Siedlung Volkspark
Einheitlich geplante Villensiedlung im Kölner Grüngürtel, 1949–1951 für die Besatzungstruppen errichtet und seit 1995 als Ganzes denkmalgeschützt.
Bis hin zu Einzelheiten wie offenen Kaminen gaben die britischen Besatzer nicht allein den Grundaufbau, sondern auch die Ausstattung der Wohnhäuser vor.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Wohnsiedlung, auch Englische Siedlung genannt
- Lage
- Raderthal, Stadtbezirk Rodenkirchen, im äußeren Kölner Grüngürtel
- Bauzeit
- 1949–1951
- Denkmalschutz
- seit 1995 als Gesamtanlage, Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Besonderheit
- geschlossene bauliche Gestalt durch einheitliche Planung und gleichzeitige Ausführung, die als einmalig eingeschätzt wird
1949 kosteten die Wohneinheiten der Siedlung im Schnitt 100.000 DM – das Zehnfache dessen, was im damaligen sozialen Wohnungsbau üblich war.
Geschichte
Ab Juni 1945 lebten britische und belgische Besatzer mit ihren nachziehenden Familien in Köln; zunächst griff man dafür auf beschlagnahmten Wohnraum in kaum beschädigten Randlagen wie Marienburg und Junkersdorf zurück. Die Siedlung folgte danach aus zwei Bauprogrammen, dem JOINT Program (1949/50) und dem ZECO Program (1950/51). Beteiligt waren behördliche Stellen des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Köln, die Arbeitsgemeinschaft Besatzungsbauten Köln und die GAG Köln; verschiedene Kölner Architekten steuerten Typentwürfe bei. Die Baukosten lagen 1949 bei durchschnittlich 100.000 DM je Wohneinheit und damit beim Zehnfachen des damaligen sozialen Wohnungsbaus.
Bebauung und Architektur
Zur Siedlung gehören 147 Einfamilienhäuser, freistehend villenartig sowie als Reihen- und Kettenhäuser, überwiegend zweigeschossig verputzt und mit Satteldach. Im Zentrum residierten Offiziere, an den Rändern Unteroffiziere. Trotz einheitlicher Gestaltung heben sich die Haustypen durch ein eigenes Gepräge voneinander ab, darunter die von Schaller geplanten Typen durch ihre „leichte“ Architektur. Den östlichen Abschluss markieren vier dreigeschossige Zeilenbauten mit je 12 Wohnungen, ein siebenstöckiges Hochhaus mit 73 Wohnungen und die Kirche „All Saints“ (Allerheiligen-Kirche). Das von Wilhelm Riphahn entworfene Hochhaus wirkt durch seine nach Westen geöffnete Fassade nicht starr und erhielt 1967 den Kölner Architekturpreis.
Städtebauliche Bedeutung
Die Anlage gilt als Beispiel einer vorstädtischen Villensiedlung, deren geschlossene bauliche Gestalt aus einheitlicher Planung und gleichzeitiger Ausführung als einmalig eingeschätzt wird. Zugleich dokumentiert sie ein weites Spektrum der Architektur der 50er Jahre. Der Einschätzung nach ist die städtebauliche Anlage bis heute hervorragend; das reiche öffentliche wie private Grün und die Lage im Grüngürtel gehen über das für ein Villenviertel übliche Maß hinaus.
Lage und Grün
Begrenzt wird die Siedlung im Süden von der Militärringstraße, im Westen von der Brühler Straße und im Norden von der Urfelder Straße, nach Osten durch die übrige Bebauung Raderthals und Grünflächen. Über Bonner und Brühler Straße besteht eine Anbindung an das Stadtzentrum. Geschwungene Straßen und Fußwege durchziehen das Areal, breite Vorgärten mit Hecken schirmen die Häuser zur Straße hin ab. Eingebunden wurde das schon 1927 gebaute frühere Sendehaus der WERAG (später WDR). Der westliche Teil des in den 1920er Jahren angelegten Volksparks wurde mit Einfamilienhäusern bebaut, dazwischen lag ein inzwischen verschwundener NAAFI-Shop; östlich schließen sich weitere Wohneinheiten und die Kirche an. Der verbliebene Park wurde ab 2001 wiederhergestellt und 2002 zu Ehren des Schöpfers vieler Kölner Grün- und Sportflächen in Fritz-Encke-Volkspark umbenannt.
Heute
Der Großteil der Einfamilienhäuser ist inzwischen in Privathand. Das Hochhaus und die Zeilenbauten gehören dagegen nach wie vor dem Bund, den die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben vertritt.
Zeitstrahl
- 1927Sendehaus der WERAG errichtet, später in die Siedlung einbezogen
- 1949–1951Bau der Siedlung Volkspark
- Juni 1945Beginn der britischen/belgischen Besatzung Kölns, Wohnraum requiriert
- 1949/50JOINT Program zur einheitlichen Neuerrichtung der Siedlung
- 1950/51Anschließendes ZECO Program zur Bebauung
- 1949Baukosten durchschnittlich 100.000 DM pro Wohneinheit
- 1967Wohnhochhaus von Wilhelm Riphahn erhält Kölner Architekturpreis
- 1995Siedlung Volkspark unter Denkmalschutz gestellt
Galerie
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