Deichmannhaus – Kontorpalast am Kölner Hauptbahnhof
Das Deichmannhaus ist ein siebengeschossiges Büro- und Geschäftshaus in der Kölner Altstadt-Nord, unmittelbar zwischen Hauptbahnhof und Domplatte gelegen. An seinem Standort in der Trankgasse reihen sich über 500 Jahre Kölner Stadtgeschichte aneinander.
Nur wenige Schritte vom Dom und vom Hauptbahnhof entfernt steht in der Trankgasse 7–9 das Deichmannhaus. Der markante Muschelkalkbau von 1914 ist bereits der jüngste in einer langen Reihe von Gebäuden an diesem geschichtsträchtigen Ort.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Lage
- Trankgasse 7–9, Altstadt-Nord, nahe Hauptbahnhof und Domplatte
- Fertigstellung
- August 1914
- Architekt
- Heinrich Müller-Erkelenz
- Bauart
- siebengeschossiges Eckhaus, Fassade aus Muschelkalk mit monumentalen Halbsäulen
- Grundfläche
- rund 60 × 50 Meter
- Denkmalschutz
- seit dem 13. Dezember 1985
- Gastronomie
- „Gaffel am Dom" mit rund 700 m² Schankraum
Geschichte des Ortes
Der erste bekannte Vorgängerbau war der bereits 1449 erwähnte „Kölner Hof". Er übernahm mit der Zeit die Rolle der alten Bischofsresidenz und diente mehreren Erzbischöfen als Quartier, darunter Johann Gebhard von Mansfeld. Nach einem Brand 1593 ließ Erzbischof Joseph Clemens von Bayern vor 1721 einen kompletten Neubau mit zehnachsiger, zweigeschossiger Fassade im italienischen Stil errichten.
Während der Franzosenzeit tagte hier das Kriminalgericht, und ein Gefängnis im Gebäude wurde 1800 zum Schauplatz eines Gefangenenausbruchs. 1815 zog das königliche Kreisgericht ein.
Vom Museum zum Bankpalais
Ferdinand Franz Wallraf vermachte der Stadt 1818 seine gewaltige Kunstsammlung mit der Auflage, ein passendes Museum einzurichten. Wegen der Nähe zum Dom entschied der Stadtrat 1827, den geräumten „Kölner Hof" dafür zu nutzen; als „Wallrafianum" beherbergte er die Sammlung bis 1861.
Nach dem Abriss 1863 erwarb der Bankier Wilhelm Ludwig Deichmann das Grundstück und ließ 1867 durch Hermann Otto Pflaume das „Palais Deichmann" im Stil des Historismus errichten. In diesem Haus entstanden 1869 Teile des Gründungskonzepts für die Deutsche Bank; hier wurde auch Freya Deichmann geboren, die spätere Ehefrau des Widerstandskämpfers Helmuth James Graf von Moltke.
Das heutige Gebäude
Nach dem Abbruch des Palais 1913 entstand das heutige Deichmannhaus, das sich mit seiner Eckstellung zum Bahnhofsvorplatz und zur Trankgasse öffnet. Nach der Eröffnung bündelte der Gerling-Konzern hier Aktivitäten auf der vierten Etage.
Heute prägen Gastronomie und Büros das Haus: Seit 2006 betreibt die Brauerei Gaffel hier die Gaststätte „Gaffel am Dom", zuvor gab es ab 1971 das Lokal „Alt-Köln". Ankermieter ist seit 1947 die Patentanwaltskanzlei Dompatent. Nach Entkernung und Sanierung bis 2008 plant zu Jahresbeginn 2025 die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen einen Umzug in das Haus. Direkter Nachbar ist das Excelsior Hotel Ernst.
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