Mülheimer Hafen
Seit dem Jahr 2000 ohne Güterumschlag: Der Hafen in Köln-Mülheim ist heute Werftstandort und gehört als einziger Kölner Hafen nicht der HGK.
Lange bevor hier ein Hafen entstand, spielte Mülheim bereits eine Rolle im Rheinhandel: Kaufleute, die das Kölner Stapelrecht von 1259 umgehen wollten, luden ihre Waren in Zündorf auf Wagen um und brachten sie auf dem Landweg nach Mülheim am Rhein. Wer dabei erwischt wurde, riskierte die Enteignung seiner Waren.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- rechtsrheinischer Hafen ohne Güterumschlag
- Lage
- Köln-Mülheim, Rhein-km 691,5
- In Betrieb
- seit 1880
- Fläche
- 260.000 m² Land, 127.300 m² Wasser
- Eigentümer
- Bundesrepublik Deutschland
- Nutzung
- Werft mit Helling-Anlagen für Schiffe bis 110 Meter Länge
- Besonderheit
- Fußgängerbrücke „Katzenbuckel“ von 1955
Der Mülheimer Hafen ist der einzige Hafen auf Kölner Stadtgebiet, der nicht der städtischen HGK gehört, sondern samt Hafenbecken Teil der Bundeswasserstraße Rhein und damit Eigentum der Bundesrepublik ist. Zwischen 1989 und 1996 lebte hier außerdem die Kelly Family auf einem 34 Meter langen Hausboot, einem 1929 in den Niederlanden gebauten Kohleschiff.
Vom Freihafen zum Werkshafen
Der Hafen nahm 1880 mit einem achteckigen Zollturm für den Freihafen den Betrieb auf und lag zum Teil auf Deutzer Gebiet. Die Kabelfirma Felten & Guilleaume (F&G) kaufte 1896 die Hafenanlage an der Kranstraße. Zwischen 1922 und 1925 errichtete die Stadt Köln am Schlackenberg, dem Rest der früheren Mülheimer Hütte, einen neuen Werkshafen und überließ ihn F&G per Erbbaurecht für 99 Jahre. Umgeschlagen wurden Massen- und Stückgut, F&G war der größte Kunde. Am 12. Mai 1940 war der Hafen Ziel der ersten Bombenangriffe auf Köln im Zweiten Weltkrieg.
Ein Hafen des Bundes
Als einziger Hafen auf Kölner Stadtgebiet gehört der Mülheimer Hafen samt Hafenbecken nicht den Häfen und Güterverkehr Köln (HGK). Er ist Teil der nach § 1 Bundeswasserstraßengesetz gewidmeten internationalen Wasserstraße „Rhein“ und damit Eigentum der Bundesrepublik. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Köln betreibt ihn im Auftrag des Bundes; seine Außenstelle, der Tonnenhof, wartet hier Schifffahrtszeichen.
Werftstandort
Seit der einzige Schwergutkran im Mai 2000 abgebaut wurde, findet kein Güterumschlag mehr statt. Bereits 1914 erhielt die Sachsenberg AG die Genehmigung für eine Hellinganlage; 1929 übernahm Berninghaus den Betrieb, der bis zum Konkurs 1976 zahlreiche Neubauten hervorbrachte. Seit 1978 repariert, modernisiert und baut die Kölner Schiffswerft Deutz im Ostbecken Fracht- und Passagierschiffe um. Zur Ausstattung zählen 14 Hellingwagen mit je ca. 100 t Traglast, ein 450-t-Stevendock und eine Propellerreparaturwerkstatt. In den Wintermonaten wird hier die weiße Flotte der Köln-Düsseldorfer gewartet; auch die Goethe erhielt an diesem Ort einen Dieselantrieb.
Wissenswertes
Der 180 Meter lange „Katzenbuckel“ aus Spannbeton wurde nach Plänen von Bernhard Hermkes für die Bundesgartenschau 1957 gebaut. Von 1989 bis 1996 lebte die Kelly Family im Hafen auf dem Hausboot „Sean O'Kelley“, einem 34 Meter langen Kohleschiff, das 1929 in den Niederlanden gebaut worden war. Am Auenweg hat das Bautaucherunternehmen Moissl seinen Sitz; sein Motorprahm MS Obelix kann Spezialbeton unter Wasser einbringen.
Zeitstrahl
- 1880Hafen mit achteckigem Zollturm für den Freihafen in Betrieb
- 1896Felten & Guilleaume erwirbt die Mülheimer Hafenanlage an der Kranstraße
- 1914Sachsenberg AG erhält Genehmigung für Hellinganlage im Hafen
- 1922–1925Bau des neuen Werkshafens von F&G am Schlackenberg
- 1929Berninghaus erwirbt den Kölner Werftbetrieb von der Sachsenberg AG
- 1940Hafen Ziel erster Bombenangriffe auf Köln (12. Mai)
- 1978Gründung der Kölner Schiffswerft Deutz (KSD)
- 2000Demontage des einzigen Schwergutkrans, kein Güterumschlag mehr (Mai)
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