Volkspark Raderthal
Von Fritz Encke ab 1922 angelegter Volkspark mit Naturtheater, Lesegarten und Reigenplatz – heute Baudenkmal, auch Fritz-Encke-Volkspark genannt.
Der Volkspark Raderthal, auch Fritz-Encke-Volkspark genannt, liegt im Grünzug Süd, der den Inneren mit dem Äußeren Grüngürtel im Süden Kölns verbindet, und geht auf einen Entwurf des Gartenbaudirektors Fritz Encke zurück.
Auf einen Blick
- Art
- Volkspark, Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Auch genannt
- Fritz-Encke-Volkspark (benannt nach dem Gestalter)
- Lage
- zwischen Brühler und Bonner Straße, im Süden am Militärring
- Stadtteil
- Raderthal (Stadtbezirk Rodenkirchen)
- Angelegt
- 1922/1926
- Besonderheit
- Naturtheater, Reigenplatz und Lesegarten als nutzbare Parkflächen
Anstelle der ursprünglich geplanten Kaffeewirtschaft wurde 1927 mitten im Park ein Rundfunksender errichtet und bis 1932 betrieben – damit sendete zeitweise ein Radiosender aus einer Parkanlage heraus.
Das kannst du hier erleben
- Auf den Wegen durch die historische Parkanlage spazieren
- Auf der Wiese ein Picknick machen oder in der Sonne entspannen
- Die denkmalgeschützte Gartengestaltung von Fritz Encke entdecken
- Naturtheater, Reigenplatz und Lesegarten erkunden
- Mit den Kindern auf dem Spielplatz toben
- Eine Joggingrunde oder einen Spaziergang im Grünzug Süd drehen
Entstehung
Angelegt wurde der Park 1922/1926 auf dem Gelände des früheren Friedenspulvermagazins des Kölner Festungsrings. Leitend war die Idee des sozialen Grüns: ein Park für weite Bevölkerungsschichten mit Spiel- und Lagerplätzen sowie einem in einen Rundtempel eingefügten Brunnen. Ein am nördlichen Haupteingang geplantes „Volkshaus“ wurde aus finanziellen Gründen nicht gebaut. 1927 entstand anstelle der vorgesehenen Kaffeewirtschaft der Rundfunksender Köln-Raderthal, der bis 1932 betrieben wurde.
Enckes Konzept
Encke zählte auch die kulturelle Bildung zu den Aufgaben eines Volksparks und schuf dafür eigens nutzbare Flächen: ein Naturtheater, einen Reigenplatz und einen Lesegarten. Gerade diese Anlagen gelten für den Fritz-Encke-Volkspark als Alleinstellungsmerkmal von überregionaler Bedeutung.
Die Blumengärten
Im Eingangsbereich legte Encke zwei Blumengärten an, die durch Beete und Hecken in zwölf kleinere Sondergärten gegliedert waren, jeweils zu Dreiergruppen zusammengefasst und über einen durchgehenden Mittelweg verbunden. Dazu gehörten zwei Steingärten für Polsterpflanzen, deren Weg um einen halben Meter vertieft lag, so dass Sitzende den Steinbeeten fast auf Augenhöhe gegenübersaßen. Über fünfzig kleine, durch Hecken abgegrenzte Ruheplätze boten Sitzgelegenheiten für etwa dreihundert Personen. Der westliche der beiden Blumengärten ist heute weitgehend überbaut.
Das Naturtheater
Die Bühne wurde von Baumwänden umschlossen, die Kulissen bildeten Heckenwände, und die ansteigenden Sitzreihen des Zuschauerraums bestanden aus Rasen; zwischen Bühne und Publikum lag ein vertiefter Orchesterraum. Bis zum Zweiten Weltkrieg bespielte die Raderthaler Volksbühne das Theater, ab den 1950er Jahren nutzten es die Briten als Freiluftkino. Die 1949–1952 in und um den Park für die britische Besatzungsmacht errichtete Gartenstadtsiedlung führte zu umfangreichen Flächenverlusten.
Was heute fehlt
Von der ursprünglichen Anlage ist nur ein Teil erhalten. Neben dem westlichen Blumengarten sind auch die beiden Spielplätze für kleine Kinder, der große Sandspielplatz und das große Planschbecken inzwischen überbaut. Auf der Fläche der früheren Volkswiese liegt heute ein neuer Spielplatz.
Zeitstrahl
- 1922/1926Park von Fritz Encke auf dem Gelände des ehemaligen Friedenspulvermagazins angelegt
- November 1923Fritz Encke zeichnet den Lageplan des Volksparks Raderthal
- 1926Encke beschreibt in einem Lexikonbeitrag das Konzept des neuzeitlichen Volksparks
- 1927Rundfunksender Köln-Raderthal wird im Park errichtet (statt geplanter Kaffeewirtschaft)
- 1932Rundfunksender Köln-Raderthal wird abgeschaltet
- bis 1939Naturtheater bespielt von der Raderthaler Volksbühne
- 1949–1952Gartenstadtsiedlung für britische Besatzungsmacht in und um den Park errichtet
- ab 1950erNaturtheater von den Briten als Open-Air-Kino genutzt
Karte
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Adresse
Volkspark
50968 Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26
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