Indianersiedlung Zollstock
Eigenwillig wie ein Indianerreservat fand sie ein Bewohner: Die Siedlung in Zollstock entstand Ende der 1920er Jahre für kinderreiche Familien von Arbeitslosen.
Die Siedlung liegt zwischen dem Güterbahnhof Eifeltor und dem Südfriedhof. Sie trägt auch den Beinamen „Minnesota in Köln“.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Lage
- Stadtteil Zollstock, Stadtbezirk Rodenkirchen, Köln
- Bebauung
- sehr individuell errichtete Häuser
- Erschließung
- über den Kalscheurer Weg
- Eigentümerin
- Genossenschaft Kalscheurer Weg eG
- Nachbarschaft
- Wohngebiet im Norden, Kleingartenanlage im Süden
Der Name „Indianersiedlung“ stammt vom Journalisten Hans Conrad Zander, der selbst dort lebte: Nach einem Besuch in einem nordamerikanischen Indianerreservat fand er die eigenwillige Kölner Siedlung ähnlich wild. Entstanden ist sie Ende der 1920er Jahre, als Oberbürgermeister Konrad Adenauer kinderreichen Arbeitslosenfamilien Bauland überließ – wer nicht binnen eines Jahres zu bauen begann, verlor das Baurecht.
Ein Name aus Nordamerika
Die Bezeichnung „Indianersiedlung“ geht auf Hans Conrad Zander zurück. Der Journalist und Buchautor wohnte selbst in der Siedlung. Bei Reisen durch Nordamerika hatte er ein Indianerreservat kennengelernt und empfand die Zollstocker Siedlung als ähnlich eigenwillig. Der Name ist seitdem geblieben, auch weil die Siedlung einen recht wilden, eigenwilligen Charakter hat.
Bauland mit einer Frist von einem Jahr
Grundlage der Siedlung waren die Notverordnungen von Reichskanzler Heinrich Brüning. Der Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer überließ daraufhin kinderreichen Familien von Arbeitslosen Grund, um darauf zu bauen. Zu diesen Flächen zählte auch das Behelfssiedlungsgelände Oberer Komarweg, auf dem Parzellen zugewiesen wurden. Die Familien erhielten Bauscheine und mussten nur wenige Vorgaben erfüllen, etwa eine betonierte Sickergrube oder Tonnen für das Regenwasser. Wer nicht spätestens binnen eines Jahres mit dem Bau begann, verlor das Baurecht. Aus diesem Grund fielen viele Häuser sehr individuell aus.
Neue Bewohner und abgewendete Friedhofspläne
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Flüchtlinge in die Siedlung. Später zogen auch Studenten aus der alternativen Szene hierher. 1978 geriet die Siedlung durch eine Änderung des Flächennutzungsplans in Gefahr, denn an ihrer Stelle war eine Erweiterung des Südfriedhofs vorgesehen. Diese Pläne wurden jedoch abgewendet.
Wege durch die Siedlung
Vom Kalscheurer Weg gehen im rechten Winkel schmale Stichstraßen ab, die die Siedlung durchkreuzen. Sie tragen die Bezeichnungen Kalscheurer Weg S, ST, T, U, V und W. Die Kleingartenanlage am Südrand grenzt ihrerseits an den äußeren Grüngürtel.
Genossenschaft und Ausbaupläne
Ende der 1990er Jahre kaufte die Genossenschaft Kalscheurer Weg eG das Gelände der Deutschen Bahn ab und ist seither dessen Eigentümerin. Sie plant, die Siedlung um gut 100 Wohnungen des sozialen Wohnungsbaus zu erweitern. Außerdem ist eine fünfzügige Kita geplant.
Zeitstrahl
- Ende der 1920erEntstehung der Siedlung; Adenauer überlässt kinderreichen Arbeitslosenfamilien Siedlungsgrund
- 1978Änderung des Flächennutzungsplans bedroht die Siedlung (Südfriedhof-Erweiterung); abgewendet
- Ende der 1990erGenossenschaft Kalscheurer Weg eG kauft das Gelände von der Deutschen Bahn
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