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Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
© Arnold Mercator († 1587) · Public domain

Linneper Hof (Reifferscheider Hof), Köln

Ehemaliger Adelshof auf dem Kölner Domhof, ursprünglich Wohnsitz der Erzbischöfe — in den 1740er Jahren abgetragen, heute Teil des Römisch-Germanischen Museums.

Der Reifferscheider Hof, auch Linneper Hof und ungenau Lenneper Hof genannt, war ein Erbklosterhof des Kölner Domklosters im erbvogteilichen Hachtbezirk und diente Angehörigen des Domkapitels als Wohnung.

Auf einen Blick

Art
Adelshof und Kanonikerhaus, Erbklosterhof des Domklosters
Lage
Domhof, südlich des Chorbaus des Kölner Doms
Familien
Reifferscheid, Linnep, Sayn-Wittgenstein, Neuenahr
Ursprung
Wohnung der Kölner Erzbischöfe, „Alter Palast“ (antiquum palatium)
Abbruch
in den 1740er Jahren niedergelegt
Heute
Gelände des Römisch-Germanischen Museums
Stadtteil
Altstadt-Nord (Innenstadt)
Wusstest du?

Der Hof stand einst unmittelbar südlich des Kölner Doms, direkt neben dem alten karolingischen Hildebold-Dom, der erst 1248 abgerissen wurde – beide Bauten existierten also zeitweise Seite an Seite.

Lage im Domhof

Der Hof stand östlich neben der Kirche St. Johannis in Curia (St. Johannes Evangelist), westlich dieser Kirche lag das Hochgericht. In den Immunitätsbezirk der Domfreiheit gelangte man durch die „Drachenpforte“ im Osten oder die „Hachtpforte“ im Südwesten.

© Johann Valentin Reinhardt (1712-1769), Kölner Stadtplan, Nürnberg 1752 · Public domain

Vom erzbischöflichen Palast zum Kanonikerhaus

Ursprünglich war der Hof Wohnsitz der Kölner Erzbischöfe und trug den Namen „Alter Palast“. 1237 oder 1238 schenkte Erzbischof Heinrich I. von Müllenark ihn dem Domkapitel als Kanoniker-Wohnung. Neben dem Haus stand bis 1248 der alte karolingische Hildebold-Dom.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Wechselnde Besitzer

Zunächst bewohnten Angehörige der Familie Reifferscheid das Anwesen. 1375 verkaufte der ehemalige Domherr Ludwig von Reifferscheid den Hof an Wilhelm von Tomberg; über Wilhelm von Sombreffe und Gottfried von Chiny gelangte er 1398 an den Subdekan Johannes II. von Linnep, was den Beinamen Linneper Hof begründete. Mit Dietrich von Linnep († 1461), dem letzten männlichen Abkömmling (Agnaten) der Herren von Linnep, ging der Besitz an die Familien Sayn-Wittgenstein und Neuenahr über.

Episode von 1477

Domherr Georg I. von Sayn-Wittgenstein überließ den Hof 1477 dem Trierer Erzbischof Johann II. von Baden auf Lebenszeit. Johann hielt sich damals in Köln auf, wo er als Gesandter Maximilians I. von Österreich die Brautwerbung um Maria von Burgund übermittelt hatte; wenige Tage später, am 23. Juli 1477, schloss er einen Münzverein mit Kurmainz, Kurpfalz und Jülich.

Zeitstrahl

  1. 1237/1238
    Erzbischof Heinrich I. von Müllenark schenkt Hof dem Domkapitel
  2. 1375
    Ludwig von Reifferscheid verkauft Hof an Wilhelm von Tomberg
  3. 1397
    Wilhelm von Sombreffe übergibt Hof an Gottfried von Chiny
  4. 1398
    Gottfried von Chiny verkauft Hof an Johannes II. von Linnep
  5. 1462
    Werner von Sayn-Wittgenstein verkauft Hof an Johann von Neuenahr
  6. 1477
    Georg I. von Sayn-Wittgenstein überlässt Hof Erzbischof Johann II. von Baden
  7. 1499
    Dietrich II. zu Nuenair wird Propst von Soest, Hof soll zurückfallen
  8. 1518
    Leonhard Maiss d. Ä. lässt für 600 Gulden bauen

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-08

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