschaft Düsseldorf beschlagnahmt Gebäude und Grundstück (Luxus-Schleuser-Affäre)

Karte

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27