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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Heinzelmännchenbrunnen

Nur wenige Schritte vom Kölner Dom entfernt erinnert der Heinzelmännchenbrunnen an die berühmte Sage von den fleißigen Hausgeistern, die den Kölnern nachts die Arbeit abnahmen. Der reich verzierte Brunnen liegt in der Straße Am Hof, gegenüber dem traditionsreichen Brauhaus Früh.

Der Heinzelmännchenbrunnen greift eine der bekanntesten Kölner Sagen auf: die Geschichte kleiner Hausgeister, die nachts heimlich die Arbeit der schlafenden Bürger erledigten – bis sie einmal beobachtet wurden und für immer verschwanden. Bekannt wurde die Sage durch das Gedicht des Kölner Dichters August Kopisch aus dem Jahr 1836.

Auf einen Blick

Lage
Straße Am Hof, nahe dem Kölner Dom und gegenüber dem Brauhaus Früh
Entstehung
1899–1900
Gestaltung
Architekt Heinrich Renard (1868–1928) und sein Vater, der Bildhauer Edmund Renard der Ältere (1830–1905)
Stifter
Kölner Verschönerungsverein
Anlass
100. Geburtstag des Dichters August Kopisch (1799–1853)
Material
Granit (Brunnenschale), Sandstein (Brüstungsmauer)
Reliefs
acht Stück, davon sechs mit den Handwerken der Heinzelmännchen
Wusstest du?

Fast keine der Figuren am Brunnen ist noch original: Die Schneidersfrau am Brunnen ist eine witterungsbeständige Kopie, und bei der Renovierung 2017/18 wurden auch die figürlichen Reliefs durch Kunststeinabgüsse ersetzt – die Originale stehen im Museum und im Depot des Stadtkonservators.

Das kannst du hier erleben

  • Die acht Reliefs an der Brüstungsmauer entdecken und die sechs Handwerke der Heinzelmännchen zuordnen
  • Die versteckte Eule mit Lupe an der Rückseite des Brunnens suchen
  • Im gegenüberliegenden Brauhaus Früh eine Pause einlegen
  • Die Original-Skulptur der Schneidersfrau im Kölnischen Stadtmuseum im Zeughaus ansehen

Gestaltung

Die Grundform des Brunnens folgt einem Kreissegment, in dessen Mittelpunkt eine dreipassförmige Brunnenschale aus Granit steht. Darüber führt eine Doppeltreppe empor, auf der die Schneidersfrau mit einer Laterne in der Hand steht. Ihr Licht fällt auf die zu beiden Seiten herabgestürzten Heinzelmännchen, die zu ihr aufblicken. Am Mittelpfeiler trägt ein Schriftband über einem Schneiderwappen den Kernsatz des Kopisch-Gedichts über die Neugier der Schneidersfrau.

An den Brunnen schließt nach Westen und Osten eine massive Brüstungsmauer aus Sandstein an. Acht Reliefs schmücken sie: Sechs zeigen die nächtlichen Arbeiten der kleinen Helfer – von links nach rechts Zimmermann, Schreiner, Bäcker, Metzger, Schenk und Schneider. Dazwischen finden sich zwei Tafeln mit Auszügen aus dem Gedicht in Frakturschrift. An der Rückseite sitzt eine Eule mit Lupe auf einem Buch: Sie steht für Klugheit und Weisheit und verweist zugleich auf das literarische Werk von Kopisch.

© VollwertBIT · CC BY-SA 2.5

Geschichte und Erhalt

Erdacht und ausgeführt wurde der Brunnen von Heinrich Renard und seinem Vater Edmund Renard dem Älteren, der sich sonst eher der religiösen Kunst widmete. Um die Figuren dauerhaft zu erhalten, wurden im Lauf der Zeit Originale durch Kopien ersetzt: Die Original-Skulptur der Schneidersfrau ist heute im Kölnischen Stadtmuseum im Zeughaus zu sehen, am Brunnen steht eine witterungsbeständigere Kopie. Bei der Renovierung 2017/18 wurden die durch eine Hydrophobierung geschädigten figürlichen Reliefs durch Kunststeinabgüsse ersetzt; die Originale gingen an das Stadtmuseum und in das Depot des Stadtkonservators.

© Steiner, Egon · CC BY-SA 3.0 de

Wissenswertes

Die Heinzelmännchen haben in Köln weitere Spuren hinterlassen: Im Stadtteil Neuehrenfeld gibt es nahe dem Takuplatz den Heinzelmännchenweg. Im Stadtteil Höhenhaus erinnert am Wupperplatz zudem das Denkmal für den Grinkenschmied an eine verwandte Sagengestalt.

© VollwertBIT · CC BY-SA 2.5

Galerie

© D. Herdemerten ( Hannibal21 ) · CC BY-SA 3.0 · Commons
© Jammycaketin · CC BY 3.0 · Commons
© Unknown author Unknown author · CC BY-SA 3.0 de · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-28

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