Fischmarkt
Historischer Platz am Rheinufer in der Kölner Altstadt – über Jahrhunderte Mittelpunkt des Kölner Fischhandels.
Der Fischmarkt ist ein kleiner Platz am Rheinufer in der Kölner Altstadt, unweit der romanischen Kirche Groß St. Martin. Über Jahrhunderte bildete er einen Mittelpunkt des Kölner Fischhandels.
Auf einen Blick
- Art
- Platz am Rheinufer (laut Google: Sehenswürdigkeit)
- Stadtteil
- Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Lage
- zwischen dem Anfang des Buttermarktes und dem Ende der Mauthgasse, nahe Groß St. Martin
- Adresse
- Am Leystapel, 50667 Köln
- Geschichte
- erste Erwähnung als „forum piscium“ im 12. Jahrhundert
- Stapelhäuschen
- fünf spitzgiebelige Häuser, zwei davon 2024 abgerissen
- Heute (laut Google)
- farbenfrohe alte Häuser, Brunnen und Cafés mit Tischen im Freien
Durch das Stapelrecht von 1259 mussten alle auf dem Rhein transportierten Waren – also auch der Fisch – drei Tage lang den Kölner Bürgern zum Kauf angeboten werden, bevor sie weitertransportiert werden durften.
Das kannst du hier erleben
- Über den historischen Platz am Rheinufer schlendern
- Die farbenfrohen, spitzgiebeligen Altstadthäuser bestaunen
- Den Platz und die nahe Kirche Groß St. Martin fotografieren
- In einem Café mit Tischen im Freien eine Pause einlegen
- Am Brunnen verweilen und das Treiben beobachten
- Vom Fischmarkt aus am Rheingarten entlang zur Uferpromenade bummeln
Geschichte
Eine erste Bebauung zwischen Lintgasse und Mühlengasse geht auf das Jahr 1100 zurück; die Häuser standen wahrscheinlich auf dem Gelände des Benediktinerstifts Groß St. Martin. Als Ortsbezeichnung wurde der Markt im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, lateinisch als „forum piscium“. Seit dem 13. Jahrhundert nahm er das Gelände zwischen dem Chor von Groß St. Martin und der mittelalterlichen Stadtmauer am Rheinufer ein; mundartlich hieß er nun „upme Vischmarte“, im 15. Jahrhundert „up dem Vyschmarte“. Über die untere Lintgasse bestand eine Verbindung zum damaligen Hauptmarkt, dem Alter Markt.
Handel und Verkauf
Gehandelt wurde vorrangig frischer „grüner“ Fisch, der offen aus „Karen“ (Fischkästen) entlang des Rheinufers verkauft wurde. Das 1259 erhaltene Stapelrecht förderte den Handel: auf dem Rhein transportierter Fisch, meist aus Holland, musste den Kölner Bürgern drei Tage zum Verkauf angeboten werden. Die Stände waren an Zwischenhändler, die „Feschmenger“, verpachtet; an den Salmenbänken auf der Südseite wurde Salm geschnitten und verkauft. Kleinere Fische und Krebse vertrieben oft Frauen, die „Feschwiever“. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts lebten etwa 40.000 Menschen in Köln. Während der französischen Herrschaft trug der Platz kurzzeitig den Namen „Marché aux Poissons“; ab Mitte des 19. Jahrhunderts verlagerte sich der Verkauf zunehmend in Ladengeschäfte.
Zerstörung und Wiederaufbau
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Altstadt und mit ihr der Fischmarkt zu 90 % zerstört, auch die Kirche Groß St. Martin. In den Nachkriegsjahren wurden viele der schmalen, spitzgiebeligen Häuser im historischen Stil wieder aufgebaut. Das „Stapelhäuschen“ am Fischmarkt zählte zu den nur mittelschwer beschädigten Bauwerken. 2024 wurde die Bausubstanz der beiden linken der fünf spitzgiebeligen „Stapelhäuschen“ als unrettbar geschädigt eingestuft und abgerissen. Nach Angaben der Behörden gibt es nur grobe Vorgaben zum Wiederaufbau, der Sache der Eigentümer ist; eine Wiederherstellung der Fachwerkstruktur wird nicht erwartet.
Vom Verkehr zum Rheingarten
Ende der 1970er Jahre entschärfte der Bau des Rheinufertunnels den dicht zwischen Altstadt und Rheinufer fließenden Verkehr; die unterirdische Straßenführung ging am 5. November 1982 in Betrieb. So entstand zwischen Deutzer Brücke und Hohenzollernbrücke der „Rheingarten“, der die Altstadt mit der Rheinuferpromenade verbindet.
Zeitstrahl
- 1100Erste Bebauung am Fischmarkt zwischen Lintgasse und Mühlengasse
- 12. JahrhundertFrüheste urkundliche Erwähnung als „forum piscium"
- 13. JahrhundertMarkt nimmt Gelände zwischen Groß St. Martin und der Stadtmauer ein
- 1259Stapelrecht fördert den Kölner Fischhandel
- Anfang 19. JahrhundertUmbenennung in „Marché aux Poissons" unter französischer Herrschaft
- Mitte 19. JahrhundertFischverkauf verlagert sich zunehmend in Ladengeschäfte
- 5. November 1982Rheinufertunnel in Betrieb genommen, Rheingarten entsteht
- September 2024Zwei der fünf spitzgiebeligen Stapelhäuschen abgerissen
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-25)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-24)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-24, rev 256733356)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26
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