Villa Marienburg
Namensgeberin eines Kölner Stadtteils: Die Villa von 1844/45 war Ausgangspunkt für die Entstehung des Villenvororts Marienburg.
Am Anfang stand eine Versteigerung: Im Oktober 1843 kaufte Paul Joseph Hagen dem Kirchenvorstand der Pfarrkirche zu Rodenkirchen für 2.700 Taler eine Anhöhe am Rhein samt Ackerflächen ab. Auf dem früheren Galgenberg der Gemeinde Rondorf entstand daraufhin sein Landsitz.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Villa, ursprünglich klassizistisches Land- bzw. Herrenhaus
- Adresse
- Parkstraße 55, Stadtteil Marienburg, Stadtbezirk Rodenkirchen
- Lage
- äußerster Südosten des Stadtteils, Anhöhe von gut 57 m ü. NHN, rund 180 m vom Oberländer Ufer
- Parkanlage heute
- 52.000 m², zwischen Militärringstraße und Parkstraße
- Bauzeit
- 1844/45, heutige Gestalt durch Umbauten 1891/92 und 1906/07
- Status
- Baudenkmal unter Denkmalschutz
Das Grundstück der Villa Marienburg war ursprünglich der Galgenberg der Gemeinde Rondorf; der Käufer Paul Joseph Hagen ersteigerte ihn 1843 für 2.700 Thaler und musste sich verpflichten, binnen eines Jahres ein Gebäude im Wert von mindestens 4.000 Talern zu errichten.
Hagens Landsitz
Hagen war Kaufmann, Schiffsbestätter und Bodenspekulant. Das ersteigerte Grundstück bestand aus drei Flurstücken mit zusammen 43 Morgen. Der Kaufvertrag verpflichtete ihn, binnen eines Jahres ein Gebäude für mindestens 4.000 Taler zu errichten. Die Parkanlagen entwarf Jacob Greiß, Leiter des Botanischen Gartens und städtischer Gartendirektor. Dazu kam ein zur Verpachtung bestimmter Wirtschaftshof im heutigen Bereich Parkstraße/Unter den Ulmen/Kastanienallee, unter anderem mit Pächterwohnung, Backhaus und Schmiede. Den Namen erhielt das Haus nach Hagens Tochter Maria, vermutlich auch mit Bezug auf sein Gut Alteburg.
Ein Landhaus der Rheinromantik
In der Zeit der Rheinromantik entstanden in den 1830er- und 1840er-Jahren nur wenige Landhäuser außerhalb der damals noch stehenden mittelalterlichen Kölner Stadtmauer – die Marienburg ist eines davon. Stilistisch wird ihr Entwurf dem befreundeten Architekten und vormaligen Stadtbaumeister Johann Peter Weyer zugeschrieben. Als Vorbild diente der 1824/25 erbaute Neue Pavillon in Berlin-Charlottenburg. Markant war eine rings um das Dach laufende Balustrade.
Bauboom und Spekulation
Hagen galt als einer der bedeutendsten Immobilienmakler und Bodenspekulanten Kölns. Im damaligen Bauboom wickelte er Grundstücksgeschäfte eng mit dem Bankier Wilhelm Ludwig Deichmann und mit Weyer ab. Als die Kölner Grundstücksspekulationen zusammenbrachen, musste er das Gut 1849 mit einem Großteil der Ländereien an das Bankhaus Sal. Oppenheim verkaufen.
Keimzelle eines Villenvororts
Im Februar 1868 kauften der Kaufmann Ernst Leybold und sein Geschäftspartner Adolph Davignon die leerstehende Villa, dazu einen Park von damals 20 Morgen und 60 Hektar Felder bis zur Bonner Straße. Leybold wollte von hier aus eine Villenkolonie planen, die städtisches Leben und ländliche Umgebung verbinden und bis an Rodenkirchen reichen sollte. Dafür erwarb er 80 weitere Parzellen. 1871 übernahm er die Anteile seines Partners, ließ die Villa renovieren und zog 1874 mit seiner Familie ein.
Gastronomie und Konzerte
Da das Villenprojekt nur langsam vorankam und der Weg in die Stadt mühsam war, kehrte Leybold um 1879 nach Köln zurück. Danach diente die Marienburg als gastronomischer Betrieb, der auch Konzerte veranstaltete.
Zeitstrahl
- 1843Paul Joseph Hagen ersteigert das Gelände des ehemaligen Galgenbergs
- 1844/45Bau des klassizistischen Landsitzes Marienburg für Paul Joseph Hagen
- 1849Hagen verkauft das Gut an das Bankhaus Sal. Oppenheim
- 1868Ernst Leybold und Adolph Davignon erwerben die Marienburg
- 1871Leybold wird alleiniger Besitzer der Marienburg
- 1874Leybold bezieht die renovierte Marienburg mit seiner Familie
- um 1879Leybold zieht zurück nach Köln; Nutzung als Gastronomiebetrieb
- 1891/92Umbau der Marienburg (prägt die heutige Gestalt)
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