Villa Rustica (Köln-Zollstock)
Brunnenschacht eines römischen Landguts in originaler Lage, heute unter einer gläsernen Pyramide in der Aula der Europaschule Köln zu sehen.
In römischer Zeit lagen Gutshöfe in einem Halbkreis um die CCAA, die Hauptstadt der Provinz Niedergermanien. Wer sie begründete, ob Veteranen einer Legion, Landwirte der angesiedelten Ubier oder verbliebene Kelten, konnte die Forschung nur in wenigen Ausnahmefällen anhand der Befunde klären.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Fundstelle eines ehemaligen römischen Landguts (Villa Rustica)
- Lage
- Gelände der Europaschule Köln, Raderthalgürtel 3/Zollstockgürtel, Stadtteil Raderthal, Stadtbezirk Rodenkirchen
- Entdeckung
- 1974, bei Bauarbeiten für eine Gesamtschule
- Datierung des Brunnens
- 2. bis 3. Jahrhundert n. Chr.
- Besichtigung
- Brunnen in der Aula der Schule
- Zum Namen
- Wikipedia ordnet das Areal dem Südwesten von Zollstock zu, nach den gesicherten Lagedaten gehört es zu Raderthal
Der römische Brunnen der Villa Rustica ist heute das Prachtstück der Europaschule Köln: Er steht unter einem gläsernen Pyramidenaufbau in der Aula, und eine Lichtquelle am Schachtboden macht seine Tiefe sichtbar. Im Brunnen fanden sich außerdem ein Jupiter-Torso, ein Weihesockel für die germanische Göttin Travalaha und der Rest eines Tierkadavers.
Die Entdeckung
Der Archäologe Walter Meier-Arendt erkannte auf der Baustelle eine römische Trümmerstelle. Auf dem weitläufigen Areal zwischen Gürtel und Markusstraße kam unter anderem ein Brunnen zutage, den man einer ehemaligen Villa Rustica zuschrieb. Er bildete offenbar den Mittelpunkt eines recht ausgedehnten Landguts. Dessen Fläche zeichnet sich laut Quelle noch heute in den Grünanlagen rund um die Schule ab.
Der Brunnen in der Aula
Der Schacht wurde freigelegt, seine ursprüngliche Form blieb dabei unverändert. Heute steht er unter einem gläsernen, pyramidenförmigen Aufbau in der Aula und kann dort besichtigt werden. Eine Lichtquelle am Grund macht die Tiefe sichtbar, eine Wandtafel der Stadt Köln nennt die wichtigsten Daten. Gemauert ist der Brunnen aus genau zugehauenen, ringförmig gesetzten Tuffsteinblöcken. Unten, wo eine eiszeitliche Schicht angeschwemmter Rheinsande beginnt, ruhen sie auf Eichenholzbohlen, die eine dendrochronologische Datierung ermöglichten.
Funde aus der Verfüllung
Der Brunnen war teils mit Ziegel- und Keramikbruch gefüllt und enthielt neben Resten eines Tierkadavers mehrere römische Objekte. Dazu zählten der Kalkstein-Torso eines thronenden Jupiter, Säulenteile aus Kalk- und Sandstein sowie ein Kalksteinsockel mit einer Weiheinschrift für die germanische Göttin Travalaha. Außerdem lag dort das Bruchstück eines Grabsteins mit lückenhafter Inschrift. Nach der Schriftform könnte der Bestattete das Landgut bewirtschaftet und im 2. Jahrhundert zugleich Handel getrieben haben. Die Inschriftenforscher Galsterer verweisen darauf, dass Landwirtschaft und Tuchhandel in römischer Zeit offenbar öfter zusammengingen, etwa an der Igeler Säule an der Mosel bei Trier. Der Stein erhielt im Römisch-Germanischen Museum Köln eine Inventarnummer.
Ein Sarkophag vom Höninger Weg
Schon 1936 stieß man bei Bauarbeiten am Höninger Weg in Zollstock auf ein Grab mit einem Sarkophag aus rotem Sandstein. Er war recht anspruchsvoll gestaltet und an den Seiten verziert; sein Deckel lag zwischen vier würfelförmigen Eckaufsätzen, sodass er einem Haus mit Giebeln glich. Die auffallend tiefe Grube kann dazu beigetragen haben, dass er nicht schon in der Antike ausgeraubt wurde. Der vorzüglich erhaltene Sarg enthielt Knochenreste und Beigaben, darunter zehn Gefäße aus Glas und Keramik, Münzen und einen silbernen Griffel. Datiert wurde der Fund ins 4. Jahrhundert, wo der oder die Bestattete gelebt hatte, ließ sich zunächst aber nicht bestimmen.
Zeitstrahl
- 2. JahrhundertHändler und Landwirt vermutlich zu dieser Zeit tätig (Grabsteinfragment)
- 2.–3. Jahrhundert n. Chr.Brunnenhölzer dendrochronologisch datiert
- 4. JahrhundertSarkophag mit Beigaben aus Zollstock datiert
- 1936Sarkophag aus rotem Sandstein am Höninger Weg entdeckt
- 1974Archäologe Walter Meier-Arendt erkennt römische Trümmerstelle; Brunnen entdeckt
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