Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln
Eine der weltweit größten öffentlichen Bibliotheken zur modernen Kunst und Fotografie – über 600.000 Bände, hervorgegangen aus zwei Kölner Museumsbibliotheken.
Die Kunst- und Museumsbibliothek (KMB) ist eine städtische Spezialbibliothek, deren Bestände öffentlich zugänglich sind. Gelesen wird in Kölner Museen, während Verwaltung und Teile der Bestände an anderen Orten untergebracht sind.
Auf einen Blick
- Art
- öffentlich zugängliche Spezialbibliothek der Stadt Köln
- Gründung
- 1957
- Lesesäle
- im Museum Ludwig (Heinrich-Böll-Platz, Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt) und im Museum für Angewandte Kunst (An der Rechtschule)
- Verwaltung
- Vogelsanger Straße 78
- Interimsstandorte seit 2025
- Barthonia-Forum in Ehrenfeld und Gremberghoven
- Leitung
- Kunsthistorikerin Dr. Elke Purpus (seit 2004)
- Status
- seit 2013 auf der Roten Liste Kultur, Kategorie 2 („gefährdet“)
2010 drohte der Bibliothek wegen Sparmaßnahmen die Schließung und Zerschlagung ihrer Bestände – die Entscheidung über ihren Erhalt gab Bürgermeister Jürgen Roters ausgerechnet bei der Trauerfeier für die verstorbene Mäzenin Irene Ludwig bekannt.
Schwerpunkt moderne Kunst und Fotografie
Ihr Profil verdankt die KMB vor allem den Gebieten moderne Kunst und Fotografie, in denen sie zu den größten öffentlichen Bibliotheken weltweit zählt. Die Sammelschwerpunkte werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Für die Fotografie kamen Ende der 1970er-Jahre die Bruno-Uhl-Bibliothek der Deutschen Gesellschaft für Photographie und die Bibliothek des Agfa Foto-Historamas hinzu. 2005 folgten die Bibliotheken von George Brecht und Bernard Schultze. Zum 50-jährigen Jubiläum des Museums Ludwig überließ die Mäzenin Irene Ludwig der KMB 2006 ihre Arbeitsbibliothek.
Vom Zeitschriftenarchiv bis zur Inkunabel
Zum Bestand zählen über 9.700 Zeitschriftentitel; rund 500 Zeitschriften und Museumsperiodika werden laufend bezogen. Hinzu kommen Dossiers zu mehr als 100.000 Künstlerinnen und Künstlern (Stand 2026). Trotz der Ausrichtung auf die Moderne besitzt die Bibliothek sieben Inkunabeln, 100 Drucke des 16. und 140 des 17. Jahrhunderts sowie weitere aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
Frühe digitale Erfassung
Die KMB entstand aus den Bibliotheken des Wallraf-Richartz-Museums und des Kunstgewerbemuseums, des heutigen Museums für Angewandte Kunst. Da der Bestand erst in den 1960er-Jahren katalogisiert wurde, ließ er sich zusammen mit dem Deutschen Rechenzentrum in Darmstadt komplett per EDV erfassen – Pionierarbeit in Deutschland. Seit 2000 ist der gesamte Katalog, ausgenommen die Auktionskataloge, online recherchierbar.
Gefährdung und Raumfrage
Wegen Raumnot wurde die Bibliothek in den 1970er-Jahren auf drei Standorte verteilt; ein eigenes Gebäude wurde begonnen, der Bau aber gestoppt. Von 1974 bis 2012 war ihr das Rheinische Bildarchiv organisatorisch angegliedert. Ab 2009 war ein Neubau für das zerstörte Historische Archiv in Neustadt-Süd geplant, den KMB und Bildarchiv mitnutzen sollten. 2014 beschloss der Rat jedoch einen verkleinerten Bau ohne die Bibliothek. 2010 drohten wegen Sparmaßnahmen Schließung und Zerschlagung der Bestände, bis Bürgermeister Jürgen Roters die Debatte beendete. Seit Mai 2015 besteht eine Vereinbarung von Stadt und Universität Köln über den gemeinsamen Betrieb der „Zentralbibliothek für Kunst und Kunstgeschichte“; eine Lösung für die Räume wird weiterhin gesucht.
Nutzung
Aus Platzgründen ausgelagerte Bestände lassen sich in den Lesesaal vorbestellen. Zeitschriftenaufsätze sind seit Ende 2008 über den Dokumentenlieferdienst Subito erhältlich.
Zeitstrahl
- 1957KMB geht aus den Bibliotheken von Wallraf-Richartz- und Kunstgewerbemuseum hervor
- 1974Rheinisches Bildarchiv wird der KMB organisatorisch angegliedert (bis 2012)
- 1986Weiterer Lesesaal im Neubau des Museums Ludwig eingerichtet
- 2000Gesamter Bibliothekskatalog online gestellt
- 2004Elke Purpus wird Direktorin als Nachfolgerin von Karl Stamm
- 2010Bibliothek durch Sparmaßnahmen von Schließung bedroht; Bürgermeister Roters beendet Debatte
- 2014Rat entscheidet über Neubau des Historischen Archivs ohne KMB
- 2015Stadt Köln und Universität Köln vereinbaren gemeinsamen Betrieb der Zentralbibliothek für Kunst
Galerie
Karte
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Adresse
Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 14:00–21:00
Di: 10:00–21:00
Mi: 10:00–21:00
Do: 10:00–21:00
Fr: 10:00–18:00
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Webseite
- Offizielle Webseite (abgerufen 2026-10-13)
- Wikidata (abgerufen 2026-10-13)
- Wikipedia (abgerufen 2026-10-13, rev 270414604)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-10-13
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