Wallrafplatz
Platz in der Kölner Altstadt-Nord zwischen Hohe Straße und Dom, angelegt um 1830 an der Stelle der abgerissenen Dompropstei.
Der Wallrafplatz liegt in der Kölner Altstadt-Nord zwischen der Hohe Straße und dem Kölner Dom. Er entstand erst im 19. Jahrhundert und trägt den Namen des Kunstsammlers Ferdinand Franz Wallraf.
Auf einen Blick
- Art
- innerstädtischer Platz
- Stadtteil
- Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Lage
- zwischen Hohe Straße und Kölner Dom
- Benannt nach
- Ferdinand Franz Wallraf (1748–1824)
- Angelegt
- um 1830, nach Abriss der Dompropstei
- Vorgeschichte
- mittelalterliches Druckereiviertel
- Städtebau
- einer von drei neuen Plätzen entlang der Hohe Straße
Als die alte Dompropstei 1830 abgerissen wurde, stieß man bei den Ausgrabungen auf drei römische Matronensteine – ein unerwarteter Fund direkt neben dem Kölner Dom.
Vom Straßenkreuz zum Druckerviertel
Wo heute der Platz liegt, kreuzten sich im Mittelalter die Straßen „An der Hohen Schmiede“ und „Am Hof“ mit der heutigen Hohe Straße und „Unter Fettenhennen“. Den Namen „An der Hohen Schmiede“ gab eine Schmiede beim Haus Rom, am Standort des heutigen Wallrafplatzes Nr. 3. In Arnold Mercators Stadtansicht von 1570 ist die Stelle noch als Straßenkreuzung verzeichnet, ohne Platz.
In dieser Gegend bildete sich später ein Viertel der Drucker und Buchhändler. Johann Gymnich IV. kaufte 1598 das Haus „Zum Bären an der hohen Schmiede“ und richtete dort ein Druckhaus ein; 1614 ließ er auf dem zusammengelegten Areal einen Neubau mit Stufengiebeln namens „Zum Einhorn“ errichten. In dem Haus arbeiteten über Generationen Druckerfamilien.
Namensgeber Ferdinand Franz Wallraf
An der Kreuzung Unter Fettenhennen/Am Hof stand seit 1363 die Dompropstei. Während der französischen Besatzung erhielt Ferdinand Franz Wallraf, letzter Rektor der alten Kölner Universität und Stifter einer Kunstsammlung, 1794 die Erlaubnis, in der leer stehenden Propstei mietfrei zu wohnen und dort seine Sammlung aufzubewahren.
Anlage des Platzes
Nachdem die preußische Regierung 1829 den Tausch genehmigt hatte, riss die Stadt die Dompropstei im Juni 1830 ab. Bei Ausgrabungen fand man drei römische Matronensteine. Der nun freie Blick auf den noch unfertigen Dom überzeugte, sodass man auf einen geplanten Neubau verzichtete und die Bürger das Areal „Wallraf’s-Platz“ nannten. Baurat Matthias Biercher sicherte die Stelle als Sammel- und Ruheplatz vor dem Eintritt in die schmale Hohe Straße. Der Platz schuf zugleich eine Verbindung zwischen Hohe Straße und Domkloster.
Drei neue Plätze
Bis 1830 entstanden im Anschluss an die Hohe Straße insgesamt drei neue Plätze: der Augustiner-, der Laurenz- und der Wallrafplatz. Auf dem neu angelegten Wallrafplatz fand 1831 die erste Schausteller-Vorstellung statt.
Zeitstrahl
- 1363Dompropstei an der Hohen Schmiede / Unter Fettenhennen errichtet
- um 1554Kettenhäuschen entstehen an der Hohen Schmiede
- 1794Dompropstei steht leer; Wallraf erhält Erlaubnis, mietfrei dort zu wohnen
- 17. Juni 1823Preußen weist Antrag der Stadt Köln auf Übereignung des Areals ab
- 11. Februar 1829Genehmigung: Stadt darf Dompropstei abreißen und Platz anlegen
- Juni 1830Abriss der Dompropstei; Blick auf den Dom frei; drei römische Matronensteine gefunden
- 1830Bürger nennen das freie Areal „Wallraf's-Platz"; drei neue Plätze an der Hohe Straße fertig
- 15. Februar 1831Erste Schausteller-Vorstellung auf dem neu angelegten Wallrafplatz
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Adresse
Wallrafpl.
50667 Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27
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