Römergrab Köln-Zollstock
Unterirdische römische Grabkammer aus dem 3.–4. Jahrhundert an der Uferböschung des Kalscheurer Weihers, 1928 bei Erdarbeiten für den Grüngürtel entdeckt.
Grabkammern wie diese ließen römische Gutsherren in der Nähe ihres Landguts für sich und ihre Angehörigen errichten. Hier bestatteten die Bewohner einer nahe gelegenen Villa rustica ihre Toten.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Unterirdische Grabkammer (Hypogäum), in Resten erhalten
- Datierung
- 3.–4. Jahrhundert
- Lage
- Südliche Uferböschung des Kalscheurer Weihers im Äußeren Grüngürtel, Stadtteil Zollstock, Stadtbezirk Rodenkirchen
- Entdeckung
- 1928
- Maße
- 3,92 × 3,02 m (obere lichte Weite)
- Baumaterial
- Tuff, ohne Mörtel und ohne Verklammerung gesetzt
- Heutiger Zustand
- An Ort und Stelle konserviert, wettergeschützt und eingefriedet
Die Grabkammer im Kölner Grüngürtel wurde 1928 bei Erdarbeiten für einen Weiher entdeckt; in ihr fand sich nur noch eine aus Gagat gefertigte Haarnadel, die wohl zu einer Frau gehörte, da die Kammer vermutlich schon in der Antike beraubt worden war.
Entdeckung beim Bau des Grüngürtels
Nach der Aufhebung des Rayon-Gesetzes 1919 wurde das frühere Festungsgelände dem Stadtteil Zollstock zugeordnet. Auf Betreiben von Oberbürgermeister Konrad Adenauer begannen in den 1920er Jahren unter Gartendirektor Theodor Nußbaum Erdarbeiten für einen äußeren Grüngürtel. Für die Bodendenkmalpflege war der Archäologe Waldemar Haberey zuständig. Im Jahr 1928 kam dabei eine antike Grabkammer aus großen Steinquadern zum Vorschein – möglicherweise beim Ausheben des Erdreichs für einen Weiher.
Ein Grab für mehrere Bestattungen
Die Entscheidung für eine Grabkammer statt einer einfachen Urne, Aschenkiste oder eines Sarkophags zeigt, dass mehrere Bestattungen vorgesehen waren. Diese Form hatte bei den Römern Tradition und ist in den Regionen Trier und Köln besonders häufig belegt. Form und Größe einer solchen Anlage spiegelten den gesellschaftlichen Rang der Familie wider. Die unterirdische Bauweise diente vermutlich auch dem Schutz vor Zerstörung und Plünderung.
Bauweise
Der Boden der rechteckigen Kammer war ehemals mit einem Estrich aus Ziegelkleinschlag versehen. Die heute sichtbaren Fugen im Tuffmauerwerk stammen von Sicherungsmaßnahmen. Ungleichmäßig zugeschnittene Blöcke und unregelmäßig sitzende Wolfslöcher lassen darauf schließen, dass teilweise Spolien verbaut wurden. Da weder eine Tür noch eine Steintreppe nachweisbar ist, geht man von einem Zugang von oben über eine hölzerne Leiter oder Stiege aus.
Funde und Umgebung
Weil nur wenige Beigaben gefunden wurden, gilt die Kammer als beraubt. Erhalten waren kleine Keramikscherben, Bronzebeschläge eines Kästchens und eine Haarnadel aus Gagat, die wohl einer verstorbenen Frau gehörte. Spärliche Reste des zugehörigen Landguts wurden etwa 200 bis 300 m nordöstlich des Grabes lokalisiert. Bis zur römischen Stadtmauer der Colonia Claudia Ara Agrippinensium waren es rund 4,5 km.
Zeitstrahl
- 3.–4. JahrhundertZeit der unterirdischen römischen Grabkammer (Hypogäum)
- 1919Gelände wird nach Versailler Vertrag dem Stadtteil Zollstock zugeordnet
- 1920erErdarbeiten zur Anlage des Äußeren Grüngürtels unter Nußbaum
- 1928Entdeckung der Grabkammer aus Großsteinquadern
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