Das Südwesttor der Colonia Claudia Ara Agrippinensium
Ein verschwundenes römisches Stadttor an der Clemensstraße in Köln-Altstadt-Süd, das einst den südwestlichen Ausgang der befestigten Römerstadt bildete.
Am Übergang von Clemens- und Bobstraße stand in römischer Zeit eines der Stadttore der Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Vereinzelt wird es in den Quellen auch als „Eifeltor" oder „Tor der Clemensstraße" geführt; über der Erde ist von ihm heute nichts mehr erhalten.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Typ
- Verschwundenes römisches Stadttor (Doppeltoranlage)
- Lage
- Höhe Clemensstraße/Bobstraße, Köln-Altstadt-Süd
- Zeitstellung
- Römische Zeit, Teil der Stadtbefestigung des 1. Jahrhunderts n. Chr.
- Funktion
- Südwestlicher Ausgang der Römerstadt Richtung Trier
- Toröffnungen
- Zwei Durchgänge – Durchfahrt (rund 3,70 m) und Fußgängerdurchlass (etwa 2,60 m)
- Weitere Bezeichnung
- Eifeltor bzw. Tor der Clemensstraße
- Nachfolgebau
- Griechenpforte (nach Verlust der Torfunktion)
Ein weitgehend vergessenes Tor
Das Bauwerk gehörte zu den vermutlich neun Torbauten der befestigten Stadt – acht Tore und ein Torturm –, von denen drei an der westlichen Mauerfront lagen. Seine Geschichte blieb lange im Dunkeln: In nachrömischer und frühmittelalterlicher Zeit findet es über Jahrhunderte hinweg keine Erwähnung mehr. Innerhalb der Mauerfront ordnete es sich zwischen das Rondell an der späteren Griechenpforte und die mittlere westliche Toranlage ein, einen Vorläufer der später weit nach Westen vorgeschobenen Hahnentorburg.
Ausfallstraße nach Trier
Wie jedes Stadttor markierte es Anfang und Ende einer Straße. Aus dem Südosten der Stadt führte eine Ost-West-Verbindung über Sternengasse und Agrippastraße zum südwestlichen Steinweg. Jenseits des Tores verlief der Weg geradlinig – in der Flucht der heutigen Huhnsgasse und Weyerstraße – auf die spätere Heerstraße, die zunächst Zülpicher Straße hieß und erst in preußischer Zeit den Namen Luxemburger Straße erhielt. Nach dem Passieren eines der römischen Gräberfelder vor den Mauern erreichte sie das offene Umland und folgte der geraden Trasse der Römerstraße durch die Eifel nach Augusta Treverorum (Trier) und weiter Richtung Lyon.
Der archäologische Befund
Fundamente des Tores wurden in der Clemensstraße auf Höhe der Bobstraße entdeckt. Material und Bauweise stimmten mit den angrenzenden Resten der römischen Stadtmauer überein und ließen eine eindeutige Zuordnung zu. Zwei zur Stadt hin verlaufende Seitenmauern von etwa 3,05 m und 3,00 m Dicke und ein Zwischenpfeiler von rund 3,90 m Durchmesser bildeten die beiden Durchgänge. Rechteckige Fundamentvorsprünge zwischen Stadt- und Seitenmauern wurden als Unterbauten von Treppenaufgängen gedeutet; unter dem südlichen Aufgang leitete ein Tonrohrkanal von rund 0,265 m Durchmesser Abwässer nach außen. Der südliche Durchgang war später mit Grauwacke, Trachyt, Sandstein und Ziegelbruch zugesetzt worden – das Tor hatte seine Funktion als wichtige Verkehrsader damit eingebüßt.
Römische Funde im Umfeld
Das Gelände um das Tor war dicht mit römischen Spuren durchsetzt. Südlich des Tores kamen 1891 neben dem Rondell die Fundamente eines etwa 10 × 10 m großen Jupitertempels mit einem Götterbild und zwei Altären zutage. Unmittelbar am Tor, an der Ecke Clemens- und Bobstraße, wurde der Rumpf einer Kolossalstatue des thronenden Jupiter rheinischen Typus geborgen. Etwas mehr als eine Leuga entfernt – das gallische Wegemaß von rund 2200 Metern – fand man 1903 an der Luxemburger Straße einen roten Sandstein-Meilenstein aus der Zeit von 293 bis 305 n. Chr. mit einer Weihinschrift für die Kaiser Constantius und Maximianus.
Vom Haupttor zur Griechenpforte
In der westlichen Vorstadt besaß die Abtei St. Pantaleon den größten Teil des Grundbesitzes. Um 1144 entstand auf dem der Mauer vorgelagerten Gelände ein Benediktinerinnenkloster, das dem Stift St. Pantaleon unterstand und den althergebrachten Weg in die südwestliche Vorstadt versperrte – zugleich den Beginn der Straße nach Trier. Als Ersatz für das aufgegebene Tor entstand daraufhin die Griechenpforte (porta Grecorum), die als eigener Eintrag beschrieben ist.
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