Mülheimer Freiheit
Straße in Köln-Mülheim, einst geprägt von spätbarocken Kaufmannshäusern. Ihr Name erinnert an die Freiheitsrechte, die Mülheim 1322 erhielt.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts zogen protestantische Familien aus Köln in diese Straße, darunter die Unternehmerfamilie Andreae, die damals in der Herstellung von Samt, Seide und Leinen führend war.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Straße
- Lage
- Stadtteil und Stadtbezirk Mülheim, Köln
- Namensherkunft
- Freiheitsrechte, mit denen Mülheim 1322 zur Stadt erhoben wurde
- Erhaltene Bauten
- Häuser aus dem 18. und beginnenden 19. Jahrhundert, äußerlich rekonstruiert
- Barocke Originalfassade
- Haus Nr. 102 von 1762
- Brunnen
- Mülheimia an der Einmündung der Krahnenstraße
- Denkmalschutz
- Baudenkmale im Kulturlandschaftsbereich Deutz/Mülheim
Das Haus Mülheimer Freiheit 59, einst die Ausflugsgaststätte „Zum Rheinberg“ mit Tanzsaal und Gartenterrassen, wurde 1943 geschlossen und zu einem Zwangsarbeiterlager für rund 300 Menschen aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion umgebaut.
Name und Stadtrechte
Graf Adolf VI. erhob die Siedlung Mülheim 1322 zur Stadt und verlieh ihr umfassende Freiheitsrechte. Dazu gehörten das Bürgerrecht mit der Befreiung von allen Abgaben und Diensten sowie das Recht auf eine eigene Gerichts- und Münzstätte. Auf diese Rechte geht der Straßenname zurück.
Barocke Kaufmannshäuser
Bis zur Zerstörung Mülheims im Zweiten Weltkrieg bestimmten zahlreiche spätbarocke Häuser von Kaufmannsfamilien das Bild der Straße. Viele davon gingen im Krieg verloren. Weitgehend erhalten blieben einige Häuser rund um die Schifferkirche St. Clemens und den Mülheimia-Brunnen, vor allem die spätbarocken Kaufmannshäuser am Nordende. Das Haus Nr. 119 errichtete Stadtbaumeister Johann Georg Leydel 1775 für den Seidenfabrikanten Theodor Schütte als siebenachsiges Barockgebäude im Torhausstil. Ab etwa 1870 entstanden entlang des Hochufers Villen von Mülheimer Unternehmern, von denen nur wenige den Krieg weitgehend überstanden.
Spuren des 20. Jahrhunderts
Im Haus Nr. 78 befanden sich bis zur Pogromnacht im November 1938 Synagoge und Gemeindehaus der jüdischen Gemeinde. Daran erinnert über dem Eingang eine Gedenktafel, die ein ökumenischer Arbeitskreis 1979 gestiftet hat. Die Gaststätte „Zum Rheinberg“ in Nr. 59 wurde 1943 geschlossen und zu einem Zwangsarbeiterlager umgebaut. Rund 300 Menschen aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion mussten von dort aus in der Maschinenfabrik der KHD Werke für die Kriegsproduktion arbeiten.
Der Mülheimia-Brunnen
Die Mülheimia war der erste von ursprünglich sieben Stadtbrunnen. An ihrer Stelle stand zuvor die Trinkwasserpumpe „Pütz“, die 1884 abgebaut wurde, als die „Rheinische Wasserwerksgesellschaft“ die Versorgung übernahm. Die Hauptfigur trägt die Mülheimer Flagge und verkörpert die damalige Kreisstadt. Darunter stehen drei mittelalterlich gekleidete Knaben für Handel, Industrie und Landwirtschaft.
Wissenswertes
Im klassizistischen Haus Nr. 121, um 1820 für den Fabrikanten Theodor Steinkauler erbaut, residierte der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. bei seinem Besuch zur Grundsteinlegung für die Fortsetzung des Dombaus. In Nr. 113 und Nr. 115 baute die Orgelwerkstatt Willi Peter von 1952 bis 2015 Kirchenorgeln, zuletzt die Orgel von St. Peter in Köln.
Zeitstrahl
- 1322Mülheim erlangt Freiheitsrechte, Graf Adolf VI. erhebt es zur Stadt
- Anfang 18. Jh.Protestantische Kaufmannsfamilien (u. a. Andreae) siedeln sich an
- 1762Haus Nr. 102 mit barocker Fassade erbaut
- 1770Haus Nr. 117 „Haus zum Morian“ erbaut
- 1775Palaisartiges Haus Nr. 119 für Theodor Schütte errichtet
- 1884Pumpe „Pütz“ an der Krahnenstraße abgebaut (Wasserwerksgesellschaft)
- 1938Synagoge Nr. 78 bis zur Pogromnacht im November genutzt
- 1943Gaststätte „Zum Rheinberg“ (Nr. 59) zum Zwangsarbeiterlager umgebaut
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