Kölner Festungsmuseum
Museum im preußischen Zwischenwerk VIII b mit der letzten in Deutschland erhaltenen Klappbrücke, Graben und Skulpturenpark in Marienburg.
Das Kölner Festungsmuseum ist ein ehrenamtlich betriebenes, teils noch im Aufbau befindliches Museum im Zwischenwerk VIII b, das die preußischen Festungsanlagen Kölns dokumentieren möchte. Es steht stellvertretend für eine weithin vergessene Epoche, in der einst über 180 Festungsgebäude die Stadt prägten.
Auf einen Blick
- Art
- Museum in einem ehemaligen preußischen Verteidigungswerk
- Lage
- Militärringstraße, Stadtteil Marienburg, Stadtbezirk Rodenkirchen
- Gebäude
- Zwischenwerk VIII b im äußeren Festungsgürtel
- Träger
- Institut für Festungsarchitektur, Museum seit 2004
- Besonderheit
- letzte in Deutschland erhaltene Klappbrücke
- Eingebunden
- Rodenkirchener Kulturpfad und Kölnpfad
Im Zwischenwerk VIII b befindet sich die letzte in Deutschland erhaltene Klappbrücke, die bei Führungen eigens vorgeführt wird – ein Relikt aus der Preußenzeit, das die Entfestigung von 1926 als eines der wenigen Elemente unbeschadet überstand.
Das kannst du hier erleben
- Die neu konzipierte Ausstellung zur preußischen Festungsgeschichte ansehen
- An einer Führung vom Graben bis zur Pulverkammer teilnehmen
- Die Vorführung der letzten erhaltenen Klappbrücke erleben
- Durch den Skulpturenpark im Außengelände schlendern
- Graben, Kontereskarpe und Kehlkaponniere entdecken
- Das historische Festungswerk fotografieren
Geschichte
Das Zwischenwerk VIII b bildet den südlichen linksrheinischen Abschluss des äußeren Festungsgürtels, der sich entlang der Militärringstraße erstreckte und Köln zwischen 1873 und 1918 vor Angriffen schützen sollte. Errichtet wurde es 1876 als Biehlersches Schemafort zur Rheinverteidigung; nach der Brisanzgranatenkrise verstärkte man von 1887 bis 1891 die Kehlkaserne mit Sandpolster und Stampfbetonauflage. Bewaffnet war die Anlage mit einer langen 15-cm-Ringkanone und drei 9-cm-Kanonen C/73, im Kriegszustand waren etwa 150 Soldaten stationiert.
Eine besondere Stellung
Gemäß dem Versailler Friedensvertrag wurde das Werk 1926 als letztes Fort in Köln zum Teil geschleift. Anders als bei anderen Kölner Festungswerken blieben hier der umlaufende Graben mit fast vollständig erhaltener Kontereskarpe, die Kehlkaponniere und die Klappbrücke erhalten — dadurch nimmt das Bauwerk eine besondere Stellung ein.
Skulpturenpark
Auf dem „Dach“ und in der Grabenanlage entstand 1985 durch den Kunstraum Fuhrwerkswaage ein Skulpturenpark. Bei den ursprünglich acht Skulpturen kamen überwiegend Stahl, Beton und Erde zum Einsatz; heute sind noch sieben Werke im Außengelände ausgestellt, unter anderem von Ansgar Nierhoff, Lutz Fritsch und Heinz-Günter Prager.
Sanierung und neue Ausstellung
Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten an Fassade und Kehlkaponniere war die Besichtigung über zwei Jahre nur eingeschränkt möglich. Pünktlich zum 150-jährigen Bestehen des Zwischenwerks VIII b wurden die wesentlichen Arbeiten abgeschlossen, und es wird eine neu konzipierte Ausstellung zur preußischen Festungsgeschichte gezeigt.
Führungen und Vermittlung
Die etwa 1,5-stündigen Führungen beginnen im Außengelände mit Graben, Skulpturenpark und dem ehemaligen Rosengarten und zeigen die Vorführung der Klappbrücke, bevor es im Inneren von der Wache bis zur Pulverkammer weitergeht. Die Träger erklären Wehrbautechnik, Festungsarchitektur und Schutzräume heimatkundlich, ohne Krieg oder Waffen zu verherrlichen. Das Museum liegt unweit des Heinrich-Lübke-Ufers und ist in den Rodenkirchener Kulturpfad sowie den Kölnpfad eingebunden.
Weitere Standorte
Der Träger, das Institut für Festungsarchitektur, betreibt drei Außenstellen: Fort VI „Deckstein“ in Köln-Lindenthal, den Winkelturm in Köln-Niehl und den Röhrenbunker am Oberlandesgericht Köln.
Zeitstrahl
- 1873–1918Äußerer Festungsgürtel schützt Köln entlang der Militärringstraße
- 1876Bau des Zwischenwerks VIII b als Biehlersches Schemafort zur Rheinverteidigung
- 1887–1891Verstärkung der Kehlkaserne mit Sandpolster und Stampfbetonauflage
- 1926Teilschleifen des Werks gemäß Versailler Friedensvertrag (letztes Fort in Köln)
- 1985Skulpturenpark auf dem Dach und in der Grabenanlage durch Kunstraum Fuhrwerkswaage
- 2004Eröffnung des Kölner Festungsmuseums im Zwischenwerk VIII b
- 2006, 2007, 2009Drei Außenstellen (Fort VI, Winkelturm, Röhrenbunker) in Betrieb genommen
Karte
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Adresse
Militärringstraße 10
50996 Köln
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-25)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-23)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-23, rev 262526142)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26
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