Propstei St. Kunibert
Von der 1905 abgerissenen Propstei des Stiftes St. Kunibert sind die Torbögen ihrer Einfriedung erhalten – einer trägt die Jahreszahl 1508.
Die Propstei gehörte zu den kirchlichen Verwaltungsinstanzen des Kölner Erzbistums, die bereits im frühen Mittelalter entstanden. Ihr Anwesen grenzte direkt an die Stiftskirche St. Kunibert.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- ehemalige Propstei des Stiftes St. Kunibert
- Lage
- Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Hauptbau
- turmartiges, viergeschossiges Gebäude
- Aufhebung
- 1802 im Zuge der Säkularisation
- Abriss
- 1905
- Erhalten
- Torbögen der früheren Einfriedung
- Denkmalschutz
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Die Kölner Propstei von St. Kunibert war 1227 ein Geschenk des Trierer Erzbischofs Theoderich – mit der Bedingung, dass sie auch allen künftigen Trierer Erzbischöfen als Absteigequartier offenstehen sollte.
Was heute noch zu sehen ist
Von der Umfassung des Anwesens existieren bis heute die Torbögen. Der Schlussstein eines dieser Durchgänge verweist auf das Baujahr 1508. Darüber sitzt ein steinernes Relief, gekrönt von einem Wappen. Die Inschrift hält fest, dass Propst „Friedericus Ludovi de Scampar“ im Jahr 1764 erneut Baumaßnahmen an der Propstei veranlasste.
Eine Schenkung mit Bedingung
Die Propstei samt Liegenschaften war ein Geschenk von Erzbischof Theoderich an die Kanoniker des Kollegiatstiftes. Theoderich hatte etwa von 1195 bis 1212 selbst das Amt des Propstes von St. Kunibert inne und wurde danach Erzbischof von Trier. Seine Schenkung war an eine Bedingung von 1227 geknüpft: Auch künftigen Trierer Erzbischöfen sollte die Propstei als Absteigequartier zur Verfügung stehen.
Baugeschichte
Beim Stadtbrand von 1376 brannten Teile der Pfarre und der Kunibertkirche nieder. Die Stadtrechnungen vermerken jedoch, dass die Propstei offenbar noch im selben Jahr wiederhergestellt wurde. Ab 1508 begann eine erneute Wiederherstellung. Laut Vogts war die Propstei wie jene des Stiftes St. Georg als hoher Turmbau mit einem Zinnenkranz ausgebildet. Auf Woensams Stadtbild von 1531 war der Bau noch unvollendet, die Vogelperspektive Arnold Mercators zeigt ihn mit neuer Dachform ohne Zinnen.
Das Anwesen
Nach Mercators Darstellung reichte das Grundstück von der „Calhauser gaß“, die zur Kahlenhausener- oder Judenpforte führte, bis zur Gasse „Off dem brand“, die zum Rhein abfiel. Der Turm stand am Südostrand und trug über einem niedrigen Walm eine Turmkugel. Entlang der heutigen Kunibertsklostergasse schloss sich eine eingeschossige Bebauung an. Das Gelände mit etwa einem halben Dutzend weiterer Gebäude gehörte zum Immunitätsbezirk des Stiftes und war von einer eigenen Mauer umgeben.
Nach der Säkularisation
Mit der Aufhebung 1802 wurden die Immobilien beschlagnahmt und gelangten später in den Besitz des preußischen Fiskus. 1820 kaufte der Kirchenvorstand St. Kunibert die Propstei. Bis zum Abriss diente sie der Kirchengemeinde als Pfarrhaus.
Zeitstrahl
- 1168Zweite Erhebung der Reliquien des heiligen Kunibert
- 1196Theoderich als erster namentlich bekannter Propst urkundlich genannt
- 1227Schenkung der Propstei mit Bedingung: Absteigequartier für Trierer Erzbischöfe
- 1376Stadtbrand im Niederich; Propstei noch im selben Jahr wiederhergestellt
- 1508Beginn von Neubau bzw. Wiederherstellung der Propstei
- 1764Propst lässt erneut Baumaßnahmen an der Propstei durchführen
- 1802Aufhebung der Propstei im Zuge der Säkularisation, Immobilien beschlagnahmt
- 1820Kirchenvorstand St. Kunibert erwirbt die Propstei vom preußischen Fiskus
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