Stadttheater in der Glockengasse
Kölner Theaterbau von 1872 in Neurenaissance-Formen für Schauspiel und Operette, der 1943 im Bombenkrieg unterging.
Der Bau an der Glockengasse setzte eine Reihe Kölner Schauspielhäuser fort, deren Vorgänger mehrfach durch Brände verloren gegangen waren.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Stadttheater, später Schauspielhaus
- Lage
- Glockengasse, Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Eröffnung
- 1. September 1872
- Ende
- am 29. Juni 1943 im Zweiten Weltkrieg zerstört
Bevor das Stadttheater in der Glockengasse 1872 eröffnet wurde, war sein Vorgängerbau innerhalb weniger Jahrzehnte zweimal abgebrannt – 1869 starb dabei sogar die gesamte im Theater wohnende Familie des Kassierers Backhaus.
Vorgeschichte
Bürgerhauptmann Franz Kaspar Rhodius gab 1782 das erste dauerhafte Kölner Schauspielhaus in Auftrag, das Stadtbaumeister Dechen in der damaligen Schmierstraße – heute Komödienstraße – ausführte. Weil das Haus verfiel, verschwand es 1828; schon im Folgejahr trat man im Ersatzbau erstmals auf. Nachdem dieser 1859 niederbrannte, folgte ein Wiederaufbau. Ein weiteres Feuer vernichtete das Gebäude 1869, wobei die im Haus lebende Familie des Kassierers Backhaus ums Leben kam.
Neubau und Architektur
Aus einem Wettbewerb von 1869, an dem auch der Kölner Architekt Hermann Otto Pflaume teilnahm, ging die Grundlage für den Neubau hervor. Ab 1870 setzte man die Entwürfe des Stadtbaumeisters Julius Carl Raschdorff in Formen der Neurenaissance um. Die Quelle ordnet das Haus dem „Typ des edukativen Stadttheaters“ zu – einem Mehrzweckbau für Oper, Operette, Ballett und Schauspiel.
Zwei Bühnen der Stadt
Der Stadtrat votierte 1898 für eine zusätzliche Bühne am Habsburger Ring; den zugehörigen Wettbewerb entschied der Berliner Architekt Carl Moritz für sich. Sein neobarocker Bau mit Restaurant und Gartenterrasse stand 1902 fertig da. Beide Spielstätten liefen anfangs unter dem Namen „Vereinigte Stadttheater“, ab der Saison 1906/07 als Opernhaus und Schauspielhaus, und unterstanden gemeinsam Julius Hofmann (1840–1910). Von 1872 bis 1906 wirkte das Haus an der Glockengasse als Stadttheater, anschließend als Schauspielhaus für Schauspiele und Operetten.
Zeitstrahl
- 1782Erstes festes Kölner Schauspielhaus in der Schmierstraße erbaut
- 1828Marodes Gebäude abgerissen
- 1829Erste Vorstellung im Nachfolgebau
- 1859Theater brennt ab und wird wiederaufgebaut
- 1869Theater erneut durch Brand zerstört; Wettbewerb für Neubau
- 1872Eröffnung des Stadttheaters in der Glockengasse am 1. September
- 1902Neues Schauspielhaus am Habsburger Ring fertiggestellt
- 1943Zerstörung des Gebäudes am 29. Juni durch Bombardierung
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