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© Raimond Spekking · CC BY-SA 3.0

Industriehof

Denkmalgeschütztes Büro- und Geschäftshaus von 1923, errichtet vom Kölner Architekten Jacob Koerfer, der es in Eigenregie baute.

Anstelle des Industriehofes stand früher der Posthof, nach dessen Abriss 1913 das Grundstück zunächst als Brikett-Lagerplatz der Stadt diente.

Auf einen Blick

Art
Büro- und Geschäftshaus, Baudenkmal
Lage
Krebsgasse 5, Köln, Stadtteil Altstadt-Nord
Bauzeit
September 1921 bis Mai 1923
Architekt
Jacob Koerfer
Aufbau
Erdgeschoss mit Ausstellungs- und Ladenlokalen, darüber fünf Bürogeschosse
Grundstück
1627 m²
Denkmalliste
eingetragen am 6. März 1992 (Denkmal Nr. 6411)
Wusstest du?

Im Industriehof residierte in den 1930er Jahren zugleich das Konsulat der Republik China für West- und Norddeutschland, geführt von einem Kölner Kleiderstoffgroßhändler als Honorarkonsul.

Geschichte

Jacob Koerfer erwarb das an Krebsgasse und Glockengasse gelegene Areal 1921, um darauf ein modernes Bürohaus zu errichten. Die Übergabe zur Nutzung erfolgte am 25. Mai 1923. In den 1930er Jahren gelangte das Haus von der Grundstücks-Aktiengesellschaft Colonia an die D.A.F., den nationalsozialistischen Arbeiter- und Arbeitnehmer-Einheitsverband unter Robert Ley. Wegen dieser Eigentümerschaft beschlagnahmte die Militärregierung das Objekt später und stellte es unter Zwangsverwaltung; die Rechtsnachfolge trat das Land Nordrhein-Westfalen an.

Architektur

Bei der Fertigstellung umfasste die Front zwölf Achsen an der Krebsgasse und sechs an der Glockengasse. Koerfer fasste Erd- und erstes Obergeschoss mit pilasterartigen Wandpfeilern zu einem Sockelgeschoss zusammen – ein Motiv, das zuvor Paul Bonatz am Haus Reifenberg am Neumarkt anwandte. Die beiden obersten Büroetagen waren terrassenförmig zurückgesetzt, jeweils mit einem Umgang auf dem Versatz. Am Schnittpunkt zur Glockengasse befand sich auf Höhe des ersten Obergeschosses eine überlebensgroße männliche Figur.

Zerstörung und Wiederaufbau

Im Zweiten Weltkrieg wurde vor allem der an die Glockengasse grenzende Bereich stark beschädigt, der drei der zwölf Achsen an der Krebsgasse einschloss. Der zerstörte Teil wurde abgetragen und erst 1958 unter Leitung des Staatshochbauamtes neu errichtet, ohne auf Koerfers Planung zurückzugreifen. Die verbliebenen neun Achsen schließen heute mit einem Flachdach statt des ursprünglichen Walmdachs ab.

Nutzung

Das Adressbuch von 1930 verzeichnete 28 Haupt- und 17 Untermieter, darunter mehrere Architekturbüros sowie das Konsulat der Republik China für West- und Norddeutschland. Über Jahrzehnte war hier die Gewehr- und Jagdbedarfshandlung „Eduard Kettner“ ansässig. In den 1960er Jahren unterhielt die Bezirksregierung Köln dort den Fachbereich Wiedergutmachung. Zu den heutigen Hauptnutzern zählt der Verkehrsverbund Rhein-Sieg.

Zeitstrahl

  1. 1913
    Niederlegung des Posthofs auf dem späteren Grundstück
  2. 1921
    Jacob Koerfer erwirbt das Grundstück, Baubeginn im September
  3. 1923
    Nutzungsübergabe am 25. Mai, Fertigstellung des Industriehofs
  4. 1930
    Eigentum der Grundstücks-Aktiengesellschaft Colonia, 28 Hauptmieter
  5. 1930er Jahre
    Übergang des Gebäudes an die D.A.F.
  6. 1958
    Wiederaufbau des zerstörten Teils unter dem Staatshochbauamt
  7. 1960er Jahre
    Bezirksregierung Köln nutzt Räume für Wiedergutmachung
  8. 1992
    Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Köln am 6. März

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-12

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