Mülheimer Häuschen
Einstiges Ausflugslokal mit Biergarten an der Mülheimer Schiffbrücke in Köln-Riehl: bis zum Abbruch 1929 Teil der „Goldenen Ecke“ von Köln.
Lange bevor eine Brücke hier den Rhein überspannte, war dieser Ort ein Verkehrsknotenpunkt außerhalb der Kölner Stadtmauer, an dem Fähren zwischen Mülheim und dem linken Ufer übersetzten.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- ehemaliges Restaurant und Ausflugslokal mit Biergarten
- Lage
- linksrheinisch direkt am Rhein, neben der alten Mülheimer Schiffbrücke, Köln-Riehl (Stadtbezirk Nippes)
- Heute
- Bereich des Westportals der Mülheimer Brücke, An der Schanz, Kuhweg
- Bestand
- als Hof bereits vor dem Ersten Koalitionskrieg vorhanden
- Bauliches
- laut Flurkarten um 1900 zwei Gebäude
- Abbruch
- 1929
- Letzter bekannter Inhaber
- Clemens Glasmacher
Am 9. November 1817 wurde am Mülheimer Häuschen der Krefelder Wilhelm Coenen ermordet; die Ermittlungen gegen den Kölner Kaufmann Peter Anton Fonk, der dort einen Keller zur Branntwein-Lagerung gemietet hatte, und sein Freispruch 1822 erregten einiges Aufsehen.
Von der Fährstelle zum Hof
Schon um 1200 besaß der Graf von Berg das Fährrecht bei Mülheim. Ab 1268 übte das Kloster Altenberg es mit einem Nachen aus. Ab 1700 verpachtete das Haus Berg den Fährbetrieb für jährlich 400 Reichstaler, und eine Gierponte, die die Strömung nutzte, pendelte zwischen Mülheim und dem Mülheimer Häuschen. Seit wann der Hof bestand, wem er gehörte und wozu er diente, ist nicht bekannt; vermutet wird eine Treidelstation an einem Saumpfad. Eine Karte von 1806 verzeichnet ihn als „Hausgen“.
Zwischen Franzosen und Preußen
Am 14. November 1813 landeten preußische Truppen beim Mülheimer Häuschen, um die Franzosen aus Riehl zu vertreiben. Die dort stationierten französischen Soldaten flohen ohne Kampf. Ab 1815 gehörte das Mülheimer Häuschen als einer von sechs Ortsteilen der Bürgermeisterei Longerich zum neuen Landkreis Köln. Für 1846 sind ein Haus und 15 Bewohner verzeichnet.
Ein Mordfall mit Aufsehen
Am 9. November 1817 wurde am Mülheimer Häuschen Wilhelm Coenen aus Krefeld ermordet. Ermittelt wurde gegen den Kölner Kaufmann Peter Anton Fonk, der dort einen Keller für Branntwein gemietet hatte. Die Ermittlungen und sein Freispruch 1822 erregten einiges Aufsehen.
Ausflugslokal an der „Goldenen Ecke“
Zwischen Fähranleger und Exerzierplatz Mülheimer Heide gelegen, entwickelte sich das Haus ab dem Deutsch-Französischen Krieg 1870 zum Ausflugslokal, auch infolge der wachsenden Militärbegeisterung der Bevölkerung. Die Schiffbrücke von 1885 sowie ein Bahnhof mit Pferdedepot der Kölnischen Straßenbahn-Gesellschaft von 1889 förderten diese Entwicklung; dort liegt heute die Haltestelle Slabystraße der Linien 13 und 18. 1902 eröffnete nebenan mit der Rheinlust das erste Kölner Freibad.
Hochwasser und Abbruch
Riehl wurde bei Hochwasser regelmäßig überschwemmt. Nach dem Rekordpegel von 10,26 m am 1. Januar 1926 beschloss der Rat der Stadt Köln eine Überflutungsfläche zur Entlastung von Riehl und Mülheim. Dafür entstand im Zusammenhang mit dem Bau der Mülheimer Brücke ein Damm entlang des Niederländer Ufers. Zwischen 1927 und 1929 wurden das Freibad verlegt und das Mülheimer Häuschen abgebrochen.
Zeitstrahl
- um 1200Graf von Berg besitzt das Fährrecht bei Mülheim
- 1268Kloster Altenberg übernimmt das Fährrecht von Graf Adolf V. von Berg
- 1700Fährbetrieb mit Gierponte gegen 400 Reichstaler Jahrespacht vom Haus Berg
- 1813Preußische Truppen treffen am Mülheimer Häuschen auf stationierte Franzosen
- 1817Mord an Wilhelm Coenen am Mülheimer Häuschen
- 1888Riehl mit dem Mülheimer Häuschen wird nach Köln eingemeindet
- 1902Erstes Kölner Freibad Rheinlust wird nebenan eröffnet
- 1929Abbruch des Mülheimer Häuschens im Zuge des Brückenbaus
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