Minoritenkloster Köln
Ab 1307 lehrte hier Johannes Duns Scotus, der in der Klosterkirche begraben liegt: das 1229 gegründete Kölner Kloster der Minderbrüder.
Der 1210 gegründete Franziskanerorden breitete sich schnell in Deutschland aus, und zahlreiche junge Männer traten ihm bei. In Köln waren die Brüder offenbar von ihrer Ankunft an in Seelsorge und Krankenpflege tätig.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Kloster des Ordens der Minderbrüder (Franziskaner-Minoriten)
- Gründung
- 1229
- Ordenszweig
- seit der Teilung des Franziskanerordens 1517 bei den Konventualen (Minoriten)
- Klosterkirche
- Minoritenkirche, 1260 auf den Titel zum Heiligen Kreuz geweiht
- Generalstudium
- ab um 1260, im Durchschnitt 60 bis 80 Studenten
- Lage
- Stadtteil Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
Die Wahl des Rektors der Kölner Universität fand zeitweise regelmäßig am 9. Oktober im Refektorium des Minoritenklosters statt – und der Theologe Johannes Duns Scotus, der ab 1307 hier lehrte, ist in der Klosterkirche begraben.
Ankunft und Gründung
Bereits 1222 kamen Franziskaner über Augsburg, Würzburg und Mainz nach Köln, zunächst aber nicht dauerhaft und ohne feste Unterkunft. Erzbischof Engelbert I. nahm sie wohlwollend auf. Als laut dem Chronisten Caesarius von Heisterbach ein großer Teil der Kölner Priester beim Bischof gegen die neuen Bettelorden protestierte, soll Engelbert erwidert haben: „Solange das gut geht, lasst sie bleiben.“ Im Frühjahr 1228, noch vor der Klostergründung, tagte in Köln schon ein Provinzkapitel der deutschen Ordensprovinz Teutonia. Im Gründungsjahr schenkte der Patrizier Gerhard Quatermart (auch Quatermarkt) den Brüdern ein Grundstück für ein Oratorium und eine Unterkunft im Kölner Süden, im Pfarrbezirk von St. Severin vor dem Katharinengraben im „Sionstal“. Engelberts Nachfolger, Erzbischof Heinrich von Müllenark, erlaubte ihnen 1232, im ganzen Erzbistum zu predigen und Ablässe zu verleihen.
Hauptkloster der Kölnischen Provinz
Ab 1239 gehörte das Kloster zur Niederdeutschen „Kölnischen“ Franziskanerprovinz (Colonia), in Abgrenzung zur Oberdeutschen Provincia Argentina (Straßburg). Köln wurde dauerhaft Sitz des Provinzialministers und Hauptkloster der Provinz. Um mehr Menschen zu erreichen, erwarben die Brüder 1244 mit Unterstützung König Wilhelms von Holland ein Haus mit Grundstück An der Rechtschule in der dicht bevölkerten Pfarrei St. Kolumba nahe dem Dom. Vom „Sionstal“ aus begannen sie den Bau der Klosterkirche und eines nördlich angebauten Klosters um einen Innenhof mit Kreuzgang; als Baubeginn werden 1245 sowie 1247 oder 1248 genannt. Die Weihe nahm Heinrich von Lützelburg vor, Franziskaner und Bischof von Kurland.
Studienort und Grab von Duns Scotus
Das ordenseigene Generalstudium bildete den Franziskanernachwuchs auf universitärem Niveau in Philosophie und Theologie aus. Ab 1307 lehrte dort Johannes Duns Scotus, der in der Kirche begraben ist und 1991 seliggesprochen wurde. Die Studenten kamen außer aus Deutschland auch aus Irland, der Schweiz, Holland, Belgien, Spanien, Frankreich und Italien. Mit der Gründung der Kölner Universität 1388 ging das Studium in ihr auf. Bis zur Aufhebung des Klosters wirkten im Lauf der Zeit etwa 40 Minoriten an der Universität, meist als Professoren der theologischen Fakultät. Das Kloster im damaligen Universitätsviertel war ein bevorzugter Tagungsort der Universitätsgremien, zeitweise fand dort die Rektorwahl regelmäßig am 9. Oktober im Refektorium statt.
Wirken in der Stadt
Hohe Anerkennung erwarben sich die Brüder vor allem durch ihre Predigten, die Krankenpflege und die Seelsorge am Leprosorium Melaten im Auftrag der Stadt. Sie feierten Gottesdienste in der Ratskapelle und mit Bürgermeistern und Stadtrat und predigten an Sonn- und Feiertagen in Pfarr-, Stifts- und Klosterkirchen, darunter im Apostelstift. Zudem begleiteten sie Beginen- und Nonnenklöster geistlich, an erster Stelle die Klarissen. Der Guardian beaufsichtigte Wohnhäuser, in denen Bedürftige oder geistliche Gruppen lebten.
Aufhebung und Gegenwart
1802 wurde das Kloster aufgehoben. Die Klosterkirche, die Minoritenkirche, besteht bis heute. 1929 eröffneten die Minoriten unweit von ihr ein neues Kloster.
Zeitstrahl
- 1222Minoriten kommen nach Köln, zunächst ohne feste Unterkunft
- 1229Gerhard Quatermart schenkt Grundstück im Sionstal; Klostergründung
- 1244Erwerb von Haus und Grundstück nahe dem Dom in St. Kolumba
- 1247/1248Beginn des Baus von Klosterkirche und Kloster
- 1260Weihe der Klosterkirche auf den Titel zum Heiligen Kreuz
- 1388Generalstudium geht in der neu gegründeten Kölner Universität auf
- 1517Anschluss an den Zweig der Konventualen bei der Ordensteilung
- 1802Aufhebung des Klosters
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